Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Beitrag zum Igelschutz im Landkreis

Igel gehören mit zu den ältesten Säugetieren. Doch obwohl es sie schon seit mehreren Millionen Jahren gibt, fällt es den stacheligen Gesellen zunehmend schwerer in unserer Kulturlandschaft einen geeigneten Lebensraum und ausreichend Nahrung zu finden. Das Insektensterben macht gerade Insektenfressern wie dem Igel schwer zu schaffen. Das führt dazu, dass immer mehr Igel im Herbst hungrig und oft auch krank aufgefunden werden. Oft sind es hunderte Igel, die jedes Jahr im Herbst im Tierheim oder bei privaten Igelnotstationen abgegeben werden. Manche Igelfreunde würden gerne mehr tun und fragen sich deshalb: „Wie helfe ich Igeln über den Winter?“.

 

 

Darum ging es am 5. Oktober 2019 in einem Kurs der Volkshochschule Herrsching in einer Kooperation des LBV mit dem Tierheim Starnberg. Ziel des Kurses war es, Interessierten dieses Wissen zu vermitteln und einen Helferkreis aufzubauen, der bei der Versorgung, Überwinterung und Auswilderung von Igeln unterstützen kann. Acht Teilnehmer hatten sich eingefunden um sich zu informieren, vier erklärten sich noch im Rahmen des Kurses bereit ein oder mehrere Igel aufzunehmen.

 

 

Johannes Stroedel betreut als Wildtierpfleger seit Jahren die Igel im Tierheim Starnberg. Anhand vieler Beispiele erklärte er sehr anschaulich, wie man erkennen kann, ob ein Igel Hilfe benötigt oder lieber in Ruhe gelassen werden sollte. Was ist zu tun, wenn man einen abgemagerten oder kranken Igel findet? Woran erkenne ich diese überhaupt? Wann muss ein Tierarzt zurate gezogen werden? Wie muss ein Gehege aussehen, in dem ein Igel gepflegt werden soll? Was ist bei der täglichen Versorgung und Fütterung zu beachten? Welche Igel können wie überwintern? Wann und wie kann oder muss ein Igel wieder in die Freiheit entlassen werden? Diese und viele weitere Fragen wurden von Herrn Stroedel ausführlich und verständlich beantwortet.

 

 beantwortet.

Im Anschluss berichtete Heidi Henkelmann von ihren Erfahrungen, die sie und ihr Mann in den letzten 8 Jahren bei der Pflege von Igeln gesammelt hatten. Die beste Hilfe ist auch für Igel die Hilfe zur Selbsthilfe. Anhand von Beispielen und Fotos wurden Maßnahmen vorgestellt, die einen Garten igelfreundlich und igelsicher machen. Das beginnt mit dem Entfernen von Gefahrenquellen bis hin zum Angebot von geeigneten Unterschlüpfen, Nestmaterial und Futter. Anhand von Bildern berichtete Frau Henkelmann außerdem von ihren Erfahrungen mit verschieden Quartieren zur Überwinterung von Igeln.

 

 

Am folgenden Tag gab es noch die Möglichkeit bei einer Führung im Tierheim Starnberg nicht nur die „Igelstation“ zu besichtigen, sondern auch die übrigen Bereiche, in denen die Mitarbeiter sich mit großem Engagement um Hunde, Katze, Kleintiere und Wildtiere kümmern.

 

 

Doch die Werbung um „Igelhelfer“ ging noch weiter. Schon eine Woche später fand der Tag der offenen Tür im Tierheim Starnberg statt. Auch hier gaben das Ehepaar Henkelmann zusammen mit Claudia Trepte vom LBV am „Igel-Stand“ Auskunft über die Möglichkeiten, das Tierheim bei der Versorgung, Überwinterung und Auswilderung von Igeln zu unterstützen. Der Andrang war enorm. Mehr als 60 potentielle Helfer registrierten sich. Das Ergebnis zeigt das große Interesse an unserem einheimischen „Stachelritter“. Deshalb planen wir, den Igel-Kurs im nächsten Jahr zu wiederholen.

 

 

Leider können wir an dieser Stelle keine Beratung anbieten. Wichtig zu wissen: Nicht jeder Igel braucht Hilfe. Wer aber einen Igel findet, der verletzt ist, krank aussieht oder nach Wintereinbruch (Dauerfrost, Schnee) tagsüber auf Nahrungssuche ist, sollte diesen sobald wie möglich zu einem Tierarzt oder einer privaten Igelhilfe bringen. In Bayern gibt es leider keine offiziellen Wildtierauffangstationen. Zusätzlich Informationen findet man im Internet:

 

·         Pro Igel: www.proigel.de

 

·         Igel in Bayern (LBV): www.igel-in-bayern.de

 

·         Tierheim Starnberg: www.tierheim-starnberg.de

 

 

(Text: Claudia Trepte; Foto: Henkelmann)