Das übliche Bild der Kranichbeobachtungen in Deutschland sah im Wesentlichen so aus, wie die nebenstehende (Teil-)Auswertung aus ornitho.de es darstellt. Kraniche wurden im Wesentlichen in
Ostdeutschland, Norddeutschland und auf der Westeuropäischen Zugroute über Nordrhein-Westfalen und Hessen beobachtet.
Im Süden Deutschlands (Bayern / Baden Württemberg) konnten Kraniche nur sehr selten beobachtet werden.
Konnte das wirklich sein?
Es gab zwar einige historische Kranichbeobachtungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert in Bayern, aber über einen Kranichzug in Bayern war nichts bekannt.
Die Kranichbestände in Europa waren seit dem 18. Jahrhundert stark rückläufig (Gründe waren unter anderem Jagd, Zunahme der Bevölkerung, Industrialisierung, Änderung der Landnutzung,
Trockenlegung von Mooren).
Erst in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nahmen die Schutzbemühungen in Europa zu. In den skandinavischen Staaten, im Baltikum und in beiden Deutschlands wurde viel für den Kranich
getan. Seit Mitte der 80iger Jahre gab es auch ein verstärktes Monitoring. Die Jungvögel wurden dazu in den Brutgebieten beringt und die Ringe wurden an den bekannten Rastplätzen entlang der
Zugrouten abgelesen. Die Ringablesungen bestätigten im Wesentlichen die drei bekannten Zugrouten.