Eine
feldornithologische Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft Starnberger
Ornithologen (ASO) ab dem Jahr 2022
Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Monitoringjahr 2025
Baumfalke (Foto: Antje Geigenberger)
Einleitung
Im Rahmen des Artenschutzes und der regionalen Biodiversitätsförderung wurde im Landkreis Starnberg unter der Federführung der Starnberger Ornithologen (ASO) auch im Jahr 2025 ein umfassendes
Monitoring der Baumfalkenarten durchgeführt. Ziel der Erhebung ist es, die Bestandsentwicklung, Brutaktivitäten und Lebensraumansprüche dieser seltenen Greifvögel zu dokumentieren und gegeben
falls daraus Handlungsempfehlungen für den Schutz abzuleiten.
Methodik
Das Monitoring erfolgte von April bis September 2025 und umfasste regelmäßige Begehungen der bekannten Brutgebiete sowie die systematische Erfassung potenzieller neuer Habitate. Neben
Sichtbeobachtungen wurden auch Nistplatzkontrollen und die Datenbasis Ornitho selbst mit einbezogen. Seit 2025 ist zur technischen Unterstützung auch eine sogenannte Horchbox im Einsatz.
Bestandsentwicklung
Die Ergebnisse seit Beginn der Untersuchung finden Sie nachfolgend in tabellarischer Darstellung:
Die Analyse der Beobachtungen aus den vergangenen vier Jahren zeigt für den Landkreis Starnberg eine auf niedrigem Niveau konstante Baumfalkenpopulation. Aufgrund der Habitat Strukturen im
Landkreis sowie entsprechenden Literaturangaben erscheinen 10 -15 Brutpaare eine durchaus realistische, verfügbare Revieranzahl.
Bruterfolg und Nachwuchs
Die Bruterfolge waren insgesamt zufriedenstellend: Bei 6 Revieren waren 3 Paare nachweislich mit mindestens 6 Jungvögeln erfolgreich.
Lebensraum und Gefährdungen
Baumfalken bevorzugen strukturreiche Landschaften mit angrenzenden Waldflächen und offenen Wiesen. Die Standorte im Landkreis sind aufgrund der Ausdehnung von Siedlungsflächen und Störungen
während der Brutzeit durch Freizeitaktivitäten wie Hundespaziergänge und Radfahren abseits der Wege, gefährdet.
Grundsätzlich fielen auch die bisweilen, erheblichen waldbaulichen Aktivitäten auf, die einerseits wie im Revier Andechs zur Brutzeit mit dem Harvester durchgeführt wurden oder wie im Revier
Unering permanent das ganze Jahr über stattfanden.
Empfehlungen für den Schutz
· Erhalt und Pflege strukturreicher Landschaften mit Altbaumbeständen
· Ausweisung von Ruhezonen in wichtigen Brutgebieten während der Hauptbrutzeit (Mai bis Juli); im Hinblick auf waldbauliche Aktivitäten ist dies
sicherlich nur mit Unterstützung der Waldbauern und Forstwirte zu erreichen
· Förderung von Umweltbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung, insbesondere in Naturnähe
· Fortsetzung und Ausbau des Monitorings zur langfristigen Bestandsentwicklung
Ausblick
Das Monitoringjahr 2025 zeigt, dass kontinuierliche Beobachtung die Grundlage für die Beurteilung der Entwicklung der Baumfalkenpopulation im Landkreis Starnberg bilden. Die Zusammenarbeit mit
lokalen Akteur*innen und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit solle darüber hinaus zentraler Bausteine für den zukünftigen Erfolg des Artenschutzes beim Baumfalken sein.
Archivberichte 2022 und 2023
Baumfalke (Foto: Wolfgang Höll)
Zusammenfassung 2022
Im Jahr 2022 konnten insgesamt von den beteiligten 10 ASO-Teilnehmern 4 Baumfalkenbrutpaare mit 8 Jungvögeln im Landkreis ermittelt werden.
