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Ornis der ASO am Ismaninger Speichersee (Foto: Christiane Hesel)
Ornis der ASO am Ismaninger Speichersee (Foto: Christiane Hesel)

Entenvögel und Limikolen am Ismaninger Speichersee

27.3.2023  Die Wettervorhersage für den Sonntag war nicht so besonders. Am Tag vorher war es sehr windig, aber für den Sonntagvormittag schienen die Voraussetzungen ganz gut (kein Wind, wenig Regen). Also kein Grund, die Exkursion zu verschieben.

14 Ornis der ASO hatten sich – vorbildlich organisiert mit Mitfahrgelegenheiten in 4 Autos – auf den Weg zum Ismaninger Speichersee gemacht. Trotz Umstellung auf Sommerzeit hatte niemand verschlafen.

Ariane Schade, Wasservogelzählerin und gute Kennerin des Gebiets führte uns durch den gesperrten Teil südlich des Westbeckens. Hier hatten wir einen guten Blick auf das Westbecken und die jenseits des Kanals gelegenen Fischteiche. Nach einer kurzen historischen Einführung über die Entstehung und Nutzung des Ismaninger Teichgebiets (Stromversorgung, Abwasserklärung, Fischzucht) sowie über die Bedeutung des Gebiets als Rast- und Mauserplatz für Wasservögel ging es auf dem Damm entlang Richtung Osten.

Das Ismaninger Gebiet ist ein bedeutendes Mausergebiet für die unterschiedlichen Entenarten, die den ganzen Sommer hierher zum Mausern kommen. In der Tagesspitze wurden bis zu 60.000 Wasservögel gezählt. Man geht davon aus, dass im Laufe des Sommers mindestens 100.000 Wasservögel hier mausern. Vermutlich sind es aber deutlich mehr. Im Winter ist das Gebiet ein international bedeutendes Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel; es werden bis zu 30.000 Vögel bei der Wasservogelzählung erfasst.

Blick zu den Fischteichen (Foto: Michael von Bressensdorf)
Blick zu den Fischteichen (Foto: Michael von Bressensdorf)

Langsam bewegten wir uns an den Fischteichen entlang Richtung Osten.   Jeder Teich und auch das Westbecken  wurde mit den Spektiven genau abgesucht und im Laufe des Tages ergab sich eine beeindruckende Liste an Entenvögeln. Alle zu erwartenden Entenarten konnten beobachtet werden, Höhepunkt waren zwei Spießenten, eine Moorente, einige Löffelenten sowie eine größere Anzahl von Knäkenten.

Bei dem Limikolen gab es viele Waldwasserläufer, einige Kampfläufer, einen Rotschenkel und als Höhepunkt einen gut zu beobachtenden Kiebitzregenpfeifer. Im Schlick suchten 4-5 Schnepfenvögel nach Nahrung, hier ergab sich am Ende der Exkursion noch eine längere Diskussion über die Bestimmung. Zwergschnepfe oder Bekassine. Argumente gab es für beide Arten, Ariane klärte das Problem mit einer Nachbestimmung am Nachmittag – es handelte sich um Bekassinen.

Moorente (Foto: Peter Witzan)
Moorente (Foto: Peter Witzan)

Bei den Möwen konnte trotz intensiver Suche keine Schwarzkopfmöwe entdeckt werden, es blieb bei vielen Lachmöwen, Mittelmeermöwen und einer Sturmmöwe. Graureiher und Kormorane hatten schon die Nester in der Umgebung der Kormoraninsel bezogen.

Das Wetter war wechselhaft, nach gut einer Stunde regnete es für eine Weile und es war empfindlich kalt. Aber im Laufe des Vormittags hörte der Regen wieder auf, sodass wir bis zum geplanten Umkehrpunkt laufen konnten. Der Eistaucher, der seit einiger Zeit gemeldet wurde, wäre noch weiter östlich gewesen. Da das Wetter wieder schlechter wurde, sind wir dann umgekehrt und wurden auf den letzten Metern noch recht nass. Dafür gab es die ersten Rauch- und Mehlschwalben, die über das Westbecken jagten. Sommergoldhähnchen und Heckenbraunelle sangen und im Schilf turnten die Rohrammern herum.

Am Ende des Vormittags standen über 70 Vogelarten auf der Liste. Eine beeindruckende Artenvielfalt.  Herzlichen Dank an Ariane, die uns wieder mal einen schönen Vormittag am Ismaninger Speichersee ermöglicht hat.

 

(Text: Pit Brützel)