Der Große Gabelschwanz hat eine bemerkenswerte Raupe. Zunächst fällt sie durch ihr Farbmuster an den Blättern der Futterpflanze kaum auf. Sie wird recht groß und
wirkt eigenartig kantig. Bei Beunruhigung zieht sie den Kopf ein, wodurch sich der Brustbereich verdickt und zwei Flecken erscheinen, die wie Augen wirken. Das sieht dann aus wie ein
Gesicht. Gleichzeitig treten aus den Schwanzgabeln (Name!) am Hinterleibsende zwei züngelnde rote Fäden hervor.
Wenn alles Drohen gegen den Angreifer nichts hilft, kann die Raupe aus dem schmalen Spalt unter (auf dem Foto über) der Kopfkapsel Ameisensäure verspritzen, und das bis 30 cm weit. Sehr
unangenehm!
Der Große Gabelschwanz gehört zur Gruppe der Spinner, das heißt, die Raupe spinnt vor der Verpuppung einen Kokon. Hier geschieht dies auf ganz besondere Weise. Sie beißt
kleine Stückchen aus der Baumrinde und verklebt diese mit den Fäden aus ihren Spinndrüsen. Das macht sie so raffiniert, dass eine Art Gewölbe entsteht, in das sie hineinschlüpfen kann. Dann
arbeitet sie von innen weiter, bis sie „verschwunden“ ist.
Im Inneren des sehr festen und harten Kokons (für das Foto geöffnet) häutet sie sich zur Puppe. Wenn aus ihr dann der Falter schlüpft, weicht er den Kokon oben mit einer
speziellen Flüssigkeit auf. Die Öffnung ist auf dem Bild unten MItte etwas rechts unterhalb der Flügelspitze zu erkennen.
Großer Gabelschwanz
Cerura vinula
Spannweite: 60-70 mm
Lebensraum: Wald- und Wegränder, Auwälder, Kiesgruben; meist etwas feuchtere Stellen oder in der Nähe von Gewässern.
Lebensweise: Nachtfalter. 1 Generation von April bis Juli. Die Tiere sind träge Flieger und nur mit geringer Geschwindigkeit unterwegs. Tagsüber kann man sie an
Baumstämmen sitzen sehen, wo sie aber auch oft gut getarnt sind.
Raupe: Bis 60 mm lang; an Weiden und Pappeln.
Puppe: Ca. 30 mm lang; in einem Kokon an der Baumrinde; überwintert.
Die Art ist gebietsweise recht häufig, besonders dort, wo Weiden und Pappeln wachsen oder angepflanzt wurden.