Der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)

Zwergtaucher im Prachtkleid (Foto: LBV-Archiv - Z.Tunka)
Zwergtaucher im Prachtkleid (Foto: LBV-Archiv - Z.Tunka)

Der Zwergtaucher ist hierzulande die kleinste Wasservogelart. Auf den bayerischen Gewässern ist er regelmäßig und ganzjährig anzutreffen. Am Starnberger See vor allem im Winterhalbjahr. Ebenso wie der größere und auffälligere Haubentaucher, gehört er zur Familie der Lappentaucher. Namensgebend sind dabei die lappenförmigen Fortsätze an den einzelnen Zehengliedern. Diese Anhänge erleichtern die Fortbewegung im Wasser. Sie sind aber – anders als die Schwimmhäute der Entenvögel – nicht zwischen den Zehen miteinander verwachsen. Das Körpergefieder wir zweimal pro Jahr gemausert, wodurch der Zwergtaucher sein Erscheinungsbild deutlich ändert. Im Winter ist sein Gefieder matt bräunlich bis sandfarben (Tarnung). Im Sommer trägt er dagegen ein farbintensives Brutkleid. Backen und Hals sind dann rotbraun gefärbt. An den Schnabelwinkeln befindet sich ein leuchtend gelber Fleck. Typisch für die Brutzeit ist auch der trillernde Balzruf, der dem Zusammenhalt der Partner (Duette)  und der Markierung des Brutreviers dient.

Zwergtaucher (Foto: Ursula Wiegand)
Zwergtaucher (Foto: Ursula Wiegand)
Zwergtaucher (Foto: Claudia Höll)
Zwergtaucher (Foto: Claudia Höll)

Das Nest wird in Ufernähe gebaut. Es wird durch die Ufervegetation gedeckt, befindet sich aber fast immer auf der Wasserfläche. Es ist ein sogenanntes Schwimmnest, das aus Ästchen, Algen und Blättern geformt wird. Kleinere Schwankungen im Wasserstand kann es unbeschadet überstehen. Gefährlich sind allerdings Hochwasserereignisse und heftige Niederschläge, z. B. Starkregen und Hagel. Um zu verhindern, dass das Gelege im Nest (meist 5-6 Eier) von Fressfeinden geplündert wird, decken es die Altvögel mit Pflanzenteilen ab, sobald sie die Bebrütung unterbrechen. Übrig bleibt dann augenscheinlich nur ein leeres Nest, bzw. ein uninteressanter Pflanzenhaufen.

 

Die Zwergtaucherküken schlüpfen nach drei Wochen. Sie sind Nestflüchter und können praktisch sofort schwimmen und tauchen. Gerade in den ersten Lebenstagen sitzen sie aber häufig zum Schutz auf dem Rücken der Eltern und nutzen diese Mitfahrgelegenheit. Bis zu einem Alter von sechs Wochen erledigen die Eltern auch die Nahrungsbeschaffung. Bei ihren Tauchgängen erbeuten sie z. B. Insektenlarven, Kaulquappen, kleine Schnecken und Fischchen.

 

Beim Zwergtaucher kommt es häufig zu Schachtelbruten. Das heißt, dass vor Unabhängigkeit der Jungen bereits ein neues Gelege bebrütet wird. Pro Jahr sind es zwei, maximal sogar drei Bruten. Durch diese gesteigerte Reproduktion wird sichergestellt, dass trotz hoher Kükenverluste ausreichend Nachwuchs überlebt. Zu den Fressfeinden zählen u. a. große Hechte und Welse, die blitzschnell und unbemerkt zuschlagen. Ist das erste kritische Lebensjahr überstanden, können Zwergtaucher über zehn Jahre alt werden. Sie pendeln dann im Jahresverlauf zwischen kleinen, flachen Teichen (Brut) und größeren Binnengewässern (eisfreie Überwinterungsorte). Weiträumige Zugbewegungen kommen aber wohl nur bei Nord- und Osteuropäischen Brutpopulationen vor.

(Text: Andrea Gehrold)


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