Die erste Beobachtung eines Baumfalken, der als Langstreckenzieher im Winterhalbjahr überwiegend im südlichen Afrika verweilt, gelang am 19.April. Die letzte Beobachtung eines Baumfalken im Kreis
erfolgte am 23.September.
In der Datenbasis über Ornitho.de erfolgten dazu 140 Beobachtungseinträge der Teilnehmer.
Landkreis Starnberg und Lage der Fokusgebiete aufgrund der Ornitho-Daten
Zielsetzung
Der Baumfalke wird in der Roten Liste der Brutvögel in Bayern aktuell in der Kategorie 3, Status gefährdet, geführt. Zielsetzung war es daher, möglichst viele Baumfalkenreviere im Landkreis zu
finden und damit eine Grundlage für die weitere Beobachtung der Populationsdynamik dieser Art zu erhalten.
Methodik
In einem ersten Schritt wurden mit Hilfe von aggregierten Ornitho-Daten der letzten 10 Jahre für die Monate Juli bis September 8 Verdachtsgebiete
gebildet. Da der Baumfalke grundsätzlich als reviertreu gilt, sind wir mit der Arbeitshypothese gestartet, Meldungen zur fraglichen Brut- und Aufzuchtzeit entsprechen validen Revieren.
Idealerweise ergibt sich damit auch eine Grundlage zum langfristigen Monitoring des Baumfalken im Landkreis.
Um bei der Suche zielgerichteter und effektiver vorzugehen, wurde für jedes Auswahlgebiet ein fester Teilnehmer festgelegt.
Abgesehen von den bereits existierenden Ornitho-Daten, gab es keine Vorgaben hinsichtlich des Tageszeitpunkts und der Art des Suchens. Hilfsweise wurde darauf hingewiesen, dass durch die
Jungenaufzucht ab etwa Mitte August eine höhere Besuchsfrequenz des beutebeschaffenden Männchens besteht. Weiterhin, dass der Aktivitätsrhythmus des Baumfalken während des Tages in den frühen und
späten Stunden (Dämmerung) mehr Chancen zur Beobachtung aufweist, als beispielsweise in den (heißen) Tagesstunden. Ansonsten galt die gerichtete Suche des Baumfalken dem (hohen) Luftraum, den
Baumwipfeln – hohe Sitzwarten, zumeist Fichte – sowie den vernehmbaren Rufen. Kenntnisse zu den Baumfalkenrufen erweisen sich als essentiell bei der Reviersuche.
Baumfalke (Foto: Antje Geigenberger)
Ergebnisse
Die Nummerierung entspricht der Zuständigkeit der verschiedenen Teilnehmer. Folgende Gebietsergebnisse konnten im Detail und final geliefert werden.
1. Leutstettener Moos: Kein Revier- oder Brutnachweis Manthal: Revier- und Brutnachweis mit mindestens 1 Immatur Farchach: Kein Revier- oder Brutnachweis
Da das Leutstettener Moos 2,5 km von den Koordinaten Manthal, sowie die bisherigen Farchacher Meldungskoordinaten ca. 2-2,5 km entfernt liegen, könnten beide Reviere als Jagdreviere des Manthaler
Brutpaars dienen. Wolfgang Spatz, für das Gebiet zuständig, ist optimistischer und geht davon aus, dass alle 3 Reviere wie bei Probst (1) unterlegt, valide sein könnten.
2. Gilching: Kein Revier- oder Brutnachweis
Das Gebiet um Gilching, d. h. der Jaisweiher und Umgebung, scheint, auch aufgrund der immer wieder gemeldeten Beobachtungen, weiterhin Potenzial für ein Brutrevier zu bieten. Suche und
Beobachtung unternahm primär Richard Roberts. Als Jagdgebiet von Gut Hüll ist es mit 4 km Entfernung nicht ganz aus den in der Literatur genannten Reviergrößen auszuschließen.
