Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Das Manthal

Der Lüßbach im Manthal (Foto: Wolfgang Spatz)
Der Lüßbach im Manthal (Foto: Wolfgang Spatz)

Das Manthal liegt nahe dem Nordostufer des Starnberger Sees im Bereich der Gemeinden Berg und Starnberg. Das zweieinhalb Kilometer lange Tal am Unterlauf des Lüßbach zeigt das wellig bewegte Relief einer eiszeitlichen Jungmoränen­landschaft und weist als traditionell kleinbäuerlich genutzte, kleinräumig strukturierte Kulturlandschaft am Siedlungsrand eine Vielzahl an artenreichen Landschafts­elementen auf. Ein Teil des Tals ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

 

Weithin sichtbare historische Wahrzeichen des Gebiets sind im Westen das Schloss Kempfenhausen, im Osten in Harkirchen die kleine Kirche St. Peter und Paul, neuerdings überragt von den vier Windrädern der Gemeinde Berg im Waldgebiet der Wadlhauser Gräben. Am Südrand des Gebiets durchbricht der Lüßbach im namengebenden "Manthal" tief eingeschnitten einen bewaldeten Moränenwall. Nördlich davon weitet sich das Tal, der Lüßbach mäandert bis zum Ort Manthal durch Wald und Wiesen, im Umfeld gibt es einzelne kleine Fischteiche. Der weitere Lüßbachverlauf ist weitgehend begradigt und von Büschen und Bäumen gesäumt. In bachnahen Ufer- und Hanglagen überwiegt extensive Grünlandnutzung (Mähwiesen, Weiden) mit eingestreuten Büschen, Einzelbäumen, Hecken und Gehölzen, in bachferneren Lagen gibt es auch Ackerbau (Getreide, Mais). Nennenswerte Tierhaltung (Pferde, Schafe, Hühner) betreibt nur noch ein Pferdehof nahe Percha. Zwei Bauernhöfe mit umgebenden Obstwiesen werden nicht mehr bewirtschaftet und verpachten ihre Ländereien. Von Gärten umgebene Siedlungsgebiete sind der Ort Manthal sowie Randlagen von Kempfenhausen und Percha. Im Süden und Osten angrenzend sind Fichtenforste und Buchenmischwälder, im Westen eine Klinik-Parkanlage mit alten Baumbestand.

Manthal - Blick auf Schloß Kempfenhausen (Foto: Wolfgang Spatz)
Manthal - Blick auf Schloß Kempfenhausen (Foto: Wolfgang Spatz)

Das über 125 ha große Untersuchungsgebiet umfasst im Internetportal "ornitho.de" drei Orts­­bezeichnungen: zentral gelegen das "Nördliche Manthal", angrenzend nach Süden und Norden die Talbereiche "Manthal" bzw. "Lüßbachtal vor Percha".

 

Die landschaftliche Schönheit und ornithologische Vielfalt des Manthals erschließt sich erst bei genauerem Hinsehen, auf den ersten Blick wirkt diese Gegend unspektakulär. Der überraschend große Artenreichtum ergibt sich aus der kleinräumigen Strukturvielfalt mit mosaikartiger Verzahnung verschiedener Landschaftselemente. 

 

Wolfgang Spatz, der seit 2005 im Gebiet lebt, kartierte im Jahr 2016 auf zwei Kartierrouten in vielen Kartierungsgängen das Gebiet. Insgesamt wurden 97 Vogelarten festgestellt. Davon wurden 67 Arten als Brutvögel eingestuft, darunter viele Arten der Rote Liste. Die Dokumentation der Kartierung umfasst neben einer gut illustrierten Beschreibung des Manthals die Liste der nachgewiesenen Beobachtungen aus dem Jahr 2016 sowie aus den Vorjahren. Für einige ausgewählte Vogelarten werden die Beobachtungen detailliert dargestellt und mit guten Fotos illustriert. Den Bericht über die Vogelwelt des Manthals  findet man hier.

weitere Beobachtungsgebiete