Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Glossar zur Landschaftspflege

Das Glossar wird momentan angelegt und wird laufend ergänzt.

 

Brache

Brache bezeichnete ursprünglich in der traditionellen Dreifelder-Wirtschaft einen Acker, der ein Jahr lang zur Regeneration unbewirtschaftet blieb. Wir verwenden den Begriff in der Landschaftspflege für wechselnde Bereiche, die von der jährlichen Mahd ausgenommen werden, um das Überleben von Insekten und das Aussamen der Pflanzen zu gewährleisten.

 


Drainage

Drainage bezeichnet Maßnahmen zur Entwässerung von Feuchtflächen, meist um eine land- oder forstwirtschaftliche Nutzung der Flächen zu erreichen. Diese erfolgt durch Entwässerungsgräben oder Verrohrungen.

 


Einstreu

Die Einstreu dient in der Tierhaltung zur Bedeckung des Bodens im Stall und zur Aufnahme der Ausscheidungen der Tiere. Die Einstreu muss daher regelmäßig gewechselt werden. In der Großtierhaltung wird hauptsächlich Stroh oder Heu von Streuwiesen verwendet.

 


Flachmoor

Ein Flachmoor, auch Niedermoor genannt, hat Kontakt zum Grundwasser und seinen mineralischen Nährstoffen. Der hohe Wasserspiegel bewirkt einen Sauerstoffmangel im Boden. Daher wachsen im Flachmoor nur spezialisierte Pflanzenarten. Da aufgrund des Sauerstoffmangels abgestorbene Pflanzenreste nicht verrotten können, bildet sich Torf. Flachmoore können sich so sukzessive zu Hochmooren weiter entwickeln.

 


Hangquellmoor

Trifft eine wasserundurchlässige Gesteinsschicht an eine Hangoberfläche, tritt dort lokal das Wasser, das auf der undurchlässigen Schicht ansteht, in Form kleiner Quellen aus dem Hang. In unserer Region sind diese Quellen typischerweise stark kalkhaltig. Dies führt an den Austrittsstellen zu dünnen Krusten aus Kalktuff. Ist der Hang etwas terrassiert, kann sich aufgrund der Bodennässe an flacheren Stellen Torf entwickeln.

 


Hochmoor

Hochmoore entwickeln sich durch eine anwachsende Torfschicht. Sobald die Torfschicht so hoch geworden ist, dass keine Nährstoffe aus dem Grundwasser mehr bis zur Oberfläche gelangen, spricht man von einem Hochmoor. Das Wasser in den oberen Schichten stammt dann ausschließlich aus den Niederschlägen.

 

Ein Hochmoor ist an der geschlossenen Torfmoos-Decke erkennbar.

 


Kalk-Magerrasen

Eher kurzwüchsige, arten- und blütenreiche Wiesen, oft in wärmebegünstigter Lage, die auf kalkhaltigen, nährstoffarmen Böden meist durch extensive  Beweidung oder Mahd entstanden sind. Intensivere Bewirtschaftung durch Düngung aber auch der Stickstoffeintrag aus der Luft bei extensiver Bewirtschaftung gefährden den Fortbestand dieses Lebensraumes. Wie auch bei anderen offenen Flächen droht bei fehlender Beweidung oder Mahd die Verbuschung.

 


Kalk-Sinterbildung

Kalksinter kann sich in kalkhaltigen Gewässern, vor allem an Quellaustritten, bilden. Der Vorgang beruht darauf, dass Kalk in seiner wasserlöslichen Form (Kalziumhydrogenkarbonat, früher auch Kalziumbikarbonat genannt) pro Kalzium-Einheit doppelt so viel CO2 bindet wie fester Kalk. Entweicht CO2 durch Verdunstung in die Luft oder wird es von Moosen,Algen oder auch Bakterien zur Ernährung aufgenommen, verwandelt sich der im Wasser gelöste Kalk in den (fast) unlöslichen Kalkstein (Kalziumkarbonat), der dann ausfällt und Krusten bildet.

 

Auch in kalkhaltigen Tümpeln oder Seen kann diese Reaktion stattfinden. Der Kalkstein lagert sich dann als Seeton ab oder es bilden sich feine Krusten an Wasserpflanzen.

