Der Jaisweiher liegt westlich von Gilching. Es handelt sich um einen aus ornithologischer Sicht sehr interessanten Baggersee, der eine Ausdehnung von etwa 380 x 260 m hat. Auf dem Gewässer, das
vom Kieswerk Jais noch aktiv bewirtschaftet wird, wurde vom LBV Starnberg ein 16 Quadratmeter großes Brutfloß für die Flussseeschwalbe installiert. Die Firma Jais genehmigte dies nicht nur,
sondern unterstützte das Projekt auch mit tatkräftiger Hilfe. Ein Bericht zur Installation des Brutfloßes im Jahr 2015 findet sich hier.
Während das Floß von der Flussseeschwalbe bislang zögerlich genutzt wird, macht die Lachmöwe regen Gebrauch von der Nisthilfe. Im Jahr 2021 etwa legte die kleine Möwenart 40 Nester an, die
Flussseeschwalbe nur eines. Beim regelmäßig rund um den See vorkommenden Flussregenpfeifer besteht ebenso ein Brutverdacht. Als zweite Limikole kann zur Zugzeit mit etwas Glück der
Flussuferläufer beobachtet werden.
Während das Ostufer und ein kleiner Teil des Westufers vom Betrieb durch die Firma Jais geprägt wird, fasst ein schmaler Streifen Mischwald den Rest der Uferlinie ein. Hervorzuheben sind die
durch den Kiesabbau entstandenen Steilwände westlich des Weihers. Diese werden von der Uferschwalbe regelmäßig als Brutplatz genutzt. So wurden im Jahr 2021 insgesamt 119 Brutröhren gezählt, 54
davon waren besetzt.
Nördlich schließt eine Brachfläche an den Jaisweiher an, die aus ornithologischer Sicht ebenfalls Beachtung verdient. Hier lassen sich unter anderem Dorngrasmücke, Neuntöter, Schwarzkehlchen oder
Sumpfrohrsänger beobachten.
Etwa 200 Meter nordwestlich des Jaisweihers liegt überdies ein etwas kleinerer See, der eine Ausdehnung von rund 230 x 150 Meter hat. Das Gewässer entstand aus einem ehemaligen Abbaugebiet der
Firma Jais und wird heutzutage als Badesee und Naherholungsgebiet genutzt. Ornithologisch interessante Entdeckungen - darunter größere Trupps der Graugans - lassen sich daher vor allem außerhalb
der warmen Jahreszeit machen.
(Text: Tobias Laure)