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Wasservogelzählung am Starnberger See

Wasservogelzählung an der Roseninsel (Foto: Pit Brützel)
Wasservogelzählung an der Roseninsel (Foto: Pit Brützel)

Seit Ende der 1960er Jahre werden in Deutschland in fast allen international und national bedeutenden Feuchtgebieten sowie in vielen lokal oder regional bedeutenden Gewässern Rastvogelerfassungen durchgeführt. So wird auch am Ammersee und am Starnberger See gezählt. Derzeit beteiligen sich deutschlandweit über 2.000 Zählerinnen und Zahler an den Erfassungen. Die Wasservogelzahlung ist damit das älteste und umfangreichste Vogelmonitoringprogramm bundesweit. Nähere Informationen zur Internationalen Wasservogelzählung in Deutschland  findet man unter diesem Link.

Wasservogelzählung im Schneetreiben (Foto: Andreas Fischer)
Wasservogelzählung im Schneetreiben (Foto: Andreas Fischer)

Am Starnberger See werden die Zählungen in den Monaten September bis April jeweils an einem Wochenende in der Monatsmitte durchgeführt. Aktive der LBV-Kreisgruppe Starnberg bzw. der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen(ASO)  unterstützen die Wasservogelzählung seit vielen Jahren am Starnberger See und am Ammersee. Inzwischen werden auch die kleineren Seen im Gebiet (Maisinger See, Weßlinger See, Wörthsee, Pilsensee) regelmäßig gezählt. Die Ergebnisse der Zählungen werden unter anderem im ornithologischen Jahresbericht der ASO veröffentlicht.

 

Am Starnberger See sind an den Wochenenden der Wasservogelzählung bei Wind und Wetter  immer sechs Gruppen von Zählern unterwegs – insgesamt beteiligen sich ca. 10 Ornithologen an der  Wasservogelzählung.

 

 

 

 

 

In nebenstehender  Karte werden die wichtigsten Zählpunkte der Wasservogelzählung am Starnberger See dargestellt.

 

Durch die Zählungen sollen in erster Linie folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie viele Individuen der einzelnen Wasservogelarten rasten und überwintern in Deutschland?

  • Welche Rastgebiete sind von internationaler, nationaler oder regionaler Bedeutung?

  • Wie entwickeln sich die Bestande der einzelnen Arten?

 

 

 

In der  Grafik  werden die Daten der Jahre ab 2003 dargestellt. Die Zahlen aus der Zählsaison 2016/2017 befinden sich meist deutlich über dem Mittelwert der Jahre seit 2003. 

 

In der Grafik erscheinen Mittelwert, Minimum und Maximum des Gesamtbestandes an Wasservögeln seit dem Jahr 2003 sowie die Zahlen aus der Zählsaison 2016/2017.

 

(Die Wasservogelzählung wird nur in den Monaten September bis April durchführt, in den Monaten Mai bis August werden keine Zahlen ermittelt.) 

In den Monaten Oktober bis Februar befinden sich  im Mittel 15 000 bis 20 000 überwinternde Wasservögel am Starnberger See. Die meisten Vögel (ca. 75% der Überwinterer) halten sich in der Starnberger Bucht, der Seeshaupter Bucht und rund um die Roseninsel auf.

Über das Artenspektrum der überwinternden Arten lässt sich folgendes sagen: Hauptarten sind Blässhühner  sowie Reiher- und Tafelenten. Während des gesamten Winters können gut 85% der rastenden Vögel diesen 3 Arten zugeordnet werden.

Weitere häufige Arten sind die Stockente, die Kolbenente (vor allem in den Monaten Oktober/November) der Haubentaucher und die Schellente (in den Monaten ab Dezember). Daneben ist der Starnberger See aber auch Überwinterungsgebiet für drei Seetaucherarten sowie für alle europäischen Lappentaucher und viele verschiedene Entenarten. (siehe dazu auch folgenden Bericht).

Die Gesamtdarstellung der Ergebnisse aus der Zählsaison 2016/2017 findet sich in folgender Tabelle.