Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Quagga-Muschel eine Gefahr für unser Gewässerökosystem

Die hochinvasive Quaggamuschel wurde inzwischen sowohl im Starnberger See als auch im Ammersee nachgewiesen. Die Quaggamuschel kann Seen grundlegend verändern und auf verschiedene Art zu Problemen führen. Dies zeigen Beispiele wie am Bodensee oder Chiemsee. Der Pilsensee und der Wörthsee sind derzeit noch nicht befallen. Daher entwickelt die Untere Naturschutzbehörde mit Experten von Behörden und Verbänden Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung zu hemmen und eine Verschleppung in andere Gewässer zu verhindern.

 

Was macht die Quagga-Muschel so bedrohlich?

 

Die Quagga-Muschel (Dreissena rostriformis bugensis) ist eine recht kleine Dreikant-Muschelart mit einer Schalenlänge bis zu drei Zentimetern. Die Schale ist dunkel-hell gestreift und erinnert an das Quagga-Zebra. Sie kommt ursprünglich aus den Flussmündungen im nördlichen Schwarzen Meer. Dort ist die Art in die lokalen Ökosysteme eingepasst. Durch Ballastwassertransporte kam sie vor 30 Jahren zunächst in die großen Seen in Nordamerika. Dort hat sie sich invasiv ausgedehnt und besiedelt heute fast alle dieser Seen als vorherrschende Art.

 

Nur ein sehr geringer Anteil der eingewanderten Arten entwickeln sich invasiv, also werden zu einer Bedrohung der einheimischen Arten und des Ökosystems. Bei der Quagga-Muschel handelt es sich um so eine potentiell hochgefährliche Art. Bislang ist vor allem in Seen noch keine natürliche Begrenzung oder eine Integration in die vorhandenen Ökosysteme vorhanden.

 

 

 

 

Die Quagga-Muschel ist ein hoch effizienter Filtrierer. Das bedeutet, dass sie den anderen planktonfressenden Arten das Futter wegfrisst. Außerdem wird Phosphor in der Muschel akkumuliert. Auch dieser Phosphor steht nicht mehr für die Weitergabe und Produktion in Nahrungsnetzen zur Verfügung.

Invasive Arten wie die Quagga-Muschel breiten sich üblicherweise exponentiell aus, am Anfang der Invasion bleibt die Zahl der Tiere sehr gering.

Die Larven der Quagga-Muschel sind nur unter dem Mikroskop erkennbar. Zudem bewegen sich die Larven frei im Wasser und können durch Luftmatratzen, Boote, SUPs und andere Wassersportgeräte übertragen werden. Auf Oberflächen können sie bis zu fünf Tage überleben, in Restwasser sogar noch deutlich länger.         

     

Klare Regeln helfen

Daher ist es sinnvoll sowohl Maßnahmen für die nicht befallenen als auch für die bereits befallenen Seen zu treffen. Am Wörthsee und Pilsensee hat das Landratsamt Hinweisschilder angebracht, um Badegäste und Wassersportler über die möglichen Risiken und Übertragungswege der Quagga-Muschel zu informieren – und um die „KLAR-Regeln“ verständlich und übersichtlich darzustellen.
Wurden Wassersportgeräte oder vergleichbare Ausrüstung in einem bereits befallenen Gewässer genutzt, ist eine gründliche Reinigung im Anschluss unbedingt erforderlich.

Dabei helfen die sogenannten KLAR-Regeln als Orientierung:

K – Kontrollieren,

L – Leeren,

A – Abspülen und

 

R – Ruhen lassen.

 

K – Kontrollieren bedeutet, die Ausrüstung darauf zu prüfen, ob sie sich in den letzten fünf Tagen in einem anderen Gewässer befunden hat.
L – Leeren steht für das vollständige Entfernen von Restwasser, das jedoch nicht in den See abgelassen werden darf.
A – Abspülen bezeichnet die gründliche Reinigung der Ausrüstung.
R – Ruhen steht für eine Trocknungsdauer von mindestens fünf Tagen.

(Text: Stefan Schilling)

Weitere Informationen

Weitere Informationen und aktuelle Verhaltenshinweise finden Sie auf den Websites des Landratsamts Starnberg und der gwt Starnberg GmbH -
Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung im Landkreis Starnberg mbH
Die Quaggamuschel - Region StarnbergAmmersee