 


Landschaftsschutzgebiet

Dies ist die niedrigste rechtliche Schutzkategorie und umfasst in Bayern ca. ein Drittel der Landesfläche. Die Auflagen und Einschränkungen für Land- und Forstwirtschaft sind gering, da lediglich das Erscheinungsbild der Landschaft erhalten bleiben muss.

 


Naturdenkmal

Die Ausweisung als Naturdenkmal kann regional erfolgen und bewirkt einen ähnlichen Schutzstatus, wie er für Naturschutzgebiete gilt. Voraussetzung für die Ausweisung eines Naturdenkmals ist eine herausragende Bedeutung für die Wissenschaft, Natur- oder Kulturgeschichte oder dass sich der Landschaftsteil durch besondere Seltenheit, Eigenheit oder Schönheit auszeichnet.

 


Rote Listen

Offizielle Verzeichnisse vom Aussterben bedrohter oder gefährdeter Tier- und Pflanzenarten internationaler Organisationen, eines Staates oder Bundeslandes. Sie dokumentieren die Gefährdung der Arten und dienen damit als Grundlage für die Bewertung von Eingriffen in die Natur z. B. durch Baumaßnahmen. Die nationalen Roten Listen Deutschlands werden vom Bundesamt für Naturschutz herausgegeben, die Bayerischen Roten Listen vom Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

 


Schwade

Als Schwade wird abgeerntetes Grüngut bezeichnet, das zusammengerecht und in größeren Reihen zum Trocknen und Abtransport abgelegt wird.

 


Seitenmoräne

Ungeschichtetes Gemisch aus Gesteinsbruchstücken unterschiedlicher Größe und Form, das beim Rückzug bzw. Abschmelzens einer Gletscherzunge an deren seitlichen Rändern zurückbleibt. Die Art der Gesteine kann je nach Einzugsbereich des Gletschergeschiebes deutlich variieren. Die Moränenwälle prägen heutzutage die Hügellandschaft in unserem Landkreis.

 


Stickstoff-Eintrag

Überschüssiger Stickstoff, der durch Landwirtschaft, Verkehr und Industrie freigesetzt wird, gelangt über die Luft (Ammoniak und Lachgas) oder durch Grund- und Oberflächengewässer (Nitrat) auch in wertvolle Biotop-Flächen. Die Folge ist eine zunehmende Versauerung von Böden und Gewässern und eine Nährstoffanreicherung (Eutrophierung). Biotope wie Magerrasen oder Moore werden dadurch beeinträchtigt. Ursache ist, dass deren spezifische Pflanzen- und Tiergesellschaften, die an nährstoffarme Bedingungen angepasst und nur dort konkurrenzfähig sind, durch nährstoffliebende „Allerweltsarten“ verdrängt werden.

 


Streuwiese

Form der bäuerlichen Nutzung einer Wiesenfläche, deren nährstoffarmer Bewuchs nicht als Viehfutter geeignet ist. Das minderwertige Schnittgut wird daher als Einstreu für den Viehstall verwendet.

 


Trittstein

Ein Biotop, das genetische Austauschmöglichkeiten zwischen sonst voneinander getrennten Lebensräumen gewährleistet. Arten, die auf diese Verbindung angewiesen sind, sind in diesen Biotopen als wertgebend anzusprechen.

 


Verbultung

Bulten sind runde, in ausgeprägten Stadien zylinderförmige Bodenerhebungen, die aus Horsten bestimmter Gräser, vor allem Seggen, hervorgehen. Sie bilden sich vor allem in nassem, moorigem Gelände und machen die Flächen schwer begehbar. Streuwiesen müssen regelmäßig gemäht werden, um das Aufkommen von Bulten zu verhindern, denn durch diese würden viele Arten verdrängt werden. Zudem würde die Pflege erschwert, da bultiges Gelände meist nicht mit größeren Geräten, wie Balkenmähern bearbeitet werden kann.

 


Wertgebende Arten

Arten, die einem Biotop Schutzwürdigkeit verleihen,  in erster Linie seltene Arten; Es können aber Arten sein, die wesentlich sind für den Bestand anderer seltener Arten, z.B. als Futterpflanze für besondere Schmetterlingsraupen.
Auch Arten, die anderswo nicht selten sind, können wertgebend sein, wenn sie einen Vorposten außerhalb ihres Hauptverbreitungsgebiets bilden, etwa Alpenpflanzen, die als Relikte aus der Eiszeit vereinzelt im Alpenvorland vorkommen.