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Der Starnberger See - ein Paradies für Wasservögel

Flussseeschwalben und Lachmöwen in der Bucht von St. Heinrich (Foto: A.Gehrold)
Flussseeschwalben und Lachmöwen in der Bucht von St. Heinrich (Foto: A.Gehrold)

Der Starnberger See wird ganzjährig von einer Vielzahl an Wasservögeln genutzt. Doch das Spektrum der Arten ist ebenso wie die Anzahl der zu beobachteten Wasservögel jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. Während in den Wintermonaten bis zu 25.000 Wasservögel am Starnberger See zu beobachten sind, sinkt die Anzahl in den Sommermonaten auf weniger als 2.000.

Im Sommer ist der Starnberger See ein wichtiger Brutplatz für Flussseeschwalbe und Lachmöwe. Beide Arten brüten auf einem vom LBV betreuten Brutfloß in der Bucht von St. Heinrich. Mit 30 - 40 Brutpaaren zählt die Flussseeschwalbenkolonie am Starnberger See zu den großen Kolonien in Bayern. Ausführliche Informationen über die Flussseeschwalbe, das Brutfloß und die Ereignisse in den einzelnen Jahren finden Sie hier . Die Lachmöwenkolonie bei St. Heinrich umfasst ca. 170 Brutpaare und ist damit die größte Lachmöwenkolonie im Landkreis Starnberg. 

Neben Flussseeschwalben und Lachmöwen brüten folgende Wasservögel regelmäßig  – meist in geringen Stückzahlen - am Starnberger See: Blässhuhn, Stockente, Gänsesäger, Haubentaucher, Kolbenente, Höckerschwan, Graugans, Kanadagans und Teichhuhn.

Der häufig zu beobachtende Kormoran brütet nicht am Starnberger See, er hat aber auf den Bäumen der Roseninsel einen Schlafplatz. Dort können bei guten Beobachtungsbedingungen bis zu 100 Individuen beobachtet werden.

Der Starnberger See hat zentrale Bedeutung für den Vogelzug – er ist ein international bedeutsames Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel und daher als Ramsar und Natura 2000 - Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

 

In den Monaten von September bis April können regelmäßig 20.000, in manchen Jahren bis zu 25.000 Wasservögel beobachtet werden, die am Starnberger See rasten oder überwintern. Von September bis April findet die  Internationale Wasservogelzählung  statt, die am Starnberger See bereits seit über 50 Jahren regelmäßig durchgeführt wird.

 

In der  Grafik  werden die Tagesmaxima und die Wintersummen  (d.h. die aufaddierten Ergebnisse der monatlichen Zähltermine von September bis April) der Jahre ab 1981 gesamthaft dargestellt.

 

 

In nebenstehendem Phänologiediagramm (kann durch Klicken vergrößert werden)  werden die Ergebnisse der Wasservogelzählung der Jahre von 2003 bis 2024 über die Wintermonate September bis April gesamthaft dargestellt.

 

In der Grafik erscheinen Mittelwert, Minimum und Maximum des Gesamtbestandes an Wasservögeln seit dem Jahr 2003 sowie die Zahlen aus der Zählsaison 2023/2024. Zusätzlich werden die Jahre angezeigt, in denen Minimum und Maximum erreicht wurde.

Wasservögel vor Bergkulisse (Foto: H.Guckelsberger)
Wasservögel vor Bergkulisse (Foto: H.Guckelsberger)

In den Hochwintermonaten November bis Januar werden die maximalen Bestände an Wasservögeln erreicht. Allerdings ist die Artenzusammen-setzung in den einzelnen Monaten sehr unterschiedlich. Kolbenenten sind bspw. hauptsächlich in den Monaten September bis November zu beobachten, die Schellente  ist dagegen in größeren Individuenzahlen erst ab Dezember am Starnberger See zu sehen.

 

Im Winter können über 40 Wasservogelarten am Starnberger See beobachtet werden. Die Arten umfassen folgende Vogelgruppen: Schwäne, Gänse, Gründelenten, Tauchenten, Säger, Lappentaucher, Seetaucher, Kormorane, Rallen, Reiher, Möwen und Seeschwalben. Die besten Beobachtungspunkte im Winter sind die Starnberger Bucht, die Seeshaupter Bucht sowie das Gebiet rund um die Roseninsel.

 

Als sehr häufige Arten (mit Wintersummen über 10.000 Individuen) treten am Starnberger See das Blässhuhn, die Reiherente und die Tafelente auf.

 

Häufige Arten (mit Wintersummen zwischen 1.000 und 10.000 Individuen) sind Graugans, Stockente, Kolbenente, Schellente, Haubentaucher und Lachmöwe.

 

Mittelhäufige Arten (mit Wintersummen zwischen 100 und 1000 Individuen) sind Höckerschwan, Kanadagans, Gänsesäger, Zwergtaucher, Schwarzhalstaucher, Prachttaucher, Kormoran und Mittelmeermöwe.

 

Daneben sind auch noch viele seltene Arten wie bspw. Samtente, Sterntaucher, Eistaucher, Ohrentaucher, Rothalstaucher und Steppenmöwe zu beobachten. Über einige der seltenen Arten kann man in diesem Bericht nachlesen.

 

Auf den folgenden Seiten werden einige Wasservogelarten kurz zusammen mit den Ergebnissen aus der Wasservogelzählung vorgestellt. Einfach auf das Bild klicken.