Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Reparatur unseres Nistfloßes bei Seeshaupt

01.04.2026

Im letzten Herbst mussten wir feststellen, dass unser Nistfloss für die Flussseeschwalben eine erhebliche Schieflage hatte. Eine Schadensfeststellung im Wasser war nicht möglich. Wir mussten das Nistfloss also an Land bringen – einfacher gesagt als getan. Aufgrund des geringen Wasserstandes des Starnberger Sees konnte der ursprüngliche Liegeplatz nicht angefahren werden.

Der Yachtclub Seeshaupt bot uns Asyl an. Wir konnten dann die Firma Döhla dafür gewinnen, das Nistfloss noch Anfang November abzuschleppen und in den Hafen des Yachtclubs zu transportieren.

Die Breite der Einfahrt des Hafens betrug zwar 11 Meter, aber bei unserem Nistfloss mit knapp über 9 Meter, musste der Bootsführer, Herr Döhla gut manövrieren, um nicht anzuecken. Wir befanden uns mit Staken auf dem Floß und unterstützten ihn. Wir schafften es einwandfrei in den Hafen.

 

In den nächsten Tagen verstärkte die Zimmerei Greinwald unser Floß mit zwei 450 kg schweren Balken, damit das Floß mit einem Autokran an Land gehievt werden konnte. Der Autokran hob unser Floß mit einer Leichtigkeit an Land. Es wog stolze 12 Tonnen.

 

Das Ausmaß wurde sichtbar

 

Nun sahen wir, dass zwei Kammern der Schwimmkörper undicht waren, wodurch Wasser eingedrungen war und die Schieflage verursacht wurde. Wir nahmen mit dem Schwimmkörperhersteller, der Firma Barro Kontakt auf. Im Januar 2026 fand ein Ortstermin statt, um die Schadensbehebung zu besprechen. Dies gestaltete sich für alle Beteiligten als sehr schwierig. An einem Sonntag im März hatten wir noch einen Termin mit einem Gutachter vor Ort.

 

Zahlreiche Überlegungen wurden angestellt, auch die Zerlegung des Floßes und Transport der Schwimmkörper in das Werk der Firma Barro nähe Mindelheim. Die letztgenannte Idee scheiterte daran, dass man die Hölzer danach nicht mehr auf die Schwimmkörper montieren konnte, weil sich die Hölzer verzogen hätten. Endlich fand man eine praktikable Lösung: Die acht Stirnseiten der Schwimmkörper werden durch einen maßgenauen Deckel verstärkt und angeschweißt. Die beiden undichten Kammern werden ausgebessert und wieder verschweißt.

 

Dann ging es rasch zur Umsetzung:

  • am 05.03. nahmen wir das Aufmaß der Stirnseiten;
  • am 06.03. wurden die Deckel im Werk von der Firma Barro gefertigt;
  • am 09.03. wurde ein provisorischer Starkstromanschluß auf dem Yachtgelände in Abstimmung mit dem Yachtclub montiert;
  • am 10.03. hat die Firma Barro die Schweißarbeiten und die Reparatur bei bestem Wetter vorgenommen.

  

Wettlauf mit der Zeit

Anschließend verfolgten wir die Wetterprognosen, denn bei starkem Wind und einem Wellengang konnte die Aktion zum Liegeplatz nicht erfolgen. Am 16.03. war es soweit, das Wetter spielte mit. Die Zimmerei Greinwald organisierte den Autokran. Dieser hievte mit fachmännischer Präzision das Floß wieder in den Hafen. Im Wasser wurden die starken Balken wieder entfernt. Der Liegeplatz wurde wieder gesäubert und ordentlich hinterlassen.

 

Der nächste Tag begann mit Regen und leichtem Wind. Ab Mittag wurde es windstill und der Regen ließ nach. Wir hatten das nötige Zeitfenster gefunden. Herr Döhla manövrierte fachmännisch das Floß mit unserer Unterstützung zum Liegeplatz. Dort verankerte er es wieder an seinem Platz. Die ersten Seebewohner kamen danach sofort zum Floß, um ihren Schutzbereich wieder in Beschlag zu nehmen: die Karpfen.

 

Wir hatten es rechtzeitig geschafft, das Yachtgelände zu verlassen, und das vor allem vor Beginn der Brutsaison unserer Flussseeschwalben.

 

 

Unser Dank gilt dem großartigen Engagement von Herrn Greinwald und Herrn Döhla, ohne das wir es nicht geschafft hätten, sowie der Firma Barro. Weiterer Dank gebührt dem Yachtclub Seeshaupt, der uns das Gelände zur Verfügung stellte und die Zufahrt zu den verschiedenen Terminen gewährte.

 

(Text: Stefan Schilling, Fotos: Helmut Matthes, Andrea Gehrold)

 

Bildergalerie der Schleppaktion an den Liegeplatz