3. Ampermoos: Kein Revier- oder Brutnachweis
Tobias Laure mit Peter Brützel als Back-Up nahmen sich dieses Fokusgebietes an. Für das Ampermoos beziehungsweise die angrenzenden Flächen mit geeigneten Baumbeständen konnte kein Revier gefunden
werden. Wegen der immer wieder dort gemeldeten Baumfalken und dem Jagdreviercharakter bringt ein mögliches Monitoring in 2023 hierzu hoffentlich Genaueres.
4. Maisinger See: Kein Revier- oder Brutnachweis
Mit dem Gebiet am Maisinger See beschäftigte sich Sebastian Ludwig. Im Ergebnis verhält es sich ähnlich wie im Ampermoos. Das Gebiet wirkt stark Habitat verdächtig und wird von Ornitho-Meldern
auch immer wieder mit Baumfalkenmeldungen versehen. Dennoch ergab sich keine Revier- oder Brutpaarmeldung
Kessellage, schematisch (Foto: Google Earth)
5. Oberbrunn: Revier- und Brutnachweis mit 2 Jungvögeln
Patrick Fantou nahm das Revier mit Bruterfolg aus dem Vorjahr unter seine Fittiche. Lange blieb es unsicher, wie viele Jungvögel dort großgezogen worden waren. Am 12.September gelang dann endlich
der Nachweis für 2 Jungvögel. Das Habitat weist einen Fichten-„Kessel“ auf, der auch bei anderen Revieren als Muster auffiel. Die Baumsäume, zumeist Fichtenbestände, der Brut-„Homerange“ weisen
eine halbkreisförmige Form auf. Das Revier wirkt damit optisch geschützter. Ob dies so arttypisch ist, konnte ich nicht mit Literaturangaben belegen.
6. Gut Hüll: Revier- und Brutnachweis mit 2
Jungvögeln
Für Gut Hüll gilt ein ähnliches Setting wie in Oberbrunn, ein Habitat mit Fichten-„Kessel“. Franz Pommer konnte 2 Jungvögel melden und damit die Fortsetzung eines Bruterfolges aus dem Vorjahr.
3 juvenile Baumfalken (Foto: Antje Geigenberger)
7. Hechendorf: Kein Brutnachweis, aber Reviernachweis eines Baumfalkenpaares
Nach 5 Jahren des gleichen Reviers mit immer wechselnden Horsten, zwei verlorenen Bruten in 2021 und 2020, konnte ein Baumfalkenpaar in etwa 1,5 km Entfernung von den alten Standorten mehrmals
beobachtet werden. Allerdings ohne, dass ein Brutnachweis des Autors gelang.
Andechs: Kein Revier- oder Brutnachweis
Obgleich die Flächen um Andechs hinsichtlich Vegetations- und Wasserflächen für den Baumfalken ideal erscheinen und auch immer wieder Meldungen zu verzeichnen sind, konnte kein Nachweis eines
Paares mit Revier erbracht werden.
Monatshausen: Kein Revier- oder Brutnachweis
Für dieses Gebiet gelang ebenso kein Nachweis, allerdings sind auch im Verhältnis zum zeitlichen Aufwand der Begehungen der anderen beiden Gebiete deutlich weniger Such- und Beobachtungszeiten
angefallen.
8. Frohnloh: Revier- und Brutnachweis mit 3 Jungvögeln
Hier gelang Antje Geigenberger der Nachweis von 3 Jungvögeln. Da der Horst nahe an einer Durchgangsstraße lag, ergab sich der Eindruck eines „Drive-In Habitats“. Mit dem flüggen Dreier-Flight war
dies in der räumlichen Nähe zu Gut Hüll und Oberbrunn, also eines gewissermaßen aggregierten Nachweises von 3 erfolgreichen Bruten, eine sehr positive Meldung. Auch an diesem Standort kann von
einer Fichten-„Kessellage“ des Brutplatzes gesprochen werden.
Das macht am Schluss 4 erfolgreiche Paare mit mindestens 8 Jungvögeln. Die Fortsetzung des Revieres aus Hechendorf aus den Vorjahren konnte trotz Anwesenheit des Paares nicht eindeutig geklärt
werden.
Erkenntnisse aus der Erfassung
Mögliche Brutpaardichte im Kreis Starnberg
Laut Probst (1) wurden für Österreich auf Probeflächen von >100 km2 Brutpaar-Mittelwerte von 3,0–6,3/100 km2 ermittelt. Ein Maximalwert von 13,2 Brutpaaren/100 km2 im
Nationalpark Donau-Auen östlich von Wien stellt nach dem Po-Tal in Italien (19,3–29 Brutpaare/100 km2; 1994) den weltweit bisher zweithöchsten bekannten Dichtewert dar.
Werden diese Angaben auf den Landkreis Starnberg mit 487 km2 Fläche übertragen, müsste es angesichts der im Landkreis doch recht günstigen Habitatstrukturen (mit einem reich
strukturierten Mix aus Offenland, Siedlungen, fragmentierten Wäldern und Gewässern) deutlich mehr Brutpaare als 4 geben. Bei Übernahme der Angaben von Probst zu Reviergröße
und Horstabstand in Österreich (BP-Mittelwerte von 3,0–6,3/100 km2 ) könnten laut Wolfgang Spatz zumindest 12 bis maximal etwa 24 Brutpaare vorkommen.
Erwähneswert ist, dass die nachgewiesen Reviere Frohnloh, Hüll und Oberbrunn einen Abstand von nur2,4 km zum nächsten Revier hatten.
Neben den allgemeinen Habitat-Strukturen ist der Zusammenhang Revierbildung zu dem verfügbaren Nahrungsangebot insbesondere zu Schwalben-Brutbeständen zu diskutieren. Dies sollte daher im Jahr
2023 extra betrachtet werden.
Verbesserung der Nachweiswahrscheinlichkeit
Das Learning in Sachen Biologie und arttypisches Verhalten wie der bereits geäußerte Blick in den Luftraum, als auch die akustische Unterscheidung der Rufe und Laute zwischen Turmfalken und
Baumfalken, sowie die geeignete Tageszeit und Saisonzeiten sind entscheidende Elemente, die Sucheffizienz zu verbessern. Hinsichtlich der Saisonzeit besteht ein optimales Beobachtungsfenster etwa
Mitte Mai. Zu dieser Zeit besteht der Höhepunkt in Sachen Balz, danach wird es bis Mitte Juli heimelig und ruhig um etwaige Horst-Standorte.
Baumfalke (Foto: Antje Geigenberger)
Ausblick 2023
Nachdem die Teilnehmer grundsätzlich Interesse an der Fortführung dieser Untersuchung für 2023 bekundet haben, dreht sich bei der kommenden Suche viel um Effizienz und Fokus. Denn, nach wie vor
gilt die Aussage von Probst (1), „Baumfalken sind nur schwer und mit viel Zeitaufwand zu erfassen“. Das durften alle Teilnehmer in 2022 persönlich erfahren, weshalb Ihnen hierfür auch mein Dank
gilt! Die zukünftige Untersuchung ab April orientiert sich damit an
Festlegung der Zuständigkeiten der bekannten Reviere und gegebenenfalls eine weitere Ausweitung auf unbekanntes Landkreisterrain
Begehungen zu den Schwerpunktzeiten der saisonalen und tageszeitlichen Aktivität der Baumfalken
o
Anfang bis Mitte Mai Balz sowie Monitoring ab Aufzucht Mitte Juli bis Mitte September
o
Früher Morgen und Abenddämmerung tageszeitlicher Begehungsschwerpunkt; Abwesenheit des Männchens vom Horst zwischen 2 Fütterungen kann durchaus 1-3 Stunden betragen
Nullmeldungen sind in Ornitho erst einzutragen, wenn ein Revier bereits mit Ornitho-Code B4 und höher bekannt ist
Einschätzung im Zusammenhang zur Nähe von Schwalben-Kolonien
Monatliche Ergebnismeldungen aus den Ornitho-Daten für die Teilnehmer
Dann bleibt mir nur den Baumfalken als Hauptakteuren dieses Berichts für ihre elegante Himmelsstürmerei im Landkreis Starnberg zu danken und ihnen eine gute Rückkehr aus den Winterquartieren in
Afrika zu wünschen. Sie haben diese Untersuchung möglich gemacht.
Quellennachweis:
(1): Remo Probst (2013): Der Baumfalke in Kärnten . insbesondere S.76-92 (Link)
(2): Glutz, Bauer, Bezzel (1971): Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Bd.4 Falconiformes, insbesondere S.820
(Text: Bernhard von Prittwitz)
Zusammenfassung
2023
Im Jahr
2023 konnten insgesamt von den beteiligten 11 ASO-Teilnehmern 5 Baumfalkenbrutpaare mit mindestens 8 Jungvögeln im Landkreis ermittelt werden.
Die erste
Beobachtung eines Baumfalken, der als Langstreckenzieher im Winterhalbjahr überwiegend im südlichen Afrika verweilt, gelang am 18. April. Die letzte Beobachtung eines Baumfalken im Kreis erfolgte
am 16. Oktober.
84
Beobachtungseinträge der Teilnehmer listet die Datenbasis von Ornitho.de für 2023.
Ergebnisse
Die
nachstehende Karte zeigt 7 erfasste Reviere, der zusätzliche Brutnachweis konnte dann im Verlauf der Saison für 5 Reviere erbracht werden.
Leutstettener
Moos / Manthal / Farchach: Kein
Revier- oder Brutnachweis
Aufgrund zeitlicher Einschränkungen konnte für dieses Gebiet das Vorkommen des Baumfalken dokumentiert werden, ein Revier- oder Brutnachweis gelang jedoch nicht.
Gilching: Kein
Revier- oder Brutnachweis
Für das
Gebiet um Gilching, d. h. der Jaisweiher und Umgebung, gab es wenig Sichtungsmeldungen, obwohl es aufgrund der Landschaftsstruktur nach wie vor als potentialträchtig erscheint.
Ampermoos:
Kein Revier- oder Brutnachweis
Gelegentliche
Sichtungen, aber es konnten wieder keine Hinweise auf einen Revier- oder Brutnachweis gefunden werden.
Maisinger
See: Kein
Revier- oder Brutnachweis
Trotz
Sichtungen, auch während der Aufzuchtphase gelang keine Revier- oder Brutpaarmeldung.
Oberbrunn: Revier-
und Brutnachweis mit 2 Jungvögeln
Nachdem
noch im Mai das balzende Paar in unmittelbarer Nähe zum Vorjahresrevier mehrfach gesichtet wurde, waren wir aufgrund der heftigen Maistürme mit entsprechendem Windwurf in dem fraglichen Bereich
skeptisch hinsichtlich einer erfolgreichen Brutperiode. Letztendlich entdeckte Antje Geigenberger das Paar etwa 400 Meter weiter nördlich mit erfolgreicher Brut und daraus resultierend 2 belegten
Jungvögeln.
Gut
Hüll: Revier-
und Brutnachweis mit 2 Jungvögeln
Bei Gut
Hüll konnte wie im Vorjahr ein Bruterfolg mit 2 Jungvögeln festgestellt werden.
