ornithologische Kartierungen 2017

Rohrweihe (Foto: Ursula Wiegand)
Rohrweihe (Foto: Ursula Wiegand)

 

Wie schon in den Vorjahren, so kartierten auch im Jahr 2017 Aktive der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen (ASO) einige ornithologisch interessante Gebiete im  Landkreis Starnberg bzw. in der näheren Umgebung.   

 

Die Kartierungsergebnisse werden in einheitlich aufgebauten Berichten dokumentiert, die auf dieser Seite heruntergeladen werden können. Die Berichte umfassen eine Beschreibung des Gebiets, der Methode sowie der beobachteten Arten und deren Brutvogelstatus.

 

Die Berichte werden im Laufe des 2. Halbjahres 2017 auf dieser Seite bereitgestellt.  

Folgende Gebiete wurden kartiert:

 

  • Das Ettenhofer Holz. Das Ettenhofer Holz ist ein reichhaltig strukturiertes Waldgebiet in der Gemeinde Weßling. Die Kartierung wurde von Pit Brützel durchgeführt. Zielarten der Kartierung waren Waldschnepfe und Waldlaubsänger, die aber nicht nachgewiesen werden konnten.  Insgesamt wurden ca. 40 Vogelarten nachgewiesen,  ca. 3/4  davon als Brutvögel.  Die Dokumentation über die Vogelwelt des Ettenhofer Holz findet man hier.

 

(Text: Pit Brützel)

Die Vogelwelt am Gestüt "Isarland"

Weiden rund um das Gestüt Isarland (Foto: G.Huber)
Weiden rund um das Gestüt Isarland (Foto: G.Huber)

24.06.2017  Das Gestüt „Isarland" in der Nähe des Leutstettener Mooses war ein renommiertes Vollblut-Gestüt, das 2011 den Betrieb einstellen musste. Nach einem langen Rechtsstreit wurde das Gestüt im Jahr 2017 an einen neuen Eigentümer verkauft. Die zukünftige Form der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen ist ungewiss.

 

Auf den Flächen (Wiesen, Weiden) des brachliegenden Gestüts findet man eine bemerkenswerte Avifauna vor. Sie umfasst einige sehr seltene, für Flächen dieser Kategorie (hauptsächlich Landschaftsschutzgebiet) ungewöhnliche Arten wie z.B. den Wachtelkönig  bzw. weitere Wiesen- und Bodenbrüter wie Braunkehlchen, Wachtel und Schwarzkehlchen.

 

Die unsichere Zukunft des Gestüts einerseits und ihr offensichtlicher ökologischer Wert andererseits gaben den Anlass, Beobachtungen im Gebiet zu sammeln und das Gebiet avifaunistisch zu beschreiben. Die vorliegende Arbeit von Gerhard Huber gibt einen Überblick über Beobachtungen aus den Jahren 2015 bis 2017.  


Kleineulen im nordöstlichen Landkreis STA im Frühjahr 2017

Raufußkauz (Foto: Peter Brützel)
Raufußkauz (Foto: Peter Brützel)

3. Juni 2017      Angeregt durch den hervorragenden Vortrag von Helmut Meyer über unsere Kleineulen im Januar 2016 hatten Aktive der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen (ASO) im vergangenen Jahr versucht, im Kreuzlinger Forst Kleineulen nachzuweisen. Über diese leider nicht sehr erfolgreiche Aktion im Jahr 2016 kann man in folgendem kurzen Bericht nachlesen.

 

Im Frühjahr 2017 wurde die Vorgehensweise geändert und das Untersuchungsgebiet auf den nordöstlichen Landkreis erweitert. Diese Jahr konnten an unterschiedlichen Stellen Raufußkäuze nachgewiesen werden. Eine Kurze Beschreibung der Vorgehensweise und der Ergebnisse findet man in dem Bericht von Jan Brinke.


ornithologische Kartierungen 2016

Schwarzkehlchen (Foto: Ursula Wiegand)
Schwarzkehlchen (Foto: Ursula Wiegand)

 

Wie schon im Vorjahr, so kartierten auch im Jahr 2016 Aktive der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen (ASO) einige ornithologisch interessante Gebiete im  Landkreis Starnberg bzw. in der näheren Umgebung.  Methodisch wurde dabei ähnlich vorgegangen wie im Jahr 2015.

