Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Nachruf zu Tod von Albert Soyer

Wer im Fünfseenland oder Würmtal in den 1990er Jahren – auch davor und danach - den Namen Albert Soyer hörte, wusste sogleich: Schleiereule. Mit freundlicher Geduld und Über­zeugungskraft hat er Landwirte dazu gebracht, an die hundert Stadel mit Nistkästen für diese seltene Eulenart auszurüsten. Im heimatlichen Buchendorf hat er jahrelang – mit Genehmigung! – junge Schleier­eulen nachgezüchtet, beringt und ausgewildert. Nachhaltiger Erfolg ist ihm leider versagt geblieben, dafür fanden sich u.a. Mäusebussarde und Turmfalken ein. Mit  von ihm gebauten speziellen Nisthilfen förderte er u. a. Eisvogel, Wasser­amsel, Kauze und Mauer­segler. Aber auch viele andere Vogelarten profitierten von den Nisthilfen, die der gelernte Werk­zeugmachermeister in großer Zahl in professioneller Präzision fertigte.

Er verstand es, sich jeweils in eine Vogelart hinein zu versetzen und so dessen Bedürfnisse – was sie braucht, was sie stört – zu erkennen. Damit öffnete er seinen Zuhörern die Augen, das machte seine Führungen einzigartig, lehrreich und beliebt.

 

Seine aktive Arbeit in der Landschaftspflege spiegelt sich in den „Buchendorfer Biotopen“:
Er legte Teiche für Amphi­bien an, pflanzte Hecken, gestaltete ein Musterbiotop, pflegte den Dorfweiher. Mit verbindlicher Freundlichkeit und Naturbegeisterung brachte Landwirte dazu, Blühwiesen zu erhalten. Natürlich war er selbst unermüdlich dabei, zu pflanzen und zu mähen. Freunde führen heute diese Arbeiten weiter.

Bald fand er Unterstützung und Anerkennung durch die Gemeinde, die ihm 1995 für „Ver­dienste um den Naturschutz“ die Bürgermedaille verlieh. Dem LBV gehörte er seit 1972 an, viele Bürger brachte er dazu, dem LBV beizutreten. 2009 verlieh ihm der LBV die LBV-Ehrennadel in Gold, 2022 gratulierten wir ihm zu 50 Jahren Mitgliedschaft. Wir haben einem großen Förderer der Natur zu danken.

 

Am 2. Februar 2024 ist Albert Soyer mit 84 Jahren verstorben. In der Kirche stand neben seiner Urne ein großes Foto: mit „seiner“ Schleiereule. 

 

(Text: Horst Guckelsberger)