Als Nächstes ging es zum eigentlichen Ziel, dem im Jahr 2014 abgelassenen „Langen Weiher”. Aufgrund seiner üppigen Vegetation in den letzten Jahren bietet er Bibern einen idealen Lebensraum. Der
Starzenbach schlängelt sich kaum mehr erkennbar hindurch und bildet somit eine Wasserstraße. Diese eignet sich perfekt für die Hauptbeschäftigung der Biber, den Dammbau.
Schon von weitem war die mächtige Biberburg erkennbar. Wie wir erfahren haben, ein sogenannter „Hochbau“. Es handelt sich um eine aus Ästen, Zweigen und Schlamm errichtete Burg,
die meist freistehend im Wasser liegt. Eine andere Bauart ist der „Erdbau“, bei dem die Biber vom Wasser aus in die Uferböschung graben und ihren Wohnbau anlegen, sobald sie sich über dem
Wasserspiegel befinden.
Als wir an der Burg ankamen, erfuhren wir noch allerhand mehr über das Leben der Biber.
So zum Beispiel, dass das Gebiet zwischen 1 und 5 km groß sein kann und sie sehr standorttreue Tiere sind. Im Mai werden 2-3 Junge geboren, die etwa sechs Wochen gesäugt und dann allmählich auf
feste Nahrung umgestellt werden. Der Nachwuchs darf freundlicherweise zwei Jahre im Bau bleiben, danach muss er sich sein eigenes Revier suchen. Revierkämpfe zwischen Bibern sind
daher häufig mit Verletzungen oder sogar dem Tod des Rivalen verbunden. Hier spricht man von einer natürlichen Selbstregulierung, die eine Überpopulation verhindert.