 

Die Kartierungsergebnisse werden in einheitlich aufgebauten Berichten dokumentiert, die auf dieser Seite heruntergeladen werden können. Die Berichte umfassen eine Beschreibung des Gebiets, der Methode sowie der beobachteten Arten und ihrem Brutvogelstatus.

 

 

Folgende Gebiete wurden kartiert:

 

  • Feldlerchen südlich des Flugpatz Oberpfaffenhofen. Gerhard Huber hat in dieser Kartierung Arbeiten fortgesetzt die bereits 2009 begonnen wurden. Dabei werden die Feldlerchenreviere in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet in der Nähe des Flugplatzes Oberpfaffenhofen ermittelt. Die Dokumentation dieser Kartierung findet man hier.
  • Die Feldflur zwischen Gauting und Unterbrunn. Diese Kartierung wurde von Antje Geigenberger durchgeführt. Eigentlich sollten nur die Reviere der Feldlerche in diesem Gebiet festgestellt werden. Es wurden dann aber doch alle vorkommenden Arten erfasst und dokumentiert. Es wurden ca. 65 Arten nachgewiesen, mehr als die Hälfte der Arten konnte als sicherer oder wahrscheinlicher Brutvogel eingestuft werden. Darunter waren Arten wie Neuntöter, Schwarzspecht, Sperber und Waldkauz. Die Dokumentation findet man hier.
  • Das Görbelmoos bei Gilching. Das Görbelmoos ist ein Moorgebiet zwischen Gilching und Schöngeising, das seit 1938 unter Naturschutz steht. Teile des Görbelmoos werden vom LBV Starnberg gepflegt. Die ornithologische Kartierung 2016 wurde von Ursula Zinnecker-Wiegand und Ulla Bulla durchgeführt. Insgesamt wurden 55 Vogelarten nachgewiesen, 35 davon konnten als sicherer/wahrscheinlicher Brutvogel eingestuft werden. Darunter befinden sich Rote Liste Arten wie Baumpieper, Neuntöter, Bluthänfling und Grauspecht.  Die Dokumentation über die Vogelwelt des Görbelmoos findet man hier.
  • Das Münsinger Feld. Das Münsinger Feld ist ein Gebiet an der südlichen Landkreisgrenze des Landkreises STA. Es liegt östlich des Weilers Weipertshausen und umfasst unter anderem den Lüßbach, Schilfgebiete, Großseggenriede und Streuwiesen. Die Kartierung wurde von Oliver Focks durchgeführt. Insgesamt wurden knapp 100 Arten festgestellt, ca. die Hälfte der Arten konnte als sicherer oder wahrscheinlicher Brutvogel eingestuft werden. Besonders erwähnenswert sind die Vorkommen von Tüpfelsumpfhuhn, Zwergdommel und vielen Wasserrallen. daneben ist der hohe Bestand an Teichrohrsängern, Gold- und Rohrammern auffällig. Die Dokumentation findet man hier.
  • Das Naturwaldreservat Weiherbuchet. Das Weiherbuchet wurde 1978 als Naturwaldreservat ausgewiesen. Die etwa 18 ha große Fläche liegt im Mühltal, am westlichen Ufer der Würm südlich von Gauting. Miriam Hansbauer kartierte dieses Gebiet. Es wurden insgesamt 37 Vogelarten kartiert, wovon 29 Arten möglicherweise bis sicher gebrütet haben. Das Naturwaldreservat, das überwiegend ein Waldmeister-Buchenwald darstellt, hat eine hohe Strukturvielfalt, wodurch sich unterschiedliche Nahrungs- und Brutbiotope für Vögel ergeben. Als besonders wertgebende Arten wurden Grauspecht, Waldlaubsänger und Weißrückenspecht erfasst. Die Dokumentation über die Kartierung findet man hier. 
  •  Das Naturwaldreservat Seebuchet.   Das Seebuchet liegt zwischen Landstetten und Aschering. Das Untersuchungsgebiet besteht heute aus sehr vielfältig unterschiedlichen Mischwaldflächen, mit einigen sehr hohen Lärchen, einer größeren Fläche mit Birken, großen alten Buchen und Fichten, außerdem immer wieder Strauchflächen und viel Unterwuchs. Jan Brinke und Peter Witzan untersuchten das Gebiet. Aufgrund der unterschiedlichen Lebensräume und Habitate war eigentlich eine hohe Artenvielfalt zu erwarten, aber bei den Begehungen war sowohl die Artenzahl, wie auch die Anzahl der Individuen leider sehr gering. Es wurden insgesamt 45 Arten festgestellt, bei 25 Arten besteht Brutverdacht. Die Dokumentation findet man hier.
  •  Das Manthal. Das Manthal liegt nahe dem Nordostufer des Starnberger Sees im Bereich der Gemeinden Berg und Starnberg. Das zweieinhalb Kilometer lange Tal am Unterlauf des Lüßbach zeigt das wellig bewegte Relief einer eiszeitlichen Jungmoränenlandschaft. Die landschaftliche Schönheit und ornithologische Vielfalt des Manthals erschließt sich erst bei genauerem Hinsehen, auf den ersten Blick wirkt diese Gegend unspektakulär. Der überraschend große Artenreichtum ergibt sich aus der kleinräumigen Strukturvielfalt mit mosaikartiger Verzahnung verschiedener Landschaftselemente. 

