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Nistkästen - Hinweise zum Kauf

Meisenkasten aus Holz (Foto: Horst Guckelsberger)
Meisenkasten aus Holz (Foto: Horst Guckelsberger)

Bei Discountern und auch Tierbedarfsläden werden häufig Nisthilfen angeboten, die zwar dekorativ und billig, aber letztlich qualitativ völlig ungeeignet, ja für die Brut gefährlich sein können.

Bitte beachten Sie:

  • Geeignetes Material bei Nisthilfen für Kleinvögel sind Holz oder Holzbeton.
  • Der Regelfall sind anfangs geschlossene Nisthilfen, also Höhlen. Offene Halbhöhlen sind Spezialfälle.
  • Bei Holz muss die Stärke mindestens 20 mm betragen. Dünneres Holz oder ungeeignetes Material führen zu einem „Baracken-Klima“, das zu raschem Auskühlen, vor allem aber zu  Überhitzung, was zur Gefährdung der Brut führen kann.
  • Die Nisthilfen müssen zu Reinigung geöffnet werden können. Ausgehöhlte Birkenstämmchen mögen dekorativ sein, sind aber unbrauchbar.
  • Die Einflug-Öffnungen können kreisrund oder oval sein.
  • Es kann ein einziges Einflugloch (Regelfall), es können aber auch bis zu drei Einfluglöcher sein.  


Meisenkasten aus Holzbeton (Foto: Horst Guckelsberger)
Meisenkasten aus Holzbeton (Foto: Horst Guckelsberger)

Die Durchmesser der Einflugöffnungen sortieren die möglichen Besucher:

  • Standard: 28 mm, 30 mm und 32 mm.
  • 26 mm. Nur für kleinere Vögel (z. B. Blaumeise).
  • 45 mm: Star. Ohne die beliebte Sitzstange, auf der sich Nesträuber (z. B. Raben­vögel) niederlassen und die Brut herausholen können.
  • „Reihenhaus“ für zwei bis drei Brutpaare von Haus- oder Feldsperling. (Es kann natürlich sein, dass z. B. Meisen einziehen).
  • Marderschutz: Empfehlenswert ist ein großer Dachüberstand oder ein besonders tief­es Einflugloch (Gelenksperre für Katze und Marder).

Zum Online-Kauf von Nisthilfen können Sie den LBV-shop kontaktieren.

 

Für weitere Vogelarten sind ebenfalls Nisthilfen – zum größten Teil dringend – notwendig: für Mehl- und Rauchschwalben, Mauersegler, Dohlen, Schleiereulen, und viele mehr. Dafür sind jedoch nicht nur spezielle Nisthilfen, sondern auch besonderes know-how bei Standort und Hängung notwendig. Bei ernsthaftem Interesse wenden Sie sich bitte an den LBV Starnberg mit seinen Spezialisten. U. a. an den Arbeitskreis Schwalben und Mauersegler.

Starenkasten (Foto: Horst Guckelsberger)
Starenkasten (Foto: Horst Guckelsberger)

Hinweise zum Hängen von Nisthilfen

  • im Allgemeinen wird eine Ausrichtung Richtung Ost, Südost bevorzugt. Jedoch spielen auch andere Faktoren eine Rolle.
  • Denken Sie daran, dass Sie zur alljährlichen Reinigung der Nisthilfen gefahrlos mit der Leiter an die Nisthilfe herankommen können – sei es Hauswand, Baum oder eine freistehende Stange. Die Möglichkeit, die Nisthilfe abzuhängen, ist vorteilhaft.
  • Generell: Mindestens Über-Kopf-Höhe, also 2 m bis 3,5 m. Star: Höher.
  • Vor allem bei Hängung in (Obst-)Bäumen:
  • Die Nisthilfe sollte für Katzen und Marder möglichst nicht, zumindest nicht leicht erreichbar (nahe stärkere Äste) sein.
  • Nisthilfen am Stamm oder Ast mit einer Drahtschlinge anhängen, keine Schrauben oder Nägel. Wenn unumgänglich mit einem Nagel: Aluminium-Nagel!
  • Viele Kleinvögel – z. B. Meisen – bevorzugen einen Baum oder Strauch (z. B. Hollunder, Wildrose) oder nahen Ast als Zwischenstopp vor dem Einflug. Ausnahme: Der Star bevorzugt, von weit oben ankommend, einen freien Anflug.
Nisthilfe für Sperlinge (Foto: Horst Guckelsberger)
Nisthilfe für Sperlinge (Foto: Horst Guckelsberger)

Anzahl der Nistkästen:

  • Es können mehrere (ggf. verschiedene) Nisthilfen angebracht werden, die einen gewissen Ab­stand (ca. 10 m) voneinander haben sollten (Ausnahme: z.B Star). Nicht enttäuscht sein, wenn  nicht immer alle besetzt werden.
  • Entscheidend ist neben den Nisthilfen das Nahrungsangebot. Insbesondere im Frühling ist von zur Jungenaufzucht tierisches Eiweiß (Insekten und ihre Raupen) notwendig, auch bei „Kör­ner­fressern“. Das ist ein Argu­ment mehr für einen naturnahen Garten mit heimischen Blüten­pflanzen, Stauden, Gehölzen und, ja, auch Totholz.

 

 

(Text und Fotos: Horst Guckelsberger)