Ziegenmelker und Wespenbussard – ASO-Exkursion nach Mittelfranken

Ziegenmelker (Foto: LBV-Archiv Dr. Christoph Moning)
Ziegenmelker (Foto: LBV-Archiv Dr. Christoph Moning)
Blaukehlchen (Foto: Ursula Wiegand)
Blaukehlchen (Foto: Ursula Wiegand)
Tennenloher Forst (Foto: Pit Brützel)
Tennenloher Forst (Foto: Pit Brützel)
Heidelerche (Foto: Peter Witzan)
Heidelerche (Foto: Peter Witzan)
Przewalskipferde (Foto: Peter Witzan)
Przewalskipferde (Foto: Peter Witzan)
Wespenbussard (Foto: Peter Witzan)
Wespenbussard (Foto: Peter Witzan)
Schlingnatter (Foto: Peter Witzan)
Schlingnatter (Foto: Peter Witzan)
ASO im Tennenloher Forst (Foto: Pit Brützel)
ASO im Tennenloher Forst (Foto: Pit Brützel)
Schwarzhalstaucher (Foto: Ursula Wiegand)
Schwarzhalstaucher (Foto: Ursula Wiegand)
Moorhof-Weihergebiet (Foto: Ursula Wiegand)
Moorhof-Weihergebiet (Foto: Ursula Wiegand)

9./10. Juni 2018   „Einen Ziegenmelker hören wir garantiert, wenn das Wetter passt“ meinte Jan Brinke, der die diesjährige Wochenendexkursion der ASO organisierte. Wir fuhren mit 12 Ornis nach Mittelfranken, um dort unter anderem den Tennenloher Forst zu besuchen.

 

Treffpunkt war gegen 9 Uhr vormittags am Kauerlacher Weiher in der Nähe von Hilpoltstein. Dort war geruhsames Beobachten am Weiher angesagt. Es gab überraschend viele Entenarten, neben Reiher- und Tafelenten wurden  auch 4 Knäkenten gesichtet. An einem kleinen Bach in der Nähe konnten alle ausgiebig ein futtertragendes Blaukehlchen beobachten. Die Artenliste wuchs schnell an, auch wenn ein Wendehalsverdacht  nicht verifiziert werden konnte. Alle Starenschwärme wurden auf Rosenstare durchgescannt, aber der Rosenstareinflug war wohl noch nicht bis Franken vorgedrungen. Das Wetter war herrlich, sommerliche Hitze machte den Teilnehmern zu schaffen und wir waren froh, dass wir zur Mittagspause ein schattiges Plätzchen aufsuchen konnten.

 

Am frühen Nachmittag ging es dann zu den Schwarzachwiesen. Waldwasserläufer und Klappergrasmücke waren hier die ornithologischen Highlights.  Auf Grund der Hitze wurde der Ruf nach einer Eisdiele laut und die Exkursion wurde zugunsten kulinarischer Genüsse unterbrochen. Frisch gestärkt fuhren wir dann in die Nähe von Erlangen zum Tennenloher Forst,  wo uns die Gebietsbetreuerin Verena Fröhlich erwartete. Der Tennenloher Forst ist ein Wald- und Offenlandfläche auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Er umfasst lichte Kiefernwälder, Heiden und vor allem trockene Sandmagerrasen, ein Lebensraumtyp, der nur mehr sehr selten vorkommt. Nähere Infos zum Gebiet findet man unter http://www.wildpferde-tennenlohe.de/ .

 

Verena Fröhlich führte uns am Wildpferdegatter entlang und gab viele Erläuterungen zur Botanik, zu den speziellen Anforderungen der Sandpflanzen und natürlich zum Beweidungsprojekt mit den Przewalskipferden und Pfauenziegen. Die Erläuterungen der Gebietsbetreuerin wurden allerdings immer wieder durch ornithologische Beobachtungen unterbrochen. Heidelerchen waren zu hören und gut zu sehen, zwei Wespenbussarde flogen über der ASO-Gruppe und konnten von allen Teilnehmern sehr gut beobachtet werden. Baumpieper im Singflug und zwei streitende Pirolmännchen konnten auf dem Rückweg noch gut gesehen  werden. Ebenso wie eine Schlingnatter, die sich direkt vor unserer Gruppe über die Straße schlängelte. Ein sehr schönes Gebiet mit vielen interessanten Beobachtungen und einer sehr engagierten Gebietsbetreuerin, die uns viel Neues berichten konnte. Herzlichen Dank, Verena!

 

Weiter ging es nach Erlangen in ein „verkehrsgünstig gelegenes“ Hotel, das wir aber bald wieder zum Abendessen verließen. Sehr gutes Essen in einem italienischen Restaurant, aber der Beobachtungstag war noch nicht zu Ende. Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir noch einmal zum Tennenloher Forst, um den Ziegenmelker zu suchen. Eine knappe halbe Stunde Fußweg, dann standen wir am Rande der Offenfläche und warteten. Ziemlich lange. Nach einer halben Stunde dann plötzlich ein Quorren – eine Waldschnepfe flog vorbei und war auch gut zu sehen. Aber kein Ziegenmelker.

