Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Exkursion an den Starnberger See

23. November 2025

Amundsen, Scott und Nansen hätten darüber vermutlich nur milde gelächelt, aber wir Ornis von der ASO fanden es dann doch ganz schön schattig. Bei minus elf Grad Celsius standen wir kurz vor acht Uhr auf dem Steg am Kleinen Seehaus und stellten fest, dass es den Wasservögeln deutlich besser ging als uns. Denn im Wasser war es ja viel wärmer.

 

 

Ansonsten warteten wir darauf, dass sich der Nebel auf dem See hoffentlich bald lichtete. So kam es: Die Sonne drang langsam immer mehr durch die Nebelschichten und präsentierte uns nun etliche Vögel. .Darunter zwei Prachttaucher, ein Rothalstaucher und eine überfliegende Kornweihe. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Überfliegende Greifvögel sollten noch den halben Tag lang ein Thema bleiben.

Zwergmöwe (Foto: Max Herrmann)
Zwergmöwe (Foto: Max Herrmann)

Am zweiten Stopp, dem Campingplatz in Seeshaupt, wurde es zwar langsam wärmer, doch auch hier empfing uns gleich ein Eisvogel. Neben den regional typischen Gänsevögeln fanden wir einen Prachttaucher, eine Zwergmöwe und eine Singdrossel, die angesichts der Kälte vermutlich stark an ihrer Idee zweifelte, in Oberbayern zu überwintern. Am Seeshaupter Dampfersteg häuften sich dann die Prachttauchersichtungen, aber leider war keine davon wirklich nah.

 

 

In der Marina Bernried machten wir eine sehr flüchtige Bekanntschaft mit einer äußerst freundlichen Cafémitarbeiterin, die uns höflich zu verstehen gab, dass wir auf ihrer leeren Terrasse irgendwie im Weg standen. Der kurzzeitig in Erwägung gezogene Cafébesuch wurde deshalb auf unbestimmte Zeit vertagt. Eine vernünftige Entschädigung erfuhren wir durch die Sichtung eines Tafel-Moorenten-Hybrids. 

Eistaucher (Foto: Max Herrmann)
Eistaucher (Foto: Max Herrmann)

Ein Sperber lenkte unseren Blick zum Himmel. Dort konnten wir auch ein paar Mäusebussarde  erkennen, die den See überflogen. Danach kam noch eine lose Truppe Mäubus. Oh, noch eine! Und da, schon wieder ein Trupp! Die westwärts ziehenden Bussardgruppen ließen einfach nicht nach. Eine Stunde später hatten wir 113 Mäusebussarde und sechs mitreisende Rotmilane gezählt. Der Blick aufs Wetterradar zeigte, dass es in Osteuropa geschneit hatte, die Vögel mussten somit auf Winterflucht sein.

 

Beim letzten Stopp gingen wir vom Karpfenwinkel bis zum Monopteros im Höhenrieder Park. Wir erfreuten uns an einer weiteren Zwergmöwe, ettlichen Schwarzhalstauchern und wenigen, wieder weit entfernten Prachttauchern. Den wunderbaren Abschluss bildete die sechzigste Art des Tages: ein bereits recht bekannter Eistaucher präsentierte sich uns freundlicherweise sehr nah und posierte geduldig für die Fotografen unter uns.

(Text und Fotos: Max Herrmann)