Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Naturkundliche Wanderung im Pioniergelände Krailling

01.06.2026

Der ehemalige Pionierübungsplatz in der Gemeinde Krailling ist einer der letzten Reste der früher großflächig rund um München typischen Trockenbiotopkomplexe. Seit dem Ende der militärischen Nutzung zu Beginn der 90-iger Jahre werden Teilbereiche des Gebietes vom LBV Starnberg in Kooperation mit dem zuständigen Bundesforstamt und mit Unterstützung der Gemeinde Krailling gepflegt und entwickelt. Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde eine ganz spezielle Wanderung durch das Gelände organisiert. Die Fachleute der Arbeitsgruppen Landschaftspflege, Schmetterlinge, Botanik und Amphibien und Reptilien leisteten jeweils einen Beitrag und gaben den rund 30 Interessierten bei bestem Wetter umfangreiche Auskünfte. 

 

Fangzelt, Dr. Klaus Gottschaldt
Fangzelt, Dr. Klaus Gottschaldt

Zu Beginn informierte Horst Guckelsberger, der Ehrenvorsitzende der Kreisgruppe, über die Geschichte des Geländes: von der Würmeiszeit über die Zeit der Pioniernutzung von 1935 bis 1992 bis zum derzeitigen Zustand. Des Weiteren ging er auf die über dreißigjährige Pflege des Gebiets durch den LBV in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Krailling und dem Bundesforst ein.

 

Nachts zuvor hatte Klaus Gottschaldt Fangzelte für Tag- und Nachtfalter aufgestellt, um den Anwesenden die Fänge zu zeigen und die Bedeutung des Areals für die Falter näher zu bringen. Die gefangenen Falter wurden wieder freigesetzt.

 

Rudi Netzsch stand mit seinem botanischen Fachwissen Rede und Antwort. Bereits zu Beginn am Parkplatz konnte er einige Arten zwischen den Pflastersteinen identifizieren. Insgesamt konnte er 61 Arten zeigen. Einige davon waren Rote Listen Arten (von der Vorwarnstufe bis zu gesetzlich geschützt).

 

Richard Gebendorfer vom AK Amphibien/Reptilien erläuterte, warum Schlingnattern, Zauneidechsen, Wechselkröten und die blauflügeligen Ödlandschrecken (alle Rote Listen Arten) sehr magere und trockene Standorte benötigen. In der Brückengrube führte er über das Anlegen von Teichen für die verschiedenen Amphiben und Libellen aus.

 

Das Interesse der Teilnehmenden war sehr groß. Es fand zwischendurch immer wieder ein reger Austausch mit den Fachleuten statt.

 

(Text: Stefan Schilling, Bildmaterial: Günther Paschek)

 

 

Fangzelt, Dr. Klaus Gottschaldt
Fangzelt, Dr. Klaus Gottschaldt