Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Wassersport und Vogelschutz

Störung durch Paddler  (Foto: A.Gehrold)
Störung durch Paddler (Foto: A.Gehrold)

 

 

 

Der Starnberger See ist ein Ramsar und Natura 2000-Vogelschutzgebiet. . Er friert fast nie zu und zählt deshalb (neben Ammersee und Chiemsee) zu den wichtigsten Überwinterungsplätzen für Wasservögel im Voralpenland. Jeden Winter wird er von über 20.000 Wasservögeln genutzt. Um ein auskömmliches Miteinander zwischen der Nutzung des Starnberger Sees als Wassersportgebiet und den Bedürfnissen des Vogelschutzes zu erreichen, gelten im Sommer- bzw. Winterhalbjahr folgende Regelungen:

 

 

 

Im Sommerhalbjahr (April bis Oktober) gilt für alle Wassersportarten:

 

Der Großteil des Starnberger Sees kann von Wassersportlern genutzt werden. Die ganzjährigen Schutzgebiete sind relativ kleinräumig und dienen vor allem der Fortpflanzung von Fischen und Vögeln. Sie liegen entlang der Schilfzonen und in seichten Buchten und dürfen nicht befahren werden. Im Sommer sind sie mit Bojen und Schildern markiert.

 

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die nördlich gelegene Würm zwischen Starnberg und Leutstetten zum Schutz der Brutvögel von 01. März bis 30. Juni nicht befahren werden darf.

 

 

Im Winterhalbjahr (November bis März) gelten für die einzelnen Wassersportarten folgende Regelungen: 

 

Segeln:

 

Der Bayerische Seglerverband (BSV), die Segelclubs vor Ort und ihre Mitglieder sind in Bezug auf den Wasservogelschutz an den großen Voralpenseen die absoluten Vorreiter. Bereits 1997 haben sie sich in einer freiwilligen Vereinbarung dazu verpflichtet, in den Ramsargebieten (Starnberger See, Ammersee, Chiemsee) von 01. November bis 31. März gänzlich auf die Ausübung des Segelsports zu verzichten. Der BSV, dem somit ein wichtiger Vorbildcharakter zukommt, hat diese Selbstverpflichtung all die Jahre hindurch immer wieder bestätigt.

 

 

Rudern:

 

Auch der Baye­rische Ru­der­verband hat sich 1997 in einer frei­willi­gen Verein­ba­rung mit dem Um­welt­minis­terium zur Rücksicht­nahme ver­pflich­tet.

Die örtlichen Rudervereine wie MRSV, MRC und Tutzinger Ruderverein  befahren den See nur auf einem mittig gelegenen Korridor für Sportruderer. Sie meiden also die ufernahen Abschnitte, auf die die Wasservögel bei der Futtersuche angewiesen sind. Dabei wird die Starnberger Bucht möglichst fern von beiden Ufern verlassen und es wird etwa die Seemitte befahren. Sicherheitsgründe sprechen dafür, für die Fahrt nach Süden den westlichen Teil und für die Fahrt nach Norden den östlichen Teil die­ses mittleren Fahr­strei­fens zu nutzen.

Dabei gelten von November bis März folgende zeitlichen Einschränkungen. Unter der Woche darf ab 10 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang gerudert werden, am Wochenende ab 9 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang.

 

 

Stand-Up Paddeln, Surfen, Kajak, Kanu, Bootsbetrieb:

 

Im Winterhalbjahr brauchen die weit gereisten Zugvögel Ruhe, um ihren Energiebedarf zu decken. Nur so können sie ihre Körpertemperatur aufrechterhalten und gleichzeitig Fettreserven für die Überwinterung und den Rückflug in die Brutgebiete aufbauen und schonen. Bei der Futtersuche sind sie auf ufernahen Flachwasserzonen angewiesen, in denen sie ihre Nahrung erreichen können (v. a. Muscheln und Wasserpflanzen). Diese Zonen wurden als Winterruhezonen ausgewiesen. Sie gelten von 01. November bis 31. März und umfassen die Umgebung der Roseninsel, Karpfenwinkel, Nordbucht, Südbucht und Ostufer. Kommt es hier zu Störungen, werden oft Tausende Vögel aufgeschreckt und fliehen. Gerade solche „Kaltstarts“ zehren an den Energiereserven, die für die Vögel während der kalten Jahreszeit lebenswichtig sind.

 

 

Halten Sie deshalb bitte immer Abstand zu großen Vogelansammlungen (>300 m) und planen Sie Einstiegstellen und Routen im Winter nur außerhalb der Ruhezonen für Wasservögel.

 

Seit 2019 wird seitens des LBV Starnberg und der Gebietsbetreuung Starnberger See versucht, durch Gespräche mit den Wassersportlern die notwendige Rücksichtnahme zu erreichen. Der LBV Starnberg, die Gebietsbetreuung Starnberger See und die Wassersportler wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Private Paddler, Surfer & Co. können sich im Sommer bei den Wassersportschulen und Verleihstationen am See nicht nur mit hochwertigem Material ausstatten und die richtigen Skills lernen, sondern sich auch über die Schutzgebiete und Befahrungsregeln informieren.

Von Nord nach Süd:

 

SUP Club Starnberg

Steg 1 SUP Center Possenhofen

Gastlboote Leoni

Nordbad Tutzing

Surftools SUP Center Ambach

Wassersportcenter St. Heinrich

Kanu-Bavaria St. Heinrich

 

Bei diesen Stationen liegt auch ein Flyer über Schutzgebiete und Befahrungsregeln am Starnberger See. aus. Diesen Flyer kann man hier herunterladen.

 

(Text: Andrea Gehrold/Pit Brützel)