Gemeinsam Bayerns Natur schützen

LBV Kiebitz-Zaun-Projekt auf Ascheringer Feuchtbrache

14.07.2026

Der Kiebitz (Vanellus vanellus) war als ausgesprochener Kulturfolger einst auf vielen unserer Wiesen, Weiden und Äckern anzutreffen. Doch durch die weitreichenden Veränderungen und die Intensivierung der Landnutzung sind seine Bestände stark zurückgegangen. In vielen Regionen Deutschlands ist er bereits verschwunden. Laut dem DDA ist der deutsche Bestand zwischen 1992 und 2016 um 88 Prozent zurückgegangen. Auch europaweit haben sich die Bestände seit 1980 mehr als halbiert, wie der EBCC angibt. Die Art gilt daher in Europa als gefährdet und in Deutschland als stark gefährdet.

Auch im Landkreis Starnberg gibt es nur noch einige Restpopulationen ehemaliger Kolonien. Der Bruterfolg ist oft gering. Neben dem Verlust an Lebensräumen stellen Störungen durch menschliche Freizeitaktivitäten – vor allem in Verbindung mit Hunden – sowie das Erbeuten der Gelege bzw. Jungtiere durch Fressfeinde wie Rotfuchs und Wildschwein ein Hauptproblem dar. Im Jahr 2025 wurden im gesamten Landkreis nur noch ca. 11–15 Brutpaare gezählt. Von den etwa sieben geschlüpften Jungtieren hat mit hoher Wahrscheinlichkeit keines überlebt. 

 

Seit letztem Jahr versucht der LBV Starnberg daher, auf einer Traditionsfläche des Kiebitzes nahe Aschering mithilfe eines Schutzzauns Nester und Jungvögel zu schützen. Leider bisher mit wenig Erfolg. Im letzten Jahr verweilte nur noch ein einziger männlicher Kiebitz in diesem Gebiet. Dieses Jahr gab es jedoch Grund zur Hoffnung. Im April wurden mehr als zehn Kiebitze gesichtet. Diese waren aber noch auf dem Durchzug und blieben nur kurz zur Nahrungsaufnahme. Ein Paar entschied sich jedoch zu bleiben und ließ Brutverdacht aufkommen. Es hielt sich über einen längeren Zeitraum auf unserer Fläche auf und verteidigte diese auch gegen mögliche Angreifer aus der Luft. Ab Mai gab es dann aber leider keine Anzeichen mehr. Die Kiebitze waren verschwunden. Die lang anhaltende Kälte im Frühjahr und die anschließende ausgedehnte Trockenperiode haben es dem Kiebitz in diesem Frühjahr aber auch an anderen Standorten schwer gemacht. Wir hoffen auf eine bessere Brutsaison im nächsten Jahr.

 

Erfreulicherweise eignet sich die Fläche aber nicht nur für den Kiebitz. Wir konnten mehrere Brutnachweise von Schwarzkehlchen, Sumpf- und Teichrohrsänger erbringen. Außerdem gab es einige Sichtungen der Bekassine (RL Bayern 1 – vom Aussterben bedroht). 

 

Seit diesem Jahr haben wir außerdem die Pflege der Fläche übernommen. So können wir das Mahdregime perfekt auf die Bedürfnisse der Schilf- und Wiesenbrüter abstimmen. Zusammen mit der Regierung von Oberbayern haben wir hierzu ein Pflegekonzept erstellt. 

 

(Fotos und Text: Claudius Birke)