Der Kolkrabe (Corvus corax)

(Foto: LBV-Archiv - Marcus Bosch)
(Foto: LBV-Archiv - Marcus Bosch)

Ein Vogel der Superlative: der größte Rabenvögel, der größte Singvogel und einer der intelligentesten Vögel allemal!

Zu bestimmen ist die Art recht gut durch ihren keilförmigen Schwanz, der im Flug gut zu erkenn ist,  sowie den wuchtigen Schnabel. Dieses Merkmal ist bei adulten Tieren wesentlich stärker ausgeprägt, als bei Jungtieren. Jeder Ornithologe erkennt den tiefen, guttural bzw. metallisch klingenden Ruf, welcher am ehesten mit „krok-krok“ umschrieben werden kann.

Die Audioaufnahme stammt von brickegickel, XC310460.

(Foto: Ursula Wiegand)
(Foto: Ursula Wiegand)
(Foto: Antje Geigenberger)
(Foto: Antje Geigenberger)

Sein Gesamtrepertoire an Rufen umfasst aber dutzende verschiedene Rufe.

 

Brutstandorte können Felswände oder auch Bäume sein, darüber hinaus sind auch Gittermasten als Nistplatz dokumentiert. Er nimmt Horste bzw. Nester anderer Arten an, selbst baut er Nester aus Reisig und verstärkt es mit Erde und Moos. Auch das Nahrungsspektrum ist recht vielseitig: Aas, Abfälle, Eier, Beeren, Wirbellose und Tot- sowie Nachgeburten. Deswegen wurde er lange Zeit als Schädling verfolgt, da man glaubte, er überwältige und töte Jungtiere.

  

Der älteste bekannte beringte Vogel wurde 20 Jahre alt. Von in Gefangenschaft lebenden Tieren ist ein doppelt so hohes Alter bekannt.

 

Nach jahrhundertelanger Verfolgung ist es erfreulich, dass eine Bestandszunahme und Arealausweitung der Art in Bayern sowie Deutschland zu verzeichnen ist. Die bayerischen Brutpaare werden im Atlas der Brutvögel in Bayern auf 1200 – 1500 geschätzt. Leider sind vereinzelt immer noch Todesopfer durch illegale Vergiftung oder Abschuss zu beklagen. Neben direkter Verfolgung ist als weitere Gefährdung eine Störung am Brutplatz zu nennen.

 

Im Landkreis Starnberg gab es 2016 Brutnachweise des Kolkraben unter anderem im Görbelmoos und im nördlichen Manthal.

 

Wussten Sie, dass  im Tower of London Kolkraben gehalten werden? Vermutlich werden die Tiere dort erst seit Ende des 19. Jahrhunderts gehalten. Der Legende nach ist die Monarchie dem Untergang geweiht, sollten dort jemals keine Tiere mehr gehalten werden. Angeblich kostet der Unterhalt für einen Vogel 4000 Pfund pro Jahr (inklusive persönlichen „Rabenmeister“ für die Truppe).

 

(Text: Julia Schwandner)

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