Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Seetaucherexkursion in der Seeshaupter Bucht

27.01.2019

(Foto: Ulrike Kay-Blum)
(Foto: Ulrike Kay-Blum)

Am Starnberger See überwintern regelmäßig Pracht- und Sterntaucher, gelegentlich auch Eistaucher. Diese Arten sind im deutschen Binnenland nur sehr selten anzutreffen, denn die Brutgebiete liegen vor allem in nördlicheren Breiten, zum Beispiel in Island, in Schottland, Skandinavien und weiter gen Osten in den Tundra-Regionen Sibiriens.

 

 

Seit mehreren Jahren bieten die Gebietsbetreuung Starnberger See und die Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen (ASO) Mitte Januar eine Exkursion zu den Seetauchern in der Seeshaupter Bucht an. Bislang waren bei diesen Exkursionen immer schlechtes Wetter und recht schwierige Beobachtungsbedingungen (Wind, Wellengang). Doch dieses Jahr war alles anders. Das Wetter war wunderbar, sogar die Sonne schien ein bisschen und das Alpenpanorama südlich des Sees war eindrucksvoll.

 

 

(Foto: Patrick Fantou)
(Foto: Patrick Fantou)

 

 

Ca. 30 Naturinteressierte hatten sich eingefunden, um die Wasservögel, und insbesondere die Seetaucher zu beobachten. Ein sehr schöner Artikel in der Süddeutschen Zeitung hatte für Publicity gesorgt und zusammen mit dem guten Wetter zu einer Rekordzahl von Teilnehmern geführt. Leider war einer der Exkursionsleiter kurzfristig erkrankt. Bei den Exkursionsteilnehmern waren aber einige mit Spektiv ausgerüstete Ornithologen der ASO, sodass es für die Teilnehmer genügend fachlich kompetente Ansprechpartner gab. Nach einer kurzen Einführung zu den zu erwartenden Arten und Informationen zu den Wasservögeln am Starnberger See ging es los.

(Foto: Ulrike Kay-Blum)
(Foto: Ulrike Kay-Blum)

 

Erste Station war das Erholungsgelände im Ambach.

 

Balzende Schellenten und ein großer Trupp Blässhühner gaben die Möglichkeit, über die Wasservogelzählung am Starnberger See und das Zugveralten der Vögel zu berichten. Ein einzelner Prachttaucher ließ sich sehen und konnte von den meisten Teilnehmern durchs Spektiv beobachtet werden. Höhepunkt war ein Rothalstaucher, der „relativ“ nahe am Ufer schwamm und gut bestimmt werden konnte.

 

Ohne optische Ausrüstung konnten Höckerschwäne, Lachmöwen und ein überfliegender Graureiher bestimmt werden.

 

Auf dem Ambacher Steg waren drei unterschiedliche Möwenarten – Lachmöwen, Sturmmöwen und Mittelmeermöwen - zu beobachten.

 

 

 

(Foto: Patrick Fantou)
(Foto: Patrick Fantou)

 

 

Der nächste geplante Beobachtungspunkt war der Steg beim kleinen Seehaus. Angesichts der großen Anzahl von Teilnehmern und des doch recht schmalen Stegs wurde kurzfristig der Plan geändert und das kleine Seehaus ausgelassen. Die Beobachtungspunkte am Campingplatz in Seeshaupt und am Dampfersteg waren die nächsten Stationen.

 

Am Campingplatz konnten die Kormorane, die teilweise schon die weißen Federn des Prachtkleids am Scheitel und Nacken zeigten, gut beobachtet werden. Die sonst üblichen Entenschwärme waren leider nicht zu sehen. Gänsesäger flogen vorbei und die ersten Silberreiher wurden gesehen.

Prachttaucher (Foto: Ursula Wiegand)
Prachttaucher (Foto: Ursula Wiegand)

 

Am Dampfersteg Seeshaupt konnten sich die Teilnehmer über den QR-Code des ornitho-Schilds über die Beobachtungen der letzten 14 Tage informieren. Dort waren u.a. Prachttaucher und Ohrentaucher verzeichnet. Im Spektiv entdeckte dann einer der Teilnehmer eine große Gruppe von Prachttauchern, die von allen Teilnehmern zwar auf weite Entfernung, aber durch die Spektive doch ganz gut, beobachtet werden konnten. Zum Abschluss fand einer der ASO-Ornithologen noch einen Ohrentaucher! Insgesamt konnten 17 Wasservogelarten beobachtet werden.

 

Mit einem Hinweis auf das in der folgenden Woche stattfindende Volksbegehren zur Artenvielfalt endete eine schöne Winterexkursion.

 

 (Text: Pit Brützel)