Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Die Pfarrwiesen im Gilchinger Wildmoos

Foto: Pfarrwiesen, Claudius Birke
Foto: Pfarrwiesen, Claudius Birke

Westlich von Gilching im Naturschutzgebiet „Wildmoos“ liegen versteckt die „Pfarrwiesen“ zwischen feuchtem Moor- und trockenem Kiesboden, offenen Wiesenflächen am Rand zum Wald (leider Fichtenwald). Derartige Übergangs-bereiche gelten als besonders artenreich.

Seit vielen Jahren werden die Pfarrwiesen vom LBV Starnberg gemäht – schonend für die Insekten mit dem altbekannten Balkenmäher mit seinem Messer-Mähwerk.

Diese wenig ertragreichen Wiesen wurden früher nur einmal und dann relativ spät – etwa ab Mitte August - gemäht. Unbeabsichtigt wurden damit spät aussamende Pflanzen gefördert. Dies nehmen wir bei der Pflege auf: Es wird nur einmal im Jahr und dann sogar erst im Herbst gemäht. Damit haben auch spät blühende Pflanzen wie der Schwalbenwurz-Enzian Zeit genug, noch ihre Samen auszuwerfen. Mit einer relativ „scharfen“, also bodennahen Mahd werden die flach am Boden liegenden Rosettenpflanzen wie Mehlprimel oder Fettkraut gefördert. Diese konnten sich durch die umsichtige Pflege schon deutlich ausbreiten. Das Mähgut wird entfernt, damit der Boden mager bleibt und nicht verfilzt.

 

 

Wertgebende Arten auf den Pfarrwiesen sind Rostrote Kopfbinse (Schoenus ferrugineus), Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), Mehlprimel (Primula farinosa), Gemeines Fettkraut (Pinguicula vulgaris), Lungenenzian (Gentiana pneumonanthe, RL BY 2), Preußisches Laserkraut (Laserpitium prutenicum, RL BY 2), Sumpf-Ständelwurz (Epipactis palustris, RL BY 3), Kriechweide (Salix repens), Strauchbirke (Betula humilis, RL BY 2)

 

 

Lebensraumtyp:

Streuwiese des Typs Mehlprimel-Kopfbinsenried im Übergangsbereich zwischen trockenem Kiesboden (Waldrand) und nassem Übergangsmoor

 

Größe:

ca. 0,65 ha

 

Rechtlicher Schutzstatus:

Teil des Naturschutzgebietes „Wildmoos“ und des FFH- Gebiets „Moore und Buchenwälder zwischen Etterschlag und Schöngeising“

 

Pflegemaßnahmen:

Jährliche Herbstmahd mit Balkenmäher und Freischneider. Dabei werden wechselnde Brache-streifen belassen. Ein gestufter Saum zum Wald wird als besonders wertvoller Lebensraum vor allem für Schmetterlinge nur alle paar Jahre in wechselnden Abschnitten gemäht.

Weitere Patenschafts-Flächen: