Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Starnbirdrace Sommer 2022

Ampermoos am Morgen (Foto: Pit Brützel)
Ampermoos am Morgen (Foto: Pit Brützel)

Langsam wird es eine schöne Tradition – Anfang Juli findet das Sommer-Starnbirdrace statt. So auch dieses Jahr, am Samstag, den 2. Juli.  Aus der ASO-Aktiv Gruppe hatten sich 9 Ornis gemeldet, um daran teilzunehmen und so konnten wir die interessanten ornithologischen Gebiete unter den Beteiligten aufteilen:  Wildmoos, Ampermoos, Mühltal, Pioniergelände, Maisinger See, die Erlinger Seacht´n, die nähere Umgebung von Pentenried und Gauting, Aschering, die Kiesgruben bei Oberbrunn und Unterbrunn. Was fehlte, war der Starnberger See, das Leutstettener Moos und das Manthal, aber keiner der Teilnehmer wollte dorthin fahren. Insgesamt haben 15 Ornis an diesem Tag gut 680 Beobachtungen im ornitho.de eingestellt. Am Ende standen 103 Arten auf der Artenliste, damit konnten die Rekordergebnisse der letzten beiden Jahre nicht ganz erreicht werden. Aber für einen Sommertag sind 103 Arten doch ein sehr beachtliches Ergebnis. Die fleißigsten Beobachterinnen waren Ursula Wiegand sowie Claudia und Julia Höll mit jeweils über 60 beobachteten Arten.

Erlinger Seacht´n (Foto: Ursula Wiegand)
Erlinger Seacht´n (Foto: Ursula Wiegand)

Was konnte an interessanten Arten beobachtet werden?  Eine ganz große Besonderheit war nicht dabei, da hätten wir doch zum Starnberger See fahren müssen, wo am Tag zuvor eine Schmarotzerraubmöwe gesichtet wurde.

Wenn man die einzelnen Artenfamilien betrachtet und die Ergebnisse des Jahres 2022 mit dem Vorjahr vergleicht, fallen folgende Dinge auf. Natürlich waren im Jahr 2022 die Wasservögel etwas weniger vertreten als im Jahr zuvor. Überraschenderweise fehlen aber auch eher häufige Arten wie Fasan oder Türkentaube. Es wurde keine einzige Eule festgestellt und auch die Beobachtungen der Limikolen waren – wie meist im Landkreis STA - eher übersichtlich. Bekassine, Waldwasserläufer, Flussregenpfeifer und Kiebitz waren die einzigen Arten aus dieser Gruppe. Aber beim Kiebitz konnte Franz Pommer 2 diesjährige Vögel beobachten – wo die erbrütet wurden, konnte nicht festgestellt werden. Bei den Greifvögeln fehlte die Rohrweihe, aber diese Art wird im Jahr 2022 ohnehin sehr selten beobachtet. Claudia und Julia Höll konnten am Maisinger See einen Kleinspecht feststellen, Ursula Wiegand am selben Ort einen (späten) Kuckuck.

Bei den Singvögeln gab es einige eher ungewöhnliche Beobachtungen, ein Gelbspötter wurde von Franz Pommer in der Nähe der Kiesgrube Unterbrunn festgestellt, Pit Brützel fand im Ampermoos einen Schilfrohrsänger und Claudia und Julia Höll stellten am Maisinger See einen Drosselrohrsänger fest. Im Gegensatz zum letzten Jahr konnte dieses Jahr wieder ein Waldlaubsänger registriert werden: Antje Geigenberger beobachtete und fotografierte ihn im Mühltal in der Nähe der Würm. Die Dorngrasmücke konnte leider nicht gefunden werden, dafür fand Jonas Schlenger in der Umgebung der Jaisgrube in Gilching eine Klappergrasmücke. Baumpieper wurden vor allem vom Wildmoos-Team um Tobias Laure festgestellt, der Wiesenpieper konnte nirgends beobachtet werden.

juv. Wiesenschafstelze (Foto: Richard Roberts)
juv. Wiesenschafstelze (Foto: Richard Roberts)

Und am Ende gab es noch ein kleines Bestimmungsproblem. Richard Roberts gelang ein Foto eines Piepers(?), der erst einmal als Pieper, unbestimmt im ornitho.de eingetragen wurde. War das die 104. Art im Starnbirdrace? Nein, denn mit ein paar Nachfragen bei Experten konnte der Vogel als juvenile Wiesenschafstelze bestimmt werden. Nach Meinung einiger Teilnehmer war das eine recht schwierige Bestimmung. 

Besten Dank an die fleißigen Beobachterinnen und Beobachter!  Es hat wieder viel Spaß gemacht und wir werden die Tradition des Starnbirdrace wohl forstsetzen. Am Dreikönigstag das Winter-Starnbirdrace und Anfang Juli das Sommer-Starnbirdrace.

 

(Text: Pit Brützel)