Leider spielte das Wetter bei beiden Exkursionstagen nicht mit. Am ersten Tag herrschte Nieselregen bei wenigen Plusgraden, beim zweiten waren die Temperaturen deutlich unter null. Hier galt es
die Kinder bei Laune und vor allem warm zu halten.
Mit verschiedenen Bewegungsspielen wiederholten wir das in der vorangegangenen Theoriestunde erlernte Wissen. Was sind überhaupt Wasservögel, welche gibt es, wie sind sie an das Leben im Wasser
angepasst? Was fressen sie und was sollten sie nicht fressen (kein Brot!!). Was ist das Besondere am Starnberger See? Warum sind hier im Winter mehr Vögel als im Sommer und woher kommen Sie. Viel
Wissen, das verinnerlicht werden wollte.
Neben dem Erkennen der fünf wichtigsten Wasservögel am Starnberger See (Blässhuhn, Stockente, Reiherente, Tafelente und Kolbenente) erfuhren die Kinder, dass im Sommer kaum 1.000 Wasservögel den
See bevölkern. Dagegen sind es in den Herbst- und Wintermonaten, zwischen regelmäßig 20.000, in manchen Jahren 25.000 Wasservögel, die hier rasten oder überwintern.
Sie kommen aus dem kalten Norden (Skandinavien, Russland, von der Eismeerküste, ja sogar aus den Weiten Sibiriens) mit z.T. über 4.000 km Luftlinie Entfernung. Sie entfliehen dem Frost ihrer
menschenleeren Brutgebiete, um an den großen voralpinen Seen – Chiemsee, Ammersee, Bodensee und dem Starnberger See - Nahrung zu finden und die Energiereserven zu erneuern, für den Flug zurück im
beginnenden Frühjahr. Daher ist ihr Schutz hier so bedeutend und Störungen, die wertvolle Energiereserven aufzehren, möglichst zu vermeiden. Das wurde den Kindern bei diesen frostigen
Temperaturen schnell klar. „Kaum zu glauben, dass die Vögel in diesem kalten Wasser schwimmen können“.
Großen Dank an die ehrenamtlichen Helfer, die es ermöglicht haben, knapp 90 Kindern diese Naturbesonderheit nahe zu bringen. Vielen Dank auch an die Lehrerinnen und Lehrer der Munich
International School, denen die Umweltbildung ein großes Anliegen ist.
Text: Claudius Birke
(Fotos Isabell Barasch, MIS)