 

Also versuchten wir es an einem anderen Platz und tatsächlich: Plötzlich war das „Schnurren“ des Ziegenmelkers zu hören https://www.xeno-canto.org/416257 . Daneben war auch noch der Flugruf und das Flügelklatschen zu hören. Große Begeisterung bei den ASO-Ornis, für Einige war das ein „Lifer“, also eine erstmals beobachtete Art. Spät abends kehrten wir zum Hotel zurück, es gab noch ein letztes Bier und dann gingen alle sehr zufrieden zu Bett.

 

Am Sonntag machten wir uns nach dem Frühstück auf, um in einem nahegelegenen Waldgebiet einen Zwergschnäpper zu suchen, der hier in den letzten Tagen beobachtet wurde. Leider waren wir nicht erfolgreich und fuhren dann weiter in das Moorhof Weihergebiet in der Nähe von Höchstadt an der Aisch. Ein  sehr großes Gebiet mit vielen Fischweihern und wenig Schatten. Wir erkundeten einen kleinen Teil des Gesamtgebiets, erfreuten uns an vielen Feldlerchen und Schafstelzen auf den Feldern und beobachteten jede Menge Wasservögel. Teichrohrsänger und Drosselrohrsänger waren zu hören, diverse Entenarten sowie drei  Taucherarten (Zwergtaucher, Haubentaucher und Schwarzhalstaucher) waren zu beobachten. Höhepunkt war die Beobachtung eines Purpurreihers, der kurz vor der Gruppe aufflog und sich dann auf einem kleinen Gebüsch niederließ.

 

Aber es war hochsommerlich heiß und gegen Mittag hatten dann alle genug beobachtet. Auf der Artenliste standen am Ende der Tour 90 Vogelarten und alle waren sehr zufrieden mit dem Erlebten. In einem nahegelegenen Gartenrestaurant ließen wir die Exkursion bei gutem Essen und Trinken ausklingen.

 

Ein großes Dankeschön an Jan Brinke, der ein sehr abwechslungsreiches Wochenende organisierte, bei dem alles passte – das Wetter, die Vögel, das Rahmenprogramm, die Führung im Tennenloher Forst und die nette Truppe. Und Jan war es schließlich auch, der den Ziegenmelker als Erster entdeckte und somit sein Versprechen „einen Ziegenmelker hören wir garantiert“ wahr machen konnte. 

 

(Text: Pit Brützel)

 

 


Blaukehlchen und Wendehals – Exkursion ins Leipheimer Moos

Blaukehlchen (Foto: Antje Geigenberger)
Blaukehlchen (Foto: Antje Geigenberger)
(Foto: Pit Brützel)
(Foto: Pit Brützel)
Kuckuck (Foto: Peter Witzan)
Kuckuck (Foto: Peter Witzan)
Blaukehlchenhabitat (Foto: Pit Brützel)
Blaukehlchenhabitat (Foto: Pit Brützel)
Bohlenweg (Foto: Pit Brützel)
Bohlenweg (Foto: Pit Brützel)

15.04.2018          Die Frühjahrsexkursion der ASO ging dieses Jahr in das Leipheimer Moos, dem westlichen Teil des Donaumooses an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Im Jahr 2015 hatten wir das nahe gelegene Gundelfinger Moos zur gleichen Jahreszeit besucht. Dieses Mal hat die Organisation und Führung Gerhard Huber, der das Gebiet aus seinen Studententagen in Ulm gut kennt, übernommen. Bei einer sehr nebligen Erkundungsexkursion Ende März wurden Treffpunkt und Route festgelegt, für die eigentliche Exkursion am Sonntag, den 15. April war die Wettervorhersage wesentlich besser.

 

12 Ornis der ASO hatten sich für die Exkursion angemeldet, es gab dann kurzfristig einige Absagen und schließlich hatten wir 10 Teilnehmer. Gut organisiert in Mitfahrgelegenheiten in drei Autos begann die Exkursion gegen 8 Uhr an der Straußenfarm am Rande des Leipheimer Mooses. Das Wetter hielt sich nicht ganz an die Vorhersage, es war zwar trocken, aber gerade am Anfang der Exkursion ziemlich kalt.  Der Weg führte dann an Wiesen und Äckern entlang bis zu den Weiden mit Wasserbüffeln bis zum Grenzgraben zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Eine beeindruckende Niedermoorlandschaft mit vielen feuchten Stellen, abgestorbenen Bäumen und vielen Vogelarten. Nähere Infos zum Leipheimer Moos findet man hier.

 

Bluthänfling und Girlitz waren auf den landwirtschaftlichen Flächen zu sehen, und bei den Wiesenvögeln zeigten sich Wiesenschafstelze, Wiesenpieper, Feldlerche und Schwarzkehlchen.  Braunkehlchen waren leider noch nicht zu sehen und auch Brachvogel und Kiebitz zeigten sich nur vereinzelt. Dafür waren überall die Kuckucke zu hören. Am Grenzgraben dann die Suche nach den Blaukehlchen, die sich als relativ schwierig erwies. Es waren dann zwar Blaukehlchen an etlichen Stellen zu hören, sie sangen aber sehr verhalten. Dafür gab es zur Freude der Exkursionsteilnehmer überall tückernde und wummernde Bekassinen. Weiter ging es an wiedervernässten Flächen entlang bis zum Bohlenweg, an dem wir Mittagspause machten. Und hier ließen sich die Blaukehlchen nicht lange bitten – direkt neben unserer Brotzeitstelle zeigte sich ein Blaukehlchen sehr lange und konnte von den Fotografen auch ausgiebig fotografiert werden. Die Artenliste wurde immer länger, Baumpieper und Dorngrasmücke vervollständigten das Bild. Weiter ging es zum Mooswaldsee, an dem es noch einige Wasservögel zu beobachten gab. Auf einer Kiesfläche gab es brütende Mittelmeermöwen, ein paar Flussregenpfeifer und kopulierende Rostgänse.  Doch die Wasservögel waren dann gar nicht so interessant, in einer nahegelegenen Buschreihe ertönte ein lautes Quäken – ein Wendehals sang laut und ausdauernd. Er konnte trotz seiner guten Tarnung dann von allen Teilnehmern gut beobachtet werden.

 

Zurück ging es dann zum Parkplatz, vorbei an den Hunderten von Straußen in der Straußenfarm. Insgesamt waren wir ca. 7 Stunden unterwegs. Die von Uta geführte Artenliste hatte am Ende 67 Einträge und alle Teilnehmer waren mit dem Verlauf der Exkursion hochzufrieden.

 

Ein herzliches Dankeschön an Gerhard für eine sehr gelungene Frühjahrsexkursion.

(Text: Pit Brützel)

Blaukehlchen (Foto: Antje Geigenberger)
Blaukehlchen (Foto: Antje Geigenberger)
Wendehals (Foto: Peter Witzan)
Wendehals (Foto: Peter Witzan)

Mittel- und andere Säger – ASO-Exkursion an die südlichen Lechstauseen

Streifengans
Streifengans
Krickentenerpel
Krickentenerpel
ASO-Gruppe am Lechstau Prem
ASO-Gruppe am Lechstau Prem

28. Januar 2018 . Die erste ASO-Exkursion im Jahr 2018 führte uns an die südlichen Lechstauseen nach Urspring und Prem. Organisatorisch war es relativ kompliziert, da es bis zum Exkursionstag immer wieder neue Zu- und Absagen gab und die Aufteilung der Teilnehmer auf die verschiedenen Fahrzeuge öfter verändert werden musste.  Dann fiel auch noch die S-Bahn in München aus, sodass die Exkursion mit einer halben Stunde Verspätung begann. Markus Gerum führte uns in bewährter Manier an die unterschiedlichen Beobachtungspunkte an den Lechstauseen.

 

Am Stausee Urspring waren neben Entenarten wie Pfeif- und Schnatterenten, einem Singschwan und vielen Zwergtauchern vor allem viele Gänse zu beobachten. Neben den üblichen Graugänsen waren Kanada-, Nil- und Rostgänse zu sehen und auf einer nahegelegenen Wiese konnte eine Streifengans beobachtet werden.  An der Staumauser des Urspringer Stausees waren dann die ersten Säger zu beobachten. Neben mehreren Gänsesägern zeigte sich ein prächtiges Zwergsägermännchen, das alle Teilnehmer mit seiner blendend weißen Färbung begeisterte. Die Schellenten waren schon am Balzen und im Urspringer Stausee zeigte sich noch ein weiblicher Mittelsäger.

 

Das Wetter war ordentlich, es war zwar bedeckt, aber es bleib den ganzen Tag trocken. Nach diversen Zwischenstopps waren wir gegen Mittag am Lechstau Prem. Markus Gerum suchte – leider vergeblich – nach einer Zwergschnepfe, die anderen Teilnehmer amüsierten sich über ein Mittelsägermännchen, das beharrlich die deutlich größeren Gänsesägerweibchen anbalzte. Die Gänsesägermännchen nahmen diese Konkurrenz nicht wirklich ernst. Die Krickenten auf dem Lechstau waren mit ihren lauten Rufen deutlich zu hören und gaben eine schöne Klangkulisse ab.

 

Am frühen Nachmittag waren alle Teilnehmer etwas müde und beschlossen, den Rest des Sonntags zuhause auf der Couch zu verbringen. Danke schön an Merkus Gerum, der uns wieder einmal auf einer schönen Exkursion begleitete.

 

 

 (Text: Peter Brützel, Fotos: Ursula Wiegand, Peter Brützel)

 

LBV QUICKNAVIGATION