Die Eichenallee gerettet - die Klink im Dorf lassen…

Eichenallee (Foto: Horst Guckelsberger)
Eichenallee (Foto: Horst Guckelsberger)

Der Gemeinderat von Seefeld hat in seiner Sitzung am 19.9.2017 überraschend seinen Antrag zurück­genommen, ein Areal an der Eichenallee aus dem „Regionalen Grünzug“ herausnehmen zu lassen. Die Herausnahme wäre ein erster Schritt für eine mögliche Bebauung gewesen.

 

Der LBV Starnberg hatte sich in einer Stellungnahme vehement gegen die Herausnahme ausgesprochen. Der zuständige Regionale Planungsverband München hat dann in einer Beschlussvorlage den Antrag der Gemeinde zum einen für juristisch unzulässig erklärt. Er hat sich aber auch die Argumentation des LBV zu Eigen gemacht: „Auch die Einwände des LBV sprechen gegen eine von der Gemeinde Seefeld beantragte „vorsorgliche“ Heraus­nahme einer Fläche aus dem regionalen Grünzug.“

 

Der LBV-Einspruch wird dabei zusammengefasst: „Es wird entschieden Ein­spruch eingelegt gegen die von der Gemeinde Seefeld beantragte Herausnahme einer Fläche zwischen den Staatsstraßen St. 2068 und 2348 aus dem Regionalen Grünzug. Die Fläche grenzt an ein FFH-Gebiet an, liegt im Landschafts­schutz­gebiet und die St. 2068 ist einer der längsten und schönsten Eichenalleen in Europa und in die Denkmalliste eingetragen.“

 

Zupass gekommen ist der Gemeinde die gerade noch rechtzeitig – welcher Zufall - vor der Sitzung ein­ge­gangene Mitteilung, die Klinik könne „mit höchstmöglicher Wahrscheinlichkeit“ erweitert und saniert werden - am bisherigen Ort.

 

Über diesen Teilerfolg freut sich die „Bürgerinitiative Eichenallee“, unterstützt von BN und LBV. Deren weiteres Ziel war und ist es, auch das Landschaftsschutzgebiet um Seefeld unangetastet zu lassen. Zu hoffen ist, dass mit dem Verfahren die Sensibilität im Gemeinderat, aber auch in der Bevölkerung ge­wachsen ist für den Wert solcher Ensembles wie die Eichenallee, aber auch für die Schutzwürdigkeit und damit den Erhalt einer lebenswerten Natur.

(Text: Horst Guckelsberger)

Bürgerbegehren Eichenallee Seefeld – Stand Anfang September 2017

Eichenallee (Foto: Horst Guckelsberger)
Eichenallee (Foto: Horst Guckelsberger)

Die Gemeinde Seefeld hat die Herausnahme eines Areals in unmittelbarer Nähe der Toerringschen Eichenallee aus dem „Regionalen Grünzug“ beim Regionalen Planungsverband München beantragt. Dies ist ein erster Schritt, dort eine Bebauung -  ggf. den Neubau der Seefelder Klinik  - zu ermöglichen.

Die Eichenallee mit ihren Nebenalleen ist Teil des FFH-Gebiets „Alleen und Wälder um Meiling und Weß­ling“. Die „Bürgerinitiative Eichenallee“ (BI) will eine Bebauung dort und im übrigen Landschafts­schutz­gebiet um Seefeld mit einem Bürgerentscheid ver­hindern. Der LBV Starnberg unterstützt sie dabei.

 

Das vorausgehende Bürgerbegehren war mit über 1.000 Unterschriften erfolgreich. Es wurde jedoch – mit durchaus fragwürdigen Be­grün­dungen - vom Gemeinderat mehrheitlich für unzulässig erklärt.
Am Anliegen der BI – und auch des LBV - ändert dies jedoch nichts.

 

Wie geht es nun weiter?

 

Zum einen prüft die BI eine Klage gegen den Ablehnungsbescheid des Gemeinderats beim Verwaltungs­gericht. Um keine Zeit zu verlieren, bereitet die Bürgerinitiative ein zweites Bürger­begehren vor, um ihr Ziel zu er­reichen: Einen Bürgerentscheid mit der gleichen Zielsetzung – Schutz der Eichenallee und Bewahrung des Landschaftsschutzgebiets. Sie will daher nach dem Ende der Som­mer­ferien mit einer erneuten Unter­schriftenaktion für die Zulassung dieses „Bürgerbegehrens No. 2“ werben.

