Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Vogelbestimmungskurs 2017

3. Juni 2017

 

Nach einem Jahr Pause wurde im Frühjahr 2017 wieder der Vogelbestimmungskurs des LBV Starnberg an der Volkshochschule Starnberger See angeboten. Am Eröffnungsabend im März hatten sich 12 Teilnehmer eingefunden. Die meisten hatten sich schon einmal mit der Vogelwelt beschäftigt oder hatten Exkursionen besucht. Nun wollten sie ihre Kenntnisse vertiefen bzw. systematisch an die Vogelbestimmung herangeführt werden.

 

Thomas Hafen führte mit seinem Vortrag durch den Eröffnungsabend. Dabei wurde auf Bestimmungsbücher, optische Ausrüstung und die Grundbegriffe der Vogelbestimmung eingegangen. 30 häufige Vogelarten – meist aus der Gruppe der Singvögel – wurden mit Fotos, Gesang und einer kurzen Beschreibung vorgestellt. Da die erste Exkursion an den Starnberger See führen sollte, wurden auch noch die wichtigsten Wasservögel vorgestellt. Eine Fülle an Informationen.

 

Bei der ersten Exkursion ein paar Tage später waren alle Teilnehmer dabei – der sehr umfangreiche Theorieabend hatte also nicht abgeschreckt, sondern motiviert. Patrick Fantou und Pit Brützel leiteten die Exkursion durch den Lennépark bis zur Roseninsel. Im Vordergrund standen die häufigsten Singvögel wie Buchfink, Amsel, Singdrossel, Rotkehlchen, Zilpzalp und Kohlmeise, die anhand des Aussehens und des Gesangs bestimmt wurden. Daneben konnten die Teilnehmer die wichtigsten Wasservögel durchs Spektiv betrachten – mehrere Entenarten, 3 Lappentaucherarten, Graugänse, Lachmöwen, Kormorane und Blessrallen. Das Wetter war nicht allzu freundlich, so dass die Exkursion nach ca. 2,5 Stunden beendet wurde.

 

Die zweite Exkursion ging Mitte April ins Mühltal bei Gauting. Hier standen die Lebensräume „Wald“ und „Fluß“ im Vordergrund. Thomas Hafen und Pit Brützel führten die Teilnehmer bei herrlichem Wetter durch den Wald und an der Würm entlang. Zu sehen gab es viel – Waldbaumläufer konnten an 2 Stellen beobachtet werden, wie sie ihr Nest in einer Baumspalte aufsuchten. Höhepunkt der Exkursion war ein Schwarzspecht, der laut rufend angeflogen kam und sich aus knapp 20 Meter Entfernung von allen Teilnehmern sehr gut beobachten ließ. Große Begeisterung. In der Würm konnten dann noch – wie angekündigt – Gänsesäger, Gebirgsstelze und Wasseramsel beobachtet werden. Am Ende der Exkursion standen knapp 30 Arten auf der Beobachtungsliste.

 

Die dritte Exkursion führte in die Umgebung des Leutstettener Mooses. Andrea Gehrold und Patrick Fantou führten durch die Lebensräume Siedlung, Wald und Feuchtgebiet. Bei dieser Exkursion hörten wir schließlich auch den Gesang einiger weitgereister Zugvögel: Kuckuck, Gartengrasmücke und Rauchschwalbe überwintern in Afrika und treffen daher erst relativ spät im Jahr bei uns ein. Bei den frühbrütenden Arten waren dagegen die ersten Jungen flügge. Ein Amsel-Flüggling saß direkt neben uns am Wegesrand und wurde dort von seinen Eltern gefüttert. Auch Buntspecht und Grauspecht konnten wir bei der Nahrungssuche beobachten.

 

Am 1. Juni 2017 fand der Abschlussabend des Vogelbestimmungskurses in den Räumen der Volkshochschule Starnberg statt. Fast alle Kursteilnehmer war am letzten Abend noch anwesend – ein gutes Zeichen für die Qualität des Kurses und das Interesse der Teilnehmer. Pit Brützel stellte anhand der Artenlisten der 3 Exkursionen noch einmal die wichtigsten Arten vor, die während des Kurses gesehen bzw. gehört worden waren. Dabei wurden in einer Art Quiz die Stimmen der Vögel abgespielt, die Kursteilnehmer sollten dann die Arten bestimmen. Bei den 3 Exkursionen durch unterschiedliche Lebensräume wurden jeweils knapp 30 Arten beobachtet – am Ende des Kurses hatten die Teilnehmer insgesamt ca. 60 Arten gesehen bzw. gehört. In einem Fragebogen wurde die Resonanz der Teilnehmer abgefragt. Alle Teilnehmer äußerten sich sehr positiv über den Kurs, sie werden den Kurs an interessierte Freunde weiterempfehlen und selbst weiter an Exkursionen teilnehmen.

 

(Text: Pit Brützel/Andrea Gehrold)