    Wolfgang Spatz, der seit 2005 im Gebiet lebt, kartierte im Jahr 2016 auf 2 Kartierrouten in vielen Kartierungsgängen das Gebiet. Insgesamt wurden 97 Vogelarten festgestellt. Davon wurden 67 Arten als Brutvögel eingestuft, darunter viele Rote Liste Arten. Die Dokumentation der Kartierung umfasst neben einer gut illustrierte Beschreibung des Manthals die Liste der nachgewiesenen Beobachtungen aus dem Jahr 2016 sowie aus den Vorjahren. Für einige ausgewählte Vogelarten werden die Beobachtungen detailliert dargestellt und mit guten Fotos illustriert. Dieser sehr lesenswerte Bericht kann hier heruntergeladen werden.

(Text: Pit Brützel)


Kleineulensuche im Kreuzlinger Forst

Raufußkauz (Foto: Peter Brützel)
Raufußkauz (Foto: Peter Brützel)

16.04.2016          Angeregt durch den hervorragenden Vortrag von Helmut Meyer über unsere Kleineulen im Januar 2016 haben Aktive der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen (ASO) versucht, im Kreuzlinger Forst Kleineulen nachzuweisen. An mehreren Abenden wurden systematisch und synchron Teile des Kreuzlinger Forsts abgegangen. Über das Vorgehen und die Ergebnisse dieser Aktion kann man in folgendem kurzen Bericht nachlesen.


ornithologische Kartierungen im Landkreis Starnberg im Jahr 2015

Neuntöter (Foto: Sebastian Ludwig)
Neuntöter (Foto: Sebastian Ludwig)
Wasseramsel (Foto: H.-J. Fünfstück)
Wasseramsel (Foto: H.-J. Fünfstück)

 

Im Frühjahr 2015 kartierten Aktive der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen (ASO) einige ornithologisch interessante Gebiete im Landkreis Starnberg. Dabei wurde nach Rücksprache mit Thomas Rödl vom LBV Hilpoltstein nach derselben Methode vorgegangen, so wie sie auch bei Monitoring häufiger Brutvögel vom DDA verwendet wird.

