Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Zeitler-Wiesen bei Kampberg

Heller Wiesenknopf_Ameisenbläuling (Phengaris_teleius)
Heller Wiesenknopf_Ameisenbläuling (Phengaris_teleius)

Genau genommen liegt die knapp 6 ha große Fläche im Gemeindegebiet von Bernried, mithin im Landkreis Weilheim-Schongau. Sie schließt aber beim Ort Kampberg, Gemeinde Tutzing,  direkt an die südliche Grenze des Landkreises Starnberg an. Das Grundstück war 2002 von der Erbengemeinschaft Josef und Magnus Zeitler dem LBV Starnberg überlassen worden.

 

Die beiden zusammenhängenden Flurstücke enthalten ein Mosaik sehr unterschiedlicher Lebensraumtypen: ein stark verbulteter und verbuschter ehemaliger Torfstich samt Entwässerungsgraben und Wald; zwei kleine Hügelzüge mit relativ trockenen Mineralböden; dazwischen ein Feuchtwiesenkomplex. Entwässerungsgräben mit Schilfbeständen und Hochstaudenfluren sind attraktiv für Libellen und verschiedene Schmetterlingsarten. Am Übergang zwischen trockenen und feuchten Bereichen hat sich ein Wiesenstück erhalten, auf dem Breitblättriges Knabenkraut und Breitblättriges Wollgras aufgehen und die unscheinbare, seltene Kriech-Weide vorkommt. Besonders freut uns, dass der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling dort noch seine Wirtsameisen und seine Futterpflanze findet – den Großen Wiesenknopf. 

 

 

Blick auf die sommerlichen "Zeitler-Wiesen"
Blick auf die sommerlichen "Zeitler-Wiesen"

Die trockenen Teilflächen haben wir einem lokalen Landwirt als zweischürige Mähwiesen überlassen. Aushagerung durch Düngeverzicht soll mit der Zeit eine „artenreiche Flachland-Mähwiese“ hervorbringen. Einst weit verbreitet, ja alltäglich, hatte die Generation unserer Großeltern deren wunderbaren Duft nach Heu noch in der Nase. Heute gehören blütenreiche, von Feldlerchen sowie Heuhüpfern, Schmetterlingen und sonstigen Insekten belebten Mähwiesen zu den besonders seltenen Typen von Lebensräumen.

 

In einem Projekt, das Artenkenner aus verschiedenen Bereichen zusammenführt, erfassen wir im Jahr 2018 die vorkommenden Arten. Daraus entwickeln wir unser bisheriges Pflegekonzept weiter für die „Zeitlerwiesen“, wie wir sie zu Ehren der Stifter nennen.

 

(Text: Horst Guckelsberger/ Klaus Gottschaldt; Fotos: Klaus Gottschaldt)

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