 

Der LBV Starnberg bittet Sie auch diesmal zu prüfen, ob Sie mit Ihrer Unterschrift dem Bürgerbegehren zum Erfolg zu verhelfen wollen. Sehen Sie dazu auch den Beitrag zur Eichenallee auf dieser Website.

(Text: Horst Guckelsberger)


Bürgerbegehren gestartet: Schonung der Eichenallee, Erhalt der Klinik in der Ortsmitte

geplantes Areal inmitten von Natura 2000 Gebieten
geplantes Areal inmitten von Natura 2000 Gebieten

6. Juli 2017

 

Sehr geehrte wahlberechtigte Bürger der Gemeinde Seefeld mit allen ihren Ortsteilen,

 

vor wenigen Tagen wurde ein Bürgerbegehren gestartet, das sich für den Erhalt der Klinik am derzeitigen Standort und gegen eine drohende Bebauung im Landschaftsschutzgebiet im Aubachtal wendet. Damit soll später ein entsprechender Bürgerentscheid möglich gemacht werden.  Die LBV-Kreisgruppe Starnberg unterstützt diese Bürgerinitiative und bittet auch Sie, nach ge­wis­senhafter Prü­fung der Argumente das Bürgerbegehren zu unterstützen.

 

Primär beabsichtigt die Gemeinde, „vorsorglich“ ein Areal an der historischen Eichenallee aus dem „Regionalen Grünzug“ herausnehmen zu lassen, um dort ggf. Baugrund für die eventuell zu erweiternde Klinik schaffen zu können.

 

Es steht außer Frage, dass die Klinik von großer Bedeutung nicht nur für die Gemeinde Seefeld, sondern für das ganze westliche Fünfseenland und darüber hinaus ist – für die medizinische Versorgung wie auch als Ar­beitgeber und Steuerzahler. Sie zu erhalten ist auch für den LBV ein Anliegen – sie zu erhalten am jet­zi­gen Ort, wo auch eine Erweiterung möglich ist.Es steht aber auch außer Frage, dass eine Bebauung des von der Gemeinde in Aussicht genommenen Areals einen unverzeihlichen, schweren Eingriff in die historische Eichenallee bedeuten würde.

 

Seefeld kann stolz sein auf die über 250 Jahre alte Eichenallee, die sich, vor allem an ihrer Westseite  – und das ist etwas Besonderes! –fast vollkommen frei zwischen Delling und dem Pilsensee hinzieht. Sie wurde nicht umsonst in die Denkmalsliste Bayerns eingetragen. Eine Bebauung würde dieses Ensemble zer­stö­ren. Denn eine Allee ist nicht einfach eine Aneinanderreihung von ein paar alten Bäumen, von denen man meint sie ausreichend zu schützen, wenn man 30 m Bebauungsabstand einhält. Weitere Infrastruktur­maß­nahmen – Tiefgaragen, Zufahrten, Parkplätze – stellten eine weitere Gefährdung dar.

 

Die Allee samt ihren Nebenalleen (hier: an der Straße nach Steinebach) ist nach der Fauna-Flora-Habitat-(FFH-) Richtlinie der EU zu schützen, es gilt das Verschlechterungsverbot. Das Areal liegt im Land­schafts­schutz­gebiet und zudem im „Regionalen Grünzug“. Dieser dient weiträumig die Versorgung Münchens mit Frischluft. Dies ist eine Vorsorgemaßnahme für die Landeshauptstatt, die unter der Belastung nicht nur mit Stick­oxiden leidet und auf die in Zeiten der Klimaerwärmung weitere Bedrohungen zukommen werden. Grünzüge haben auch die Funktion, den Siedlungs­raum zu gliedern. Konkret heißt dies, dass die Orts­teile Seefeld-Oberalting und Hechendorf-Güntering  nicht durch eine Bebauung des dazwischen lie­gen­den Grünzugs zu einem „Sied­lungs­brei“ zusammenwuchern dürfen.  

Der LBV hat bereits eine ablehnende Stellungnahme zur geforderten „Herausnahme des Areals an der Eichenallee aus dem Regionalen Grünzug“ weitergeleitet. 

 

Zur Daseinsvorsorge gehört eine leistungsfähige Klinik, aber ebenso eine lebenswerte Umwelt. Für den LBV bitte ich Sie, das Bürgerbegehren und danach den Bürgerentscheid zu unterstützen.

Unterschriftenlisten finden Sie unter www.initiative-eichenallee.de

 

Horst Guckelsberger

Vorsitzender der Kreisgruppe Starnberg
des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV)

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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