Das Toteiskesselmoor „Görbelmoos“ in Gilching ist ein Überbleibsel der letzten Eiszeit. Aus einem verlandeten Toteissee hat sich im Laufe von Jahrtausenden ein Moor entwickelt.
Zunächst entstand ein Niedermoor mit Grundwasseranschluss, das mit der Zeit zu einem von Niederschlägen gespeisten Übergangs- bzw. Hochmoor herangewachsen ist.
Glücklicherweise wurde es nie entwässert oder zur Torfgewinnung genutzt, sodass es heute weitgehend naturbelassen ist. Seit 1976 ist es als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen
und genießt dadurch den höchsten Schutzstatus in Deutschland. Seit 2010 ist es außerdem Teil des europäischen Netzwerks Natura 2000 als sogenanntes
Flora-Fauna-Habitat-(FFH-)Gebiet. Ziel dieses Netzwerks ist der Erhalt der biologischen Vielfalt in der Europäischen Union.
Jedes Land ist verpflichtet, diese Gebiete in einen guten Zustand zu erhalten. Aufgrund klimatischer Veränderungen mit oft langanhaltenden Trockenperioden in den Sommermonaten verändert sich
jedoch das Bild dieses Moores.
Seit einigen Jahren kommen vermehrt Bäume auf, die das Moor komplett überwachsen könnten. Sie beschatten nicht nur die sensible Hochmoor-vegetation, sondern tragen auch zur weiteren Austrocknung
des Moores bei. Der Torfkörper beginnt zu mineralisieren und setzt klimaschädliche Gase frei.