Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Das Ettenhofer Moos

Strauchbirke
Strauchbirke

Verborgen im Wald liegt ein großes Toteisloch zwischen Oberpfaffenhofen und Neuhochstadt. Es ist Teil einer großen, wenig bekannten Eiszerfallslandschaft im Quellgebiet des Aubachs. Politisch zur Gemeinde Seefeld gehörend, liegt es im unmittelbaren Ortsbereich der Gemeinde Weßling. Es ist Kirchengrund. Als kartiertes Biotop steht es unter Schutz und ist dazu Teil des NATURA 2000-Gebietes (hier: FFH-Gebiet 7933-371) „Eichenalleen und Wälder um Meiling und Weßling“. 

 

 

Das Ettenhofer Moos ist ein Moorkomplex. Hier konnten sich Hoch- und Nieder­moor­reste erhalten, hier  gedeihen noch Mehlprimeln, Enziane, Woll­gräser, Sonnentau  und mehrere Torfmoos-Arten. Hier findet sich sogar noch einer der ganz wenigen Wuchsorte Wuchsorte der sehr seltenen Strauchbirke (Betula humilis). Dieses Relikt aus der Eiszeit steht als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste.  

 

Bedrängt wird der Moorkern  durch den Auf­wuchs von zahlreichen – derzeit noch kleinen - Fichten. Sie wür­den mit der Zeit das Moor über­wuchern, verschatten und , wie auch der Entwässerungsgraben, das notwendige Wasser entziehen.

 

Mit freundlicher Erlaubnis des Forstdirektors des Erzbischöflichen Ordinariats München beginnt der LBV Starnberg,  jeweils im Winter schrittweise und achtsam zu schwenden, also den Fichtenaufwuchs regelmäßig zu entfernen. Auch nach mehreren Arbeitseinsätzen dort ist noch – bedingt durch die Größe des Toteiskessels – viel zu tun.   

2016 haben Bohrungen ergeben, dass sich im Hoch­moorkern zum Teil über 3,2  m starke Torfschichten gebildet und erhalten haben.

 

Daraufhin folgte das Erzbischöfliche Ordinariat als Eigentümer dem Wunsch des LBV nach „hydro­logischer Sanierung“ dieses Moores. Dazu sollte der zentrale Ent­wäs­se­rungs­graben sowie einige kleinere Stichgräben verschlossen werden. Mit dieser Erlaubnis  konnte die untere Naturschutzbehörde uNB zusammen mit der Regierung von Oberbayern einen Plan zum Einstau dieser Gräben entwickeln. Den finanziellen Rahmen dazu bot das Klima­schutz­programm 2050 (KLIP 2050) der Staatsregierung.

 

Schon im Dezember 2018 wurden die 12 Stau­werke ausge­baggert , Spundwände in die Gräben gesetzt und mit lokalem Torf abgedichtet. Dabei wurde der umfangreiche Aufwuchs an Gehölzen längs des Haupt­grabens, aber auch ein Teil des Fichten­waldes am Rand des Moores gerodet – und das bei knietiefem Schnee.

 

Von diesen winterlichen Arbeiten sind u. a. zahlreiche Äste liegen geblieben. Sie würden eine spätere Moorpflege erheblich erschweren, aber auch den Boden mit Stickstoff anreichern. Diese Äste, aber auch die verblie­benen kleinen Fichten zu entfernen ist künftig die Heraus­­forderung

Der LBV freut sich auf tatkräftige Helfer, die mit Garten- oder Astschere und  Handsäge diese Fichten schwenden und sie, wie auch die Äste aus dem Moor hinaustragen. Helfer sind herzlich willkommen, kurzfristig angesetzte  Arbeitstermine finden Sie auf unserer Website.    

 

(Text und Fotos:  Horst Guckelsberger)           

Arbeitseinsätze im Ettenhofer Moos

Entbuschen im Ettenhofer Moos

27.2.2016 Vierzehn Aktive ließen es sich nicht nehmen, am letzten Samstag des Februars zu Astschere, Säge und Transportsack zu greifen, um dem Zuwachsen des Ettenhofer Mooses mit Fichten Einhalt zu gebieten. In diesem Toteisloch nahe Weßling-Oberpfaffenhofen hat sich in Jahrhunderten ein Zwischenmoor gebildet, das durch den Anflug von Fichtensamen und damit vom Aufwuchs von Fichten bedroht ist. Kurz bevor ab 1. März die Landschaftspflege im Wald lt. Naturschutzgesetz eingestellt werden muss – sie kann erst im Oktober wieder aufgenommen werden – wurde noch einmal eingegriffen, und das trotz einer handspanngroßen Schneedecke.

 

Die Vergleichsbilder zeigen gerade bei der dünnen Schneedecke besonders deutlich das Ergebnis des Schwendens - herzlicher Dank an alle Aktiven! Und für den kommenden Spätherbst wissen wir schon, wo wir weiterarbeiten werden.

(Text und Fotos:  Horst Guckelsberger)

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LBV-Aktive bei der Arbeit
LBV-Aktive bei der Arbeit
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