Es handelt sich um eine Linienkartierung, bei der eine mehrere Kilometer lange Strecke auf dem zu bearbeitenden Gebiet ausgewählt wird, die möglichst alle Lebensräume umfasst. Während der Brutsaison werden vier Begehungen des Gebiets vorgenommen.  Die vier Erfassungen werden in den Morgenstunden durchgeführt. Beim langsamen Abschreiten der Route werden alle optisch und akustisch registrierten Vögel auf einer Karte mit den Namenskürzeln der Vogelarten sowie einem Verhaltenssymbol (Gesang, Ruf, Nahrungssuche, etc.) auf einer sog. Feldkarte eingetragen. Aus diesen Feldkarten werden nach Abschluss der Kartierungen sog. Artkarten erstellt, bei denen die Beobachtungen der einzelnen Arten auf einer Karte dargestellt werden. Aus diesen Artkarten können dann unter Berücksichtigung artspezifischer Zeiträume die Revierzahlen ermittelt werden.

  

Folgende Gebiete wurden kartiert:

  • Die Seacht´n bei Andechs. Ursula Wiegand und Ulla Bulla kümmerten sich um dieses Gebiet. Insgesamt wurden knapp 50 Vogelarten nachgewiesen; bei 33 Arten konnte Brutverdacht festgestellt werden oder ein Brutnachweis geführt werden, darunter bei der Hohltaube und beim Grauspecht. Gewisse Schwierigkeiten bei der Kartierung ergab sich durch Wildschweine, die bei einer Kartierung den Kartiererinnen den Weg versperrten. Die Dokumentation über die Vogelwelt der Seacht´n findet man hier.

  • Das Mühltal zwischen Gauting und Leutstetten. Pit Brützel untersuchte einen Teil des Mühltals zwischen Gauting und Leutstetten. In diesem Gebiet konnten 43 Arten beobachtet werden, bei 25 Arten bestand Brutverdacht bzw. konnte ein Brutnachweis erbracht werden. Darunter befanden sich Arten wie Wasseramsel und Gebirgsstelze, die man an der Würm erwarten konnte, aber auch Hohltaube und Grauspecht, die sich in den angrenzenden Buchenwäldern beobachten ließen. Die Dokumentation über die Vogelwelt des Mühltals findet man hier.

  • Das Michelmoos bei Söcking. Ursula Wiegand und Ulla Bulla kartierten zusätzlich zur Seacht´n auch noch das Michelmoos bei Söcking. Unbehelligt von Wildschweinen konnten sie fast 40 Arten beobachten, 20 Arten können als Brutvogel (Brutverdacht oder Brutnachweis) eingestuft werden. darunter ein Neuntöter, aber auch eine Beobachtung eines Blaukehlchens. Die Dokumentation über die Vogelwelt des Michelmoos findet man hier.

  • Das Manthal in der Gemeinde Berg. Oliver Focks und Wolfgang Spatz kartierten in der Gemeinde Berg das Manthal. Das kartierte Gebiet umfasst die „ornitho“-Gebiete südliches Manthal, Aufkirchen Halsbach Nord und Aufkirchen Hals­bach Süd und ist wesentlich größer als die anderen in diesem Kapitel dargestellten Gebiete. Hier konnten während des Jahres fast 100 Arten beobachtet werden, Brutnachweis wurde für gut 50 Arten erbracht. Unter den Brutvogelarten befinden sich Arten wie Wasserralle, Rotmilan und Neuntöter. Wespenbussard, Braunkehlchen, Brachpieper und viele andere Arten konnten auf dem Zug beobachtet werden. Die Dokumentation über dieses Gebiet findet man hier. 

 

(Text: Pit Brützel)


Kartierung der Vogelwelt im Leutstettener Moos 2015

 

Im Frühjahr und Sommer 2015 wurde auf Anregung der Regierung von Oberbayern und der Unteren Naturschutzbehörde Starnberg eine Kartierung der Vogelwelt im Leutstettener Moos durchgeführt. Aktive der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen - Gerhard Huber, Paul Wiecha, Pit Brützel – sowie Andrea Gehrold, die Gebietsbetreuerin für den Starnberger See, erkundeten in mehreren Landbegehungen sowie in Befahrungen der Würm mit dem Kanu das Untersuchungsgebiet.  Daneben wurden die Beobachtungsdaten aus dem Portal ornitho.de ausgewertet.   