Hechendorf: Revier-
und Brutnachweis mit 3 Jungvögeln
Die
Sichtungen aus dem Vorjahr fanden Ihre Fortsetzung in dem nun mehr neuen Revier. Das Brutpaar zog 3 Jungvögel auf. Dies ist insoweit interessant, da direkt unter dem Horst ein häufig begangener
und befahrener Waldweg führte. Weiterhin befand sich in gut 100 Meter Entfernung ein Rotmilanhorst mit mindestens 1 Jungvogel. Da die Rotmilane Anfang Juli flügge werden, und sich anschließend
noch rund einen Monat horstnah aufhalten, sind zahlreiche Begegnungen zwischen den Rotmilanen und dem Baumfalkenpaar vorhersehbar gewesen. Übliche Revierabgrenzungsverhalten sind in dieser Phase
tagesüblich vorgekommen, letztendlich waren aber auch beide Bruten erfolgreich.
Andechs:Revier-
und Brutnachweis mit mindestens 1 Jungvogel
Ein
Sichtungsnachweis in Ornitho vom 30. Juli führte als Vorkommenshinweis tatsächlich zu einem schnellen Revier- und Brutnachweis mit mindestens 1 Jungvogel in eben diesem Gebiet.
Möglicherweise
ist dies auch das Brutpaar, dass wir aufgrund von Sichtungen an der Seacht’n eher südlich vermutet haben, aber nie nachweisen konnten. Die Entfernung zwischen beiden Orten beträgt rund 2,5
km.
Frohnloh
/ Pentenried:Reviernachweis,
aber kein Nachweis von Jungvögeln
In der
Balzphase wurde ein Horst in Pentenried erfasst. Nachdem dies weniger als 1km von dem Vorjahresstandort in Frohnloh entfernt lag, gingen wir von dem gleichen Paar aus. Ein Nachweis von Jungvögeln
gelang schließlich im August/September nicht.
Karpfenwinkel:Revier-
und Brutnachweis mit mindestens 1 Jungvogel
Trotz
Sichtungen von Baumfalken im Frühjahr im Karpfenwinkel, konnte ein Horst zunächst nicht nachgewiesen werden. In der rufaktiven Bettelflugperiode gelang dann der Nachweis mindestens eines flüggen
Jungvogels in der Nähe des Auweihers in 1,3 km Entfernung zum Karpfenwinkel. Der Auweiher liegt direkt an der Landkreisgrenze, allerdingsauf dem Kreis Weilheim-Schongau. Die ortsgenaue Angabe in
Ornitho notiert damit einen „Grenzgänger“ auf fremder Flur.
Erkenntnisse
aus der Erfassung
Es gibt
eine gewisse Lerneffizienz beim Beobachtungsaufwand: Bei weniger Beobachtungseinträgen wurden mehr Brutpaare mit mindestens gleichviel Jungvögeln festgestellt.
Die
Monate August bis Mitte September sind wegen der zunehmenden Rufaktivitäten am Horst für das Monitoring besonders prädestiniert. Standorte der Balzbeobachtungen im Mai können trügen. Der Horst
kann entgegen dem bekannten Standort aus dem Vorjahr um einige 100 Meter entfernt bezogen werden. In der dann sehr heimlichen Brutphase ist ein Horstnachweis bis August im Grunde nur über einen
hohen Beobachtungsaufwand und etwas glücklicher Fügung möglich.
Eine
Reihe später Meldungen im Landkreis Starnberg bis in den Oktober hinein, mögen der zufällig besseren Erfassung geschuldet sein, könnten aber auch eine Anpassung im Zugverhalten im Hinblick auf
das wärmste Jahr in Deutschland seit den Wetteraufzeichungen bedeuten.
Die
Literatur, u.a. Remo Probst, S.178, nennt: „Einem ersten Schub von Baumfalken (Weibchen) folgt in der zweiten Septemberhälfte und bis Anfang Oktober das Gros der Vögel. Der letzte beobachtete
Baumfalke, ein Jungvogel, zog am 6. Oktober 2010 durch (eig. Daten).“