Der Schwalbenschwanz beginnt sein Leben als kleine schwärzliche Raupe. Durch den weißen Sattelfleck auf dem Rücken ähnelt sie einem Kleckschen Vogelkot und fällt so
nicht auf. Nach und nach verändert sich ihre Färbung (Fotos obere Reihe). Aus der Tarnfärbung wird eine Warnfärbung, die signalisiert: Ich bin giftig! Was aber nicht
stimmt.
Raupen häuten sich mehrmals, weil ihre Haut nicht mitwächst und nur begrenzt dehnbar ist. Wenn sie ausgewachsen sind, folgt die letzte Häutung und nun geschieht die erste
Verwandlung. Unter der alten Raupenhaut kommt keine Raupe mehr zum Vorschein, sondern ein völlig anderes Gebilde: die Puppe. Diesen Vorgang zeigen die anderen Fotos:
Die Schwalbenschwanz-Raupe sitzt zunächst kopfüber und fertigt ein kleines Polster an, in dem sie später ihr Hinterende verankern kann. Dann dreht sie sich in aufrechte Position und
spinnt einen festen Faden, den sie unter heftigen Verrenkungen um ihren Nacken legt. Dieser Gürtel hält später die Puppe fest, und deshalb
bezeichnet man sie als Gürtelpuppe.
Sind diese Vorbereitungen abgeschlossen, platzt die Haut im Nacken der Raupe auf (mittleres Foto in der rechten Reihe), zieht sich zusammen und nach unten, bis schließlich nur noch ein
kleiner Rest übrig ist, der durch heftige Bewegungen der frischen Puppe abgestoßen wird. Noch kann sie das. Erst danach verändert sie ihre Form, ihre Haut wird fester und härter.
Beim Schwalbenschwanz gibt es zwei unterschiedliche Puppen: diejenigen, welche überwintern, sind dunkler und wirken fester. Aus ihnen schlüpft im April der Schmetterling. Dies
kündigt sich durch eine Verfärbung der Puppe an.
Ist der richtige Zeitpunkt gekommen, drückt der Falter gegen das Kopfende der Puppe, und sie platzt an vorgegebenen „Nähten“ auf. Danach pumpt er Luft in den Körper,
zieht sich vollends aus der Hülle und klettert an eine Stelle, wo er Platz für seine Flügel hat. Diese waren in der Puppe klein zusammengefaltet und hängen zunächst noch schlaff
herunter. Durch Einpressen von Körperflüssigkeit in die Flügeladern werden sie „aufgepumpt“, sie glätten sich und trocknen. Das dauert unterschiedlich lange, oft nur eine Stunde. Dann ist
der Schmetterling fertig und startet in sein neues Leben. Aus der kriechenden Raupe ist ein Flieger geworden!
Schwalbenschwanz
Papilio machaon
Spannweite: 60-70 mm
Lebensraum: Warmes, sonniges Gelände, Wegränder, Trockenrasen und blütenreiche Wiesen.
Lebensweise: Tagfalter. In 2 Generationen von April bis September. Meist während der warmen Sonnenstunden unterwegs.
Raupe: Bis 45 mm lang; an Wilder Möhre und anderen Doldengewächsen, in Gärten auch an Möhren und Dill.
Puppe: Ca. 25 mm lang; Gürtelpuppe an Pflanzenstängeln und Zweigen. Die Puppen der 2. Generation überwintern.
Gefährdete Art, die aber in letzter Zeit wieder mehr zu sehen ist, auch in Gärten, besonders wenn es dort passende Pflanzen gibt. Die Falter sammeln sich an Bergkuppen zu
Balzflügen.