FFH-Gebiet 8033-371 „Moränenlandschaft zwischen Ammersee und Starnberger See“

Bäckerbichel : Ein Tumulus - eiszeitlicher Schuttkegel mit Trockenrasen
Bäckerbichel : Ein Tumulus - eiszeitlicher Schuttkegel mit Trockenrasen

 

Das FFH-Gebiet umfasst eine Fläche von 2.072 ha, es verteilt sich auf einige große, zusammen­hän­gende Flächen, aber auch auf eine Reihe sehr kleiner Teilflächen, insbesondere Reste von Mager­rasen. Es liegt in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Starnberg; dort reicht es von den Gemeinden Herr­sching und Andechs bis Feldafing und Tutzing.

 

Charakteristik
„Das FFH-Gebiet „Moränenlandschaft zwischen Ammersee und Starnberger See“(Nr. 8033-371) ist eine repräsentative würm-eiszeitliche Endmoränen- und Grundmoränen-Landschaft mit na­tur­nahen Trocken- und Magerrasen, artenreichen Mähwiesen, Pfeifengraswiesen, unterschiedlichen Moortypen wie Hoch- und Übergangsmooren einschließlich Moorwäldern, kalkreichen Niedermooren, Buchenwäldern und Schluchtwäldern sowie naturnahen Bächen mit Bachauen-Wäldern, die großen­teils den (zum Teil selten gewordenen) Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie angehören.“

 

Landschaftlich geprägt wird dieses FFH-Gebiet auf dem Andechser Höhenrücken durch zahlreiche Rückzugs- und Endmoränenzüge, ganze Felder von Tumuli und Drumlins (Mesnerbichel, Bäcker­bichel!) samt dazwischen liegenden Versumpfungsmooren (z.B. Maimoos), die zum Teil frei sichtbar, zum Teil aber auch relativ verborgen im Kerschlacher Forst anzutreffen sind. Diese kleinräumig dif­fe­ren­zierte Gliederung der Landschaft führte zu einer Vielfalt von Lebensraumtypen auf relativ engem Raum und beherbergt daher eine große Anzahl verschiedener Tier- und Pflanzenarten. Das Gebiet ist von weit überregionaler, zum Teil bayernweiter Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz.

Quellaustritt mit Kalksinterbildung
Quellaustritt mit Kalksinterbildung
Die charakteristische „Walbuckelform“ eiszeitlicher Drumlins.
Die charakteristische „Walbuckelform“ eiszeitlicher Drumlins.
Hirschgrabenmoos, ein Hangmoor mit kalkhaltgen Quellaustritten
Hirschgrabenmoos, ein Hangmoor mit kalkhaltgen Quellaustritten
Skabiosen-Scheckenfalter (Foto: KLaus Gottschaldt)
Skabiosen-Scheckenfalter (Foto: KLaus Gottschaldt)
Sumpfgladiole (Foto: Peter Witzan)
Sumpfgladiole (Foto: Peter Witzan)
Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Foto: Klaus Gottschaldt)
Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Foto: Klaus Gottschaldt)
Sumpf-Glanzkraut (Foto: Wolfgang Höll)
Sumpf-Glanzkraut (Foto: Wolfgang Höll)
Gelbbauchunke (Foto: Wolfgang Höll)
Gelbbauchunke (Foto: Wolfgang Höll)
Frauenschuh (Foto: Wolfgang Höll)
Frauenschuh (Foto: Wolfgang Höll)
Mäharbeiten am Kalkflachmoor „Lange Wiese“
Mäharbeiten am Kalkflachmoor „Lange Wiese“

Arten
Maßgeblich für die FFH-Ausweisung waren zudem „das Vorkommen von Anhang II-Arten wie Dunkler und Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Glaucopsyche nausithous, G. teleius), Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia), Kamm-Molch (Triturus cristata) und Gelbbauchunke (Bombina veriegata) sowie der Sumpf-Gladiole (Gladiolus palustre), Frauenschuh (Cypripedium calceolus) und Sumpf-Glanzkraut (Liparis loeseli)“.

 

Managementplan
Auftaktveranstaltung für den Managementplan fand im Februar 2017 statt, die Ausarbeitung ist für 2017/18 vorgesehen.

 

LBV Starnberg
Umfangreiche Mäharbeiten werden in Kalkflachmooren wie dem „Hirschgrabenmoos“ oder der „Lan­gen Wiese“ bzw. auf Halbtrockenrasen wie dem „Friedinger Bühel“ geleistet. Hinzu kommen er­gän­zende oder sehr spezielle Pflegearbeiten etwa im Maimoos oder auf der Streuwiese „Engenrain“. In der Umgebung des Mesnerbichels drängen wir invasive Neophyten zurück.

Der LBV hatte eine Biotopkartierung des nördlichen Gebiets finanziert, ornithologische Daten wurden von der ASO bisher von der Seacht´n im Jahr 2015 und vom Seebuchet im Jahr 2016 erhoben, der Kerschlacher Forst wird besonders beobachtet.

 

Eine Übersicht über die im FFH-Gebiet vorkommenden Lebensraumtypen und Arten ist hier verfügbar.

 

(Text und Fotos: Horst Guckelsberger)

 

Anmerkung: Dem Text liegen Ausführungen in dem Faltblatt „Moränenlandschaft zwischen Ammersee und Starnberger See“ zugrunde, das von der Regierung von Oberbayern in Zusammenarbeit mit Burkhard Quinger erstellt und im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Managementplan verteilt wurde.


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