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Zusammenfassung "Birdwatching mit dem LBV Starnberg" 2026

29.05.2026

In diesem Jahr konnten wir fünf Führungen anbieten, die in unterschiedliche Gebiete führten.

Den Auftakt machte am 16. April Ursula Wiegand. Sie führte an den inzwischen wohl bekannten Maisinger See. Nachfolgend ihr Bericht zur Exkursion:

 

Unsere diesjährige Exkursion  im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Birdwatching mit dem LBV Starnberg“ am Maisinger See fand diesmal 4 Wochen früher als gewohnt statt. Es begann  recht frisch und windig bei bedecktem Himmel und 9° C,  aber immerhin trocken und mit 9 gut gelaunten und teilweise bereits bekannten Teilnehmern.

Als Unterstützung der Exkursionsleitung begleitete uns auch dieses Jahr wieder  Ulla Bulla.

Gleich auf dem See diverse Wasservögel:  Neben den hier auch dieses Jahr wieder brütenden Höckerschwänen (mit 5 Jungtieren aus der letzten Brutsaison) waren auch 3 Paare Kolbenenten, zwei Paare Schnatterenten, einige Tafelenten,  Stockenten sowie zwei Graureiher zu beobachten. Über dem See kreisten und kreischten ca. 14 Lachmöwen, die aber leider nur kurz zu Besuch waren und seit einigen Jahren hier nicht mehr brüten.

 

Gleich zu Beginn ein erstes Highlight: Ein Rotmilan mit Nistmaterial. So konnte es gut losgehen.

 

Auf unserem Rundweg waren die meisten Waldvögel in erster Linie zu hören, die wenigsten wollten sich auch zeigen. Auf dem Weg vor uns jedoch ein wunderschönes Gimpel-Pärchen. Überall der Zilpzalp und viele Mönchsgrasmücken und Amseln, unüberhörbar. Später dann kamen der Gesang des Fitis dazu und auch die Singdrossel ließ nicht lange auf sich warten. Und immer wieder der melodisch traurige Gesang der Misteldrossel.

Am Einlauf des Maisinger Sees vermissten wir natürlich die später im Jahr hier zahlreichen Rohrsänger. Aber immerhin eine Heckenbraunelle ließ sich blicken und hören. Am Himmel dann erschien ein Schwarzmilan, auch Turmfalken waren zu erkennen.

 

Und dann unser zweites Highlight: in größerer Entfernung turnte ein männliches Blaukehlchen im Schilf und flog immer wieder auf, der Gesang war auf Grund der Entfernung nicht zu hören, aber alle haben es gesehen! Dank an den Entdecker!

 

Ein  Rätsel am Wegesrand, ein kleines vorjähriges Nest, gebaut nur aus Gräsern, war nicht sofort lösbar. Nach umfangreichen Recherchen wird es sich aber wohl um ein Nest der hier sehr häufigen Mönchsgrasmücke gehandelt haben.

 

Auf dem Rückweg durch den Wald waren dann viele Tannenmeisen, Zaunkönige  und Kleiber zu hören.

 

Und plötzlich, für alle gut hörbar, der typische Ruf des Kuckucks aus der Ferne. 3-4 mal, aber immerhin, unser erster Kuckuck in dieser Saison.

Weiter ging es über viele grüne Wiesen, auf denen aber nur einige Amseln zu sehen waren.

Immer wieder war auch das Flügelschlagen der Ringeltauben zu hören. Und dann, in einer kleinen Fichte, rappelte und wackelte  und zappelte es ziemlich heftig, ... Die Frage: „Was machen die denn da?“ rief allgemeine Heiterkeit hervor und wurde für den Rest der Exkursion zum running Gag...

 

Gegen Ende der 3-stündigen Exkursion wurden wir dann auch noch Zeugen eines seltenen Schauspiels: Ein Rotmilan-Pärchen zeigte laut rufend seinen spektakulären Balzflug, wobei sich beide mehrmals im Synchronflug zeigten sowie mindestens 4 mal in atemberaubendem Trudelflug. Hierbei greifen sich die Partner an den Fängen und stürzen trudelnd und kreisend aus großer Höhe nach unten herab. Ein einmaliges Erlebnis aus nächster Nähe!

