Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Das Ettenhofer Moos

Mehlprimel (Foto: Tobias Zehetmair)
Mehlprimel (Foto: Tobias Zehetmair)

 

 

Verborgen im Wald liegt ein großes Toteisloch zwischen Oberpfaffenhofen und Neuhochstadt. Es ist Teil einer großen, wenig bekannten Eiszerfallslandschaft im Quellgebiet des Aubachs. Politisch zur Gemeinde Seefeld gehörend, liegt es im unmittelbaren Ortsbereich der Gemeinde Weßling. Es ist Kirchengrund.

 

Im Ettenhofer Moos konnten sich Hoch- und Niedermoorreste erhalten, hier  gedeihen noch Mehlprimeln, Enziane, Woll­gräser, Sonnentau  und Torfmoose. Hier findet sich sogar noch einer der ganz wenigen Wuchsorte der sehr seltenen Strauchbirke (Betula humilis). Dieses Relikt aus der Eiszeit steht als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste.

 

Strauchbirke (Foto: Horst Guckelsberger)
Strauchbirke (Foto: Horst Guckelsberger)

Bedrängt wird der Moorkern  durch den Auf­wuchs von zahlreichen – derzeit noch kleinen - Fichten. Sie wür­den mit der Zeit das Moor über­wuchern, verschatten und  das notwendige Wasser entziehen.

 

Mit freundlicher Erlaubnis des Forstdirektors des Erzbischöflichen Ordinariats München beginnt der LBV Starnberg,  jeweils im Winter schrittweise und achtsam zu schwenden, also den Fichtenaufwuchs regelmäßig zu entfernen. Auch nach mehreren Arbeitseinsätzen dort ist noch – bedingt durch die Größe des Toteiskessels – viel zu tun.  

 

Der LBV freut sich auf tatkräftige Helfer, die mit Garten- oder Astschere und  Handsäge diese Fichten schwenden und aus dem Moor hinaustragen. Helfer sind herzlich willkommen, kurzfristige Arbeitstermine finden sie auf unserer website.

 

(Text: Horst Guckelsberger)

Arbeitseinsätze im Ettenhofer Moos

Entbuschen im Ettenhofer Moos

27.2.2016 Vierzehn Aktive ließen es sich nicht nehmen, am letzten Samstag des Februars zu Astschere, Säge und Transportsack zu greifen, um dem Zuwachsen des Ettenhofer Mooses mit Fichten Einhalt zu gebieten. In diesem Toteisloch nahe Weßling-Oberpfaffenhofen hat sich in Jahrhunderten ein Zwischenmoor gebildet, das durch den Anflug von Fichtensamen und damit vom Aufwuchs von Fichten bedroht ist. Kurz bevor ab 1. März die Landschaftspflege im Wald lt. Naturschutzgesetz eingestellt werden muss – sie kann erst im Oktober wieder aufgenommen werden – wurde noch einmal eingegriffen, und das trotz einer handspanngroßen Schneedecke.

 

Die Vergleichsbilder zeigen gerade bei der dünnen Schneedecke besonders deutlich das Ergebnis des Schwendens - herzlicher Dank an alle Aktiven! Und für den kommenden Spätherbst wissen wir schon, wo wir weiterarbeiten werden.

(Text und Fotos:  Horst Guckelsberger)

vorher
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LBV-Aktive bei der Arbeit
LBV-Aktive bei der Arbeit
nachher
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