Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Die Lange Wiese

Die Lange Wiese bei Erling / Andechs ist ein Komplex aus zwei unterschiedlichen Typen von Lebens­räumen, wie sie für die Abhänge (Leiten) zu Zungenbecken-Seen wie dem Ammersee charakteristisch sind:

 

Zum einen ist dort ein Hangquellmoor entstanden. Hangquellmoore sind meist kleinräumig und ein stark gefährdeter Lebensraum-Typ. Man findet sie an Hängen, an denen wasserstauende Gesteinsschichten anstehen. Dort, wo das wasserundurchlässige Gestein an die Hang-Oberfläche trifft, tritt lokal stark kalkhaltiges Quellwasser aus und  bildet dünne Überkrustungen aus Kalktuff. Hier findet man seltene Gewächse wie das Sumpf-Herzblatt und Knabenkraut. Ist der Hang ein wenig terrassiert, kann sich aufgrund der Bodennässe an den flacheren Stellen über die Jahre Torf entwickeln.

 

Zum anderen befinden sich diese Leiten auf wasserdurchlässigen, eiszeitlichen Moränenschottern mit relativ trockenen Böden. Dort hat sich aufgrund der früheren Nutzung durch den Menschen eine inzwischen recht selten gewordene ein- bis zweischürige „Artenreiche Mähwiese“ erhalten. 

 

Wie auch andere Biotope, kann die „Lange Wiese“ nur durch fach- und termingerechte Mahd erhalten werden.  Nach der Mahd muss das Mäh-Gut aus der moorigen Wiese entfernt werden, damit der Boden weiterhin nährstoffarm bleibt und konkurrenzschwache und seltene Pflanzen auch künftig das nötige Licht erhalten. Das Heu wird in mühsamer Handarbeit zum Abtransport mit Rechen und Planen den Hang hinunter auf festen, für Ladewagen befahrbaren Grund transportiert.

 

(Text: Renate Zoller; Foto: Horst Guckelsberger)

 

Arbeitseinsätze  auf der Langen Wiese

 

13.08.2016  Eine Pause nach zwei Stunden Abheuen auf der Langen Wiese, einen Hangquellmoor bei Erling, haben sich die zwölf Helfer, bewacht von einem Schäferhund, redlich verdient. Die Witterung dieses Sommers hatte ein so starkes Wachstum zur Folge, dass diesmal schon ziemlich früh – Anfang August – gemäht wurde.

 

Nun musste das Mähgut aus der moorigen Wiese entfernt werden, damit der Boden weiterhin nährstoffarm bleibt und konkurrenzschwache und seltene Pflanzen auch künftig das nötige Licht bekommen. Das Heu wurde zum Abtransport mit Rechen und Planen den Hang hinunter auf festen, für Ladewagen befahrbaren Grund transportiert.

 

Und obwohl nur etwa die Hälfte dieser wirklich „langen“ Wiese abzuheuen war, haben die Aktiven nach der Pause noch einmal zweieinhalb Stunden zulangen dürfen. Wie man sieht: Auch die Zusammenarbeit mit dem Landwirt klappte pünktlich und vorzüglich.

Im Oktober treffen wir uns dort noch einmal zum Abheuen der anderen Hälfte. Dieses Biotop  ist die Arbeit allemal wert.

 

(Text und Fotos: Horst Guckelsberger

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