Ungefähr zehn Teilnehmer, die sich alle schon von so manchen Arbeitseinsätzen auf den LBV-Pflegeflächen kannten, waren gekommen, um sich jetzt im Frühsommer ein Bild davon zu machen, was ihre
herbstlichen Anstrengungen bewirkt haben.
Da gab es viel zu sehen, denn die Lange Wiese bei Erling ist eine sehr vielgestaltige Pflegefläche. Sie besteht aus drei Teilen: im Norden eine Streuwiese, die weil nicht ganz so steil, im
Vertrags-Naturschutz von einem Landwirt einmal jährlich gemäht wird. Südlich davon der Hauptbereich, ein vom Ammerseegletscher in den Deckenschotter gegrabener Hang, auf welchem den
unterschiedlichen Untergrundverhältnissen entsprechend sich Quellbereiche mit verhältnismäßig trockenen Stellen abwechseln und der vom LBV gemäht und abgeheut wird, und schließlich noch – durch
dazwischenliegende Wirtschaftswiesen davon getrennt – eine auf dem gegenüberliegenden Moränenzug gelegene kleine Hangwiese (eine „Ranke“ wie man hierzulande sagt), die ebenfalls von der
Kreisgruppe gepflegt wird.
Besonders erfreulich war der Anblick blumenreicher Wiesen, wie sie diese Ranke sowie der untere Teil der Hauptfläche boten. Da gab es den Weichen Pippau (Crepis mollis, auf der Roten Liste als
gefährdet eingestuft, d.h. RL3), aber auch manche typische Wiesenblumen, die heute leider gar nicht mehr so alltäglich sind wie sie einmal waren, z.B. Wiesenglockenblumen und blaue
Teufelskrallen. In den Quellbereichen des Haupthangs fanden sich fleischfressende Pflanzen wie der Mittlere Sonnentau (Drosera intermedia, RL3) und das Fettkraut (Pinguicula vulgaris, RL3).
Schließlich warfen wir noch einen Blick auf angrenzende Flächen, die – soweit erkennbar – nicht bewirtschaftet werden, aber auch nicht als Pflegeflächen ausgewiesen sind. Wir sprachen darüber,
dass sie das Potenzial zu guter Entwicklung böten, wenn sie in die Pflege einbezogen werden könnten.