Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Der Schwarzspecht (Dryocopus martius)

Schwarzspechtweibchen (Foto: Antje Geigenberger)
Schwarzspechtweibchen (Foto: Antje Geigenberger)

 

 

Mit seinem prächtigen schwarzen Federkleid und der leuchtend roten Färbung am Hinterkopf, die beim Männchen bis auf die Kopfplatte reicht, ist der Schwarzspecht nicht nur unsere größte, sondern auch unsere auffälligste heimische Spechtart. Er verfügt über eine Körperlänge von 45-47 cm und seine Flügelspannweite umfasst bis zu 68 cm. Im Flug ist der Schwarzspecht durch seine Größe, seinen langen Hals und den leicht höher gestellten Kopf gut erkennbar. Unverwechselbar sind sowohl seine verschiedenen Rufe  als auch sein lautes Trommeln, das im Vergleich zu anderen Spechtarten recht langsam ist und weit durch den Wald hallt.

  

 

 

Eine schöne Darstellung des Schwarzspechts findet man in folgendem Video von Susanne Hoffmann:

Schwarzspechtmännchen (Foto: Antje Geigenberger)
Schwarzspechtmännchen (Foto: Antje Geigenberger)

Der Schwarzspecht benötigt für seine Brut- und Schlafhöhlen Altholzbestände, vorzugsweise aus mindestens 80 Jahre alten Buchen und Kiefern, die über hohe, dicke und glattrindige Stämme verfügen, damit Fressfeinde wie Marder nicht zur Bruthöhle hinaufklettern und sie ausräumen können. Altholz und stehende Totholzbäume in naturnahen Nadel- und Mischwäldern bieten dem Schwarzspecht neben geeigneten Höhlenbäumen und Trommelplätzen auch seine Nahrungsgrundlage: Larven, Imagines von Ameisen, Puppen, Borken- und andere Käfer, Raupen, Spinnen und kleine Schnecken gehören zu seinen Leibspeisen.

 

Das Verbreitungsgebiet des Schwarzspechtes reicht von Spanien im Westen bis Kamtschatka und Japan im Osten und erstreckt sich über die gemäßigte und die boreale Zone. In ganz Mitteleuropa ist der Schwarzspecht Brut- und Jahresvogel, so auch im Landkreis Starnberg

Schwarzspechtmännchen (Foto: Ursula Wiegand)
Schwarzspechtmännchen (Foto: Ursula Wiegand)

Der Schwarzspecht ist eine der wenigen Vogelarten, die von den Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte in der Forstwirtschaft hin zu schnellwüchsigen Nadelhölzern profitiert hat und sowohl sein Verbreitungsareal vergrößern als auch seine Individuenzahlen erhöhen konnte. Solange einige ältere Buchen, seine bevorzugten Höhlenbäume, eingestreut sind, findet der Schwarzspecht auch in Fichten- und Kiefernbeständen geeignete Biotope, da diese für Käfer-, Larven- und Rossameisenbefall anfälligen Monokulturen zu jeder Jahreszeit ein reichhaltiges Nahrungsangebot bieten.

 

Dennoch zollt auch diese Vogelart regionalem und lokalem Lebensraum- und Totholzverlust durch intensive waldwirtschaftliche Nutzung wie Kahlschlag und Biozideinsatz und Umforstungsmaßnahmen zur Abfederung von Folgen des Klimawandels Tribut.

Schwarzspechtweibchen (Foto: Antje Geigenberger)
Schwarzspechtweibchen (Foto: Antje Geigenberger)

Wie alle Spechte spielt auch der Schwarzspecht in seinem Habitat als Nisthöhlenarchitekt eine unschätzbare Rolle im Ökosystem Wald. Typische Nachmieter in ehemaligen Schwarzspechthöhlen sind zum Beispiel Hohltauben, Dohlen, Schellenten, Zwerg- und Mittelsäger, Raufußkäuze, Waldkäuze, Eichhörnchen, Baummarder, Haselmäuse, Siebenschläfer, Fledermäuse oder auch Hornissen und Wildbienen. Maßnahmen zum Schutz des Schwarzspechtes und zum Erhalt seiner Höhlenbäume sind daher auch für den Schutz vieler dieser gefährdeten Höhlenbrüter äußerst wertvoll.

 

(Text: Hella Wittmeier)

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