Die Reiherente (Aythia fuligula)

männliche Reiherente (Foto: Wolfgang Höll)
männliche Reiherente (Foto: Wolfgang Höll)
weibliche Reiherente (Foto: Antje Geigenberger)
weibliche Reiherente (Foto: Antje Geigenberger)
Vogelansammlung bei der Roseninsel (Foto: A.Gehrold)
Vogelansammlung bei der Roseninsel (Foto: A.Gehrold)
männliche Reiherente (Foto: Antje Geigenberger)
männliche Reiherente (Foto: Antje Geigenberger)

Schwarz-weiß gefärbt und mit einem kecken „Reiherschopf“ am Hinterkopf – das Männchen der Reiherente ist eine auffällige Erscheinung. Es kann eigentlich nur mit der wesentlich selteneren Bergente verwechselt werden, bei der die Erpel allerdings einen silberfarbenen Rücken aufweisen und keinen Schopf tragen.

 

Wesentlich schwerer sind dagegen die Weibchen der beiden Arten auseinanderzuhalten. Beide sind sie reh- bis dunkelbraun gefärbt und können einen Ring weißer Federn um den Schnabel ausbilden. Das Reiherenten-Weibchen hat allerdings meist deutlich weniger Weiß am Schnabel und außerdem einen zumindest angedeuteten Schopf, der auch als „Holle“ bezeichnet wird.

 

Auf jeden Fall benötigt es viel Geduld und eine gute Beobachtungsgabe, um unter den vielen tausend Reiherenten auf unseren Gewässern die eine oder andere Bergente ausfindig zu machen. Bis zu 7.000 Reiherenten finden sich im Winter allein am Starnberger See ein. In ganz Deutschland überwintern rund 325.000 Individuen.

 

Sehr viel geringer ist dagegen die Zahl der bei uns brütenden Reiherenten. Laut dem Atlas Deutscher Brutvogelarten gibt es deutschlandweit zwischen 20.000 und 30.000 Brutpaare. Der Bestand in Bayern wird nach dem Atlas der Brutvögel in Bayern auf 4.800 bis 7.500 Vögel geschätzt, wobei der Verbreitungsschwerpunkt in den mittel- und oberfränkischen Teichgebieten liegt. Im Landkreis Starnberg gibt es nur vereinzelte Brutnachweise, beispielsweise in der Seacht´n bei Erling oder am Maisinger See. Erfreulicherweise haben die Bestände sowohl deutschlandweit als auch in Bayern in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen und sich seit dem Jahr 2000 nahezu verdoppelt.

 

An ihr Brutgewässer stellt die Reiherente keine großen Ansprüche. Nährstoffreich, aber nicht allzu verkrautet sollte es sein, mit flachen, dicht bewachsenen Ufern oder kleinen Inseln ausgestattet. Entsprechend ist sie ist auf Moorweihern, Karpfenzuchten und Stauseen genauso zu finden wie an Klärteichen oder Parkgewässern – von der norddeutschen Tiefebene bis auf 900 Meter Meereshöhe im Werdenfelser Land. Selbst im Brackwasser der Ostsee baut sie ihr Nest, das sie gerne auch in der Nähe einer Möwen- oder Seeschwalbenkolonie errichtet, um so vom Schutz durch die aggressiven Nachbarn zu profitieren, die potenzielle Nesträuber zuverlässig in die Flucht schlagen.

 

Auch bei der Nahrungswahl ist die Reiherente wenig anspruchsvoll. Sie ernährt sich vorwiegend von Muscheln und Schnecken, nimmt aber auch Insekten und andere Kleintiere, die sie als Mitglied der Tauchentenfamilie hauptsächlich auf Tauchgängen in bis zu vier Meter Wassertiefe erbeutet. Im Winter bevorzugt  sie Gewässer wie den Starnberger See, in denen sie ihre Lieblingsnahrung, die Dreikantmuschel, in großen Mengen finden kann.

 

Was ihre Lautäußerungen angeht, ist die Reiherente ein eher unauffälliger Vogel. Das Männchen äußert in der Balz eine Reihe pfeifender und gequetscht klingender Laute, meist in der Tonhöhe abfallend. Das Weibchen antwortet darauf mit einem „Krr“ oder „Kräk“. Ähnliche Krr-Laute äußern die Vögel außerdem im Flug.

Tonaufnahmen:

http://www.xeno-canto.org/356961

http://www.xeno-canto.org/34072

 

 

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