Hinzu kam, dass ein dritter Rotmilan die beiden anderen bedrängte und wir so 3 Rotmilane dabei beobachten konnten, wie sie sich gegenseitig über und im Wald auch im Tiefflug verfolgten, sensationell!

Das war nun der krönende Abschluss unserer Exkursion. Leider konnten wir nicht herausfinden, wo sich das Nest der Rotmilane befand. Die ebenfalls anwesenden 4 Mäusebussarde wirkten neben diesem Spektakel eigentlich mehr wie Statisten.

 

Alles in Allem  war es ein sehr abwechslungsreicher und schöner Exkursionstag mit einem Ergebnis von ca. 46 verschiedenen Vogelarten, die Ursula Wiegand an diesem Tag  in ihre Tagesliste auf ornitho.de eintragen konnte. Impressionen:

 

2. Exkursion: Mühltal

Pit Brützel führte am 18.4. – also bereits zwei Tage darauf - mit Antje Geigenberger ins Mühltal zwischen Gauting und Starnberg. Bei der Exkursion waren es aufgrund der kurzfristigen Ankündigung doch noch knapp 10 Teilnehmer.  Vier davon waren sogar aus Eching im Münchner Norden angereist. Bei herrlichem Wetter war die Gruppe rund drei Stunden von 8 – 11 Uhr unterwegs und konnte gut 30 Arten entdecken, darunter einige Highlights:

 

-        Eine sehr kooperative (Fotografen) Wasseramsel gleich zu Beginn

-        Ein Waldbaumläufer, der Futter ins sein Nest direkt am Weg einträgt

-        Singende Hohltauben

-        1 singender Waldlaubsänger, den Antje entdeckt hat

 

Daneben die üblichen Arten, aber auch Gebirgsstelze, Gänsesäger, Mandarinente. Von den teilweise recht kundigen Teilnehmern kam ein sehr positives Feedback.

 

3. Exkursion: Unterbrunner Holz

Wie in den Vorjahren führte Gerhard Huber am 25.04. die dritte Exkursion ins Unterbrunner Holz. Bei herrlichem Wetter konnten die Teilnehmer den Gesang der Feldlerchen auf den Feldern genießen und seltene Durchzügler beobachten. Ein Highlight war der Anblick eines Braunkehlchens aus nächster Nähe. Auch ein Steinschmätzer und eine Klappergrasmücke waren zu sehen.

 

4. Exkursion: Grubmühler Feld

In diesem Jahr konnten wir mit Claudia Höll eine neue Exkursionsleitung für ein neues Exkursionsgebiet anbieten. Claudia gestaltete die Exkursion am 17.5. als Abendspaziergang entlang der Würm ins Grubmühler Feld. Die Beobachtungen standen ganz im Zeichen des Frühlings. So konnten Wasseramseln, Bachstelzen, Stare, Buntspechte und Turmfalken bei der Fütterung ihres Nachwuchses beobachtet werden. Weitere beobachtete Arten waren unter anderem Mandarinente, Grünspecht, Mauersegler, Dohle, Grauschnäpper, Gänsesäger und verschiedene Meisen.

 

Die bettelnden Jungvögel und die Brutpflege an der Würm kamen super an, und Biber und Fledermäuse rundeten den Abend erfolgreich ab. Es gab äußerst positive Rückmeldungen zum zeitlichen Rahmen dieser Führung. Offenbar ist ein Nachmittag/Abend eine gute Alternative. Nachfolgend Impressionen von Claudia.

5. Exkursion: Esssee

 

Fast schon traditionell endete die Exkursionsreihe am Esssee. Lisa Trost vom Max-Planck-Institut, Seewiesen führte am 22. Mai in gemütlicher Runde um den See. Im Anschluss erfolgte ein kleiner Abstecher durch das Institutsgelände, um ein wenig über dessen Geschichte zu erfahren. Es wurden 33 Arten gesichtet und gehört.

 

 

Mit fast 50 vogelinteressierten Personen war die Reihe auch in diesem Jahr wieder gut besucht.

Wir bedanken uns bei den ehrenamtlichen Leitungen für ihr Engagement sowie bei den Teilnehmern für ihre Spenden, die der Arbeit des LBV zugutekommen.

 

(Fotos: wie beschrieben - Text Katharina Roppert-Engert)