 

 

Die Ergebnisse der Kartierung sind in einer umfangreichen Dokumentation „Die Vögel im Leutstettener Moos 2015“ beschrieben.   

 

 

 

Gerhard Huber und Paul Wiecha mit dem LBV-Dienstkanu Seeschwalbe (Foto: Andrea Gehrold)
Gerhard Huber und Paul Wiecha mit dem LBV-Dienstkanu Seeschwalbe (Foto: Andrea Gehrold)
Andrea Gehrold und Pit Brützel bei der Kartierung (Foto: Gerhard Huber)
Andrea Gehrold und Pit Brützel bei der Kartierung (Foto: Gerhard Huber)

Das Hauptaugenmerk der Erfassung lag dabei auf ausgewählten Zielarten, die typische Vertreter der Moor-, Schilf- und Wiesenbrütergemeinschaft sind. Sechs der 13 Zielarten konnten nachgewiesen werden: Wachtelkönig, Schwarzkehlchen, Braunkehlchen, Großer Brachvogel, Bekassine und Schilfrohrsänger. Bei lediglich zwei dieser Arten besteht Brutverdacht (Schwarzkehlchen und Wachtelkönig), die Beobachtungen der vier anderen Arten waren jeweils einmalig und müssen durchziehenden Vögeln zugeschrieben werden.

 

Im Vergleich mit vorhergehenden Studien kommen die Autoren zu dem Schluss, dass sich die Bestandsentwicklung der lebensraumtypischen Avifauna in den letzten Jahrzehnten nicht verbessert hat bzw. sogar negativ verläuft. Einige typische Brutarten fehlen ganz (Bekassine, Kiebitz, Blaukehlchen). Andere Zielarten, die noch vor einigen Jahren als regelmäßige Brutvögel nachgewiesen werden konnten, sind mittlerweile aus dem Gebiet verschwunden (Wiesenpieper, Wasserralle, Rohrschwirl). Grund hierfür könnte der suboptimale Pflegezustand des Gebiets sein.
Zu den positiven Ergebnissen zählen u. a. der Brutverdacht bei der Rohrweihe, der Nachweis weiterer europaweit geschützter Greifvogelarten (Kornweihe, Rotmilan, Schwarzmilan, Wespenbussard) sowie das erstmalige Auftreten des vom Aussterben bedrohten Wachtelkönigs.

  

Wasservögel scheinen die Gewässer im Naturschutzgebiet  nur sporadisch zu nutzen. Bei lediglich zwei Arten (Höckerschwan und Haubentaucher) konnte eine Brut nachgewiesen werden. Dies könnte ein Hinweis auf regelmäßige Störungen durch Angler, Wassersportler und Erholungssuchende sein.

  

Entsprechend diesen Befunden und ihren mutmaßlichen Ursachen wird von den Autoren der Dokumentation eine Doppelstrategie zur Verbesserung bzw. Wiederherstellung der Schutzgebietsfunktion empfohlen. Diese umfasst erstens eine konsequente Umsetzung der bereits in einer Studie 2009 ausgearbeiteten Pflegemaßnahmen, um die Habitatqualität der Flächen zu verbessern. Und zweitens eine Reduzierung der Störungen auf und an der Würm durch den Menschen, was all jenen Arten zugutekommt, die hauptsächlich am Wasser leben und brüten. Hierfür sind bestehende Verordnungen besser umzusetzen und eventuell zu erweitern.

 

Die Dokumentation „Die Vögel im Leutstettener Moos 2015“ kann hier heruntergeladen werden.

(Text: Pit Brützel)


Wiesenbrüterkartierung 2014 im Landkreis Starnberg

Bekassine (Foto: P.Brützel)
Bekassine (Foto: P.Brützel)
Braunkehlchen (Foto: P.Brützel)
Braunkehlchen (Foto: P.Brützel)

 

Im Jahr 2014 wurde von der Vogelschutzwarte am Landesamt für Umwelt eine bayernweite Wiesenbrüterkartierung organisiert. 

 

Bei der Kartierung sollten bayernweit die Brutbestände der Arten Großer Brachvogel, Bekassine, Uferschnepfe, Rotschenkel, Kiebitz, Wachtelkönig, Braunkehlchen, Grauammer und Wiesenpieper erfasst werden. Eine kurze Beschreibung dieser Arten steht  auf dieser Seite zur Verfügung.

 

Im Landkreis Starnberg hat sich die ASO an diesem Projekt beteiligt. Dabei wurde folgendes Vorgehen gewählt. Nachdem die bedeutendsten Wiesenbrütergebiete im Landkreis, nämlich das Ampermoos und das Herrschinger Moos ohnehin regelmäßig kartiert werden, wurde in 2014 darauf verzichtet, diese Gebiete zu kartieren. Die letzten Ergebnisse aus den beiden Gebieten sind aus dem Jahr 2012. Dabei wurden im Herrschinger Moos Bekassine und Wiesenpieper nachgewiesen. Im Ampermoos waren in 2012 Großer Brachvogel, Bekassine, Kiebitz, Wiesenpieper und Braunkehlchen Brutvogel, teilweise in beachtlichen Stückzahlen.

In 2014 wurden Gebiete kartiert, die auf Grund der aus den vergangenen Jahren verfügbaren Daten vielversprechend klangen. Insgesamt beteiligten sich 3 Teams an der Kartierung. Oliver Focks und Wolfgang Spatz untersuchten das Gebiet um das Südliche Mahntal/Lußbach in der Gemeinde Berg, Sebastian Ludwig betreute den Maisinger See in der Gemeinde Pöcking und Pit Brützel kartierte zusammen mit Gerhard Huber das Leutstettener Moos in der Gemeinde Starnberg. In jedem der Gebiete wurden in der Zeit von Ende März bis Ende Juni bis zu 8 Begehungen durchgeführt.

 

Leider konnte keine der Zielarten als Brutvogel nachgewiesen werden. Das Braunkehlchen konnte in allen 3 Gebieten auf dem Zug festgestellt werden (am Maisinger See waren bei einer Begehung 6 Individuen zu sehen), Bekassine, Kiebitz und Wiesenpieper wurden in den meisten Gebieten vereinzelt gesichtet.

 

Neben den eigentlichen Zielarten gab es aber doch einige interessante Beobachtungen. Der Neuntöter wurde in allen 3 Gebieten festgestellt, am Maisinger See brütet er sicher. Das Leutstettener Moos ist Brutgebiet für das Schwarzkehlchen und den Baumpieper (beides Arten der Roten Liste Bayern Stufe 3), der Steinschmätzer konnte auf dem Zug festgestellt werden. Im südlichen Mahntal gab es eine große Anzahl von Sumpf- und Teichrohrsängern, ein Rotmilan scheint ein Brutrevier zu haben und ist regelmäßig am Hangwald (angrenzend an das kontrollierte Gebiet) zu beobachten.

Tüpfelsumpfhuhn (Foto: P.Brützel)
Tüpfelsumpfhuhn (Foto: P.Brützel)

 

Und als ornithologisches Highlight gab es im Mahntal noch eine Beobachtung eines Tüpfelsumpfhuhns und im Leutstettener  Moos einen Seidenreiher.

 

Obwohl die Ergebnisse in Bezug auf die Zielarten doch ernüchternd waren, wurden in den betroffenen Gebieten sehr interessante Beobachtungen gemacht. Zumindest haben wir jetzt einen etwas besseren Überblick über die Vogelwelt in diesen drei Teilgebieten des Landkreises.

 

(Text: Pit Brützel)

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