Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Kiebitze brauchen unsere Hilfe!

Kiebitz (Foto: Peter Witzan)
Kiebitz (Foto: Peter Witzan)

Der gaukelnde Flugkünstler mit seinem auffallenden Ruf ist nur noch selten in unserer Agrarlandschaft anzutreffen. Der Kiebitz ist in weiten Teilen Deutschlands so stark zurückgegangen, dass wir befürchten müssen, ihn bald gar nicht mehr anzutreffen. Im Starnberger Landkreis gibt es noch einige wenige Kiebitze. Einige brüten vereinzelt, andere haben sich im Aubachtal zu einer kleinen Kolonie zusammengefunden. Seit zwei Jahren werden bis zu 12 Kiebitze durch Schutzmaßnahmen betreut (der Bayerische Rundfunk berichtete darüber).  Sicherlich ist dieses Projekt noch ausbaufähig.  Die Kiebitzbetreuer vor Ort arbeiten daran, das Nahrungsangebot für die hübschen Vögel wieder vielfältiger zu machen. Hoffen wir, dass es gelingen wird, diese kleine Kolonie zu erhalten und die Population im schönen Aubachtal zu sichern.

 

Aber nicht nur im Aubachtal bekommen die Kiebitze Hilfe. Eine bundesweite AG Kiebitzschutz des Nabu soll helfen, ein Netzwerk zu schaffen, um die Rettung dieser Vogelart effizienter zu gestalten. Weitere Informationen finden Sie auf dieser Website sowie im folgenden 5-minütigen Video.                                                           (Text: Constanze Gentz)

Kiebitze im Aubachtal 2019

Über das ereignisreiche jahr 2019 bei den Kiebitzen im Aubachtal mit gefrässigen Dachsen, starkem Unwetter und einem schönen Bruterfolg berichtet Conny Gentz in nebenstehendem Artikel.

Die Kiebitze im Aubachtal 2019
2019_Kiebitze_Aubachtal.pdf
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Kiebitze im Aubachtal 2017

Kiebitzpullus (Foto: Bernhard Glüer)
Kiebitzpullus (Foto: Bernhard Glüer)

Trotz strengen Schutzes ist der Kiebitzbestand in Bayern in den vergangenen 50 Jahren zusammeng­e­brochen. Der Brutvogelatlas verzeichnet zwischen den 1960er Jahren und der Jahrtausendwende eine Halbierung des Be­standes, bis 2009 noch einmal eine starke Abnahme. Inzwischen steht der Kiebitz als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste Bayerns, im Alpen- und Alpen­vor­land gilt er sogar als „vom Aussterben bedroht.“ Zu den Gründen gehören die Trockenlegung der Feuchtwiesen, intensive Bewirtschaftung und Mangel an Bodeninsekten.

Kiebitz (Foto: Wolfgang Höll)
Kiebitz (Foto: Wolfgang Höll)

Umso größer war die Freude bei den Vogelschützern, als sich heuer im Aubachtal bei Hechendorf erstmals seit langer Zeit auf einem feuchten Acker mehrere Paare zur Brut eingefunden haben. Durch enge Ko­ope­ration mit dem auf­ge­schlossenen Landwirt – er muss schließlich rechtzeitig seine Felder bestellen – ist es den Vogelschützern um Constanze Gentz gelungen, die Brutplätze zu schützen.  In einer aufwändigen Operation konnten auch nach dem Schlupf die Jungen („pulli“) vor Egge und Saatmaschine bewahrt werden. In der Presse wurde in den Starnberger Ausgaben der Süddeutschen Zeitung und des Münchner Merkur über die Aktion berichtet.

 

Inzwischen sind die pulli flügge geworden und haben den Acker bei Hechendorf verlassen. Auf der website der unteren Naturschutzbehörde kann man einen Bericht über das Kiebitzjahr in Hechendorf nachlesen.  Es ist zu hoffen, dass die Kiebitze auch im nächsten Jahr wieder im Aubachtal erfolgreich brüten werden.

 

(Text: Horst Guckelsberger/Pit Brützel)