Unsere diesjährige Exkursion im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Birdwatching mit dem LBV Starnberg“ am Maisinger See fand diesmal 4 Wochen früher als gewohnt statt. Es begann recht
frisch und windig bei bedecktem Himmel und 9° C, aber immerhin trocken und mit 9 gut gelaunten und teilweise bereits bekannten Teilnehmern.
Als Unterstützung der Exkursionsleitung begleitete uns auch dieses Jahr wieder Ulla Bulla.
Gleich auf dem See diverse Wasservögel: Neben den hier auch dieses Jahr wieder brütenden Höckerschwänen (mit 5 Jungtieren aus der letzten Brutsaison) waren auch 3 Paare Kolbenenten, zwei
Paare Schnatterenten, einige Tafelenten, Stockenten sowie zwei Graureiher zu beobachten. Über dem See kreisten und kreischten ca. 14 Lachmöwen, die aber leider nur kurz zu Besuch waren und
seit einigen Jahren hier nicht mehr brüten.
Gleich zu Beginn ein erstes Highlight: Ein Rotmilan mit Nistmaterial. So konnte es gut losgehen.
Auf unserem Rundweg waren die meisten Waldvögel in erster Linie zu hören, die wenigsten wollten sich auch zeigen. Auf dem Weg vor uns jedoch ein wunderschönes Gimpel-Pärchen. Überall der Zilpzalp
und viele Mönchsgrasmücken und Amseln, unüberhörbar. Später dann kamen der Gesang des Fitis dazu und auch die Singdrossel ließ nicht lange auf sich warten. Und immer wieder der melodisch
traurige Gesang der Misteldrossel.
Am Einlauf des Maisinger Sees vermissten wir natürlich die später im Jahr hier zahlreichen Rohrsänger. Aber immerhin eine Heckenbraunelle ließ sich blicken und hören. Am Himmel dann erschien ein
Schwarzmilan, auch Turmfalken waren zu erkennen.
Und dann unser zweites Highlight: in größerer Entfernung turnte ein männliches Blaukehlchen im Schilf und flog immer wieder auf, der Gesang war auf Grund der Entfernung nicht zu
hören, aber alle haben es gesehen! Dank an den Entdecker!
Ein Rätsel am Wegesrand, ein kleines vorjähriges Nest, gebaut nur aus Gräsern, war nicht sofort lösbar. Nach umfangreichen Recherchen wird es sich aber wohl um ein Nest der hier sehr
häufigen Mönchsgrasmücke gehandelt haben.
Auf dem Rückweg durch den Wald waren dann viele Tannenmeisen, Zaunkönige und Kleiber zu hören.
Und plötzlich, für alle gut hörbar, der typische Ruf des Kuckucks aus der Ferne. 3-4 mal, aber immerhin, unser erster Kuckuck in dieser Saison.
Weiter ging es über viele grüne Wiesen, auf denen aber nur einige Amseln zu sehen waren.
Immer wieder war auch das Flügelschlagen der Ringeltauben zu hören. Und dann, in einer kleinen Fichte, rappelte und wackelte und zappelte es ziemlich heftig, ... Die Frage: „Was machen die
denn da?“ rief allgemeine Heiterkeit hervor und wurde für den Rest der Exkursion zum running Gag...
Gegen Ende der 3-stündigen Exkursion wurden wir dann auch noch Zeugen eines seltenen Schauspiels: Ein Rotmilan-Pärchen zeigte laut rufend seinen spektakulären Balzflug, wobei sich beide mehrmals
im Synchronflug zeigten sowie mindestens 4 mal in atemberaubendem Trudelflug. Hierbei greifen sich die Partner an den Fängen und stürzen trudelnd und kreisend aus großer Höhe nach unten herab.
Ein einmaliges Erlebnis aus nächster Nähe!
Hinzu kam, dass ein dritter Rotmilan die beiden anderen bedrängte und wir so 3 Rotmilane dabei beobachten konnten, wie sie sich gegenseitig über und im Wald auch im Tiefflug verfolgten,
sensationell!
Das war nun der krönende Abschluss unserer Exkursion. Leider konnten wir nicht herausfinden, wo sich das Nest der Rotmilane befand. Die ebenfalls anwesenden 4 Mäusebussarde wirkten neben diesem
Spektakel eigentlich mehr wie Statisten.
Alles in Allem war es ein sehr abwechslungsreicher und schöner Exkursionstag mit einem Ergebnis von ca. 46 verschiedenen Vogelarten, die Ursula Wiegand an diesem Tag in ihre
Tagesliste auf ornitho.de eintragen